«Sing Sing» - Ein Film für alle, die Hollywood-Schnickschnack satt haben
Für blue News Film-Redaktor Roman Müller ist das Oscar-nominierte Drama «Sing Sing» eine Wohltat in Sachen Einfachheit. Eine besonders authentisch erzählte Geschichte, die von der ersten bis zur letzten Sekunde ans Herz geht.
27.02.2025
Für blue News-Redaktor Roman Müller ist das Oscar-nominierte Drama «Sing Sing» eine Wohltat in Sachen Einfachheit. Eine besonders authentisch erzählte Geschichte, die ans Herz geht.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Das Gefängnis-Drama «Sing Sing» war für drei Oscars nominiert.
- Im Fokus steht eine Theatergruppe aus Gefangenen, die durch ihre Arbeit auf der Bühne rehabilitiert werden sollen.
- Der Film mit Coleman Domingo in der Hauptrolle basiert auf wahren Begebenheiten. Es spielen sogar echte Ex-Häftlinge mit.
Filme, die nicht nur auf wahren Begebenheiten beruhen, sondern auch Menschen zeigen, die sich selbst spielen:
Das ist oft besonders berührend. So auch in «Sing Sing». Das bewegende Drama erzählt von einer Häftlingstheatergruppe und wurde für drei Oscars nominiert.
Einen davon könnte Schauspieler Colman Domingo als Hauptdarsteller gewinnen – auch wenn er krasser Aussenseiter auf den Sieg ist.
Er zeigt in «Sing Sing» eine intensive Performance als Häftling John «Divine G» Whitfield. Diesen gibt es auch in echt, er hat am Film mitgearbeitet und ist in einem kleinen Cameo-Auftritt zu sehen.
Darum geht es in «Sing Sing»
Whitfield sitzt laut seinen Worten zu Unrecht wegen Mordes in einem Hochsicherheitsgefängnis. Sinn stiftet ihm dort seine Arbeit in einer Theatergruppe.
Eines Tages tritt der knurrige Häftling Clarence «Divine Eye» Maclin dem Theaterprogramm bei und die Arbeit der Gruppe gerät aus dem Gleichgewicht.
Maclin – der sich im Film wie weitere Charaktere selbst spielt – überzeugt die anderen, zur Abwechslung mal keinen Shakespeare oder andere Dramen aufzuführen, sondern eine wilde Komödie, die sowohl Piraten und Gladiatoren als auch Horror-Legende Freddie Krueger beinhaltet. «Ich meine, wir haben jeden Tag mit Traumata, Dramen und Tragödien zu tun», sagt er.
Diese Dramen der einzelnen Charaktere werden immer wieder angerissen, stehen aber nicht im Zentrum der Geschichte. Intensiv wird stattdessen der spielerische, manchmal chaotische Prozess der Theaterproben gezeigt. Dazwischen entfaltet sich zwischen Whitfield und Maclin eine besondere, am Ende überraschende Dynamik.
Theater im Gefängnis – der tatsächliche Hintergrund
Die Theatergruppe ist Teil des Programms «Rehabilitation Through the Arts (RTA)», das 1996 im echten «Sing Sing» Gefängnis im US-Bundesstaat New York gegründet wurde. Es soll Straftätern mittels Kunst Lebenskompetenzen vermitteln.
Auf seiner Webseite schreibt das Programm: «RTA zeigt, dass ein auf Menschenwürde basierender Ansatz wesentlich erfolgreicher ist als ein auf Strafe basierender Ansatz. Weniger als 3 Prozent der RTA-Mitglieder kehren ins Gefängnis zurück, verglichen mit der nationalen Rückfallquote von 60 Prozent.»
Der Film von Greg Kwedar lohnt sich, weil er einen interessanten Einblick in diese Arbeit gibt. Und weil er voller vielfältiger, authentisch wirkender Charaktere ist. Neben Domingos Nominierung war «Sing Sing» auch für das beste adaptierte Drehbuch und für den besten Song für Oscars nominiert.
«Sing Sing» läuft ab 27. Februar im Kino.
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