«Mufasa» jetzt auf AbrufEin Löwenleben, das niemand nacherzählen musste
Fabian Tschamper
19.12.2024
Kiara (links) und ihr Vater Simba: In «Mufasa» erzählt Affe Rafiki der jungen Löwin die Geschichte ihres Grossvaters.
DISNEY
«Mufasa» füllt die Lücken im «Lion King»-Universum, die kaum jemand bemerkt hat – dabei glänzt der Film vor allem visuell. Und kommt mit einer geballten, musikalischen Ladung Nostalgie um die Ecke.
Der Film «Mufasa» erzählt die Hintergrundgeschichte von Simbas Vater und beleuchtet seine Beziehung zu Scar, hinterlässt jedoch Zweifel, ob diese Erzählung notwendig oder relevant ist.
Die CGI-Animation wurde im Vergleich zum «Lion King» von 2019 verbessert, insbesondere durch subtilere emotionale Mimik.
Der Film nutzt bekannte Nostalgie-Elemente wie den Soundtrack des Originals, während er vor allem als kommerzielles Produkt aus der erfolgreichen «Lion King»-Reihe erscheint.
«Mufasa» ist auf blue Video erhältlich oder kann ab dem 26. März auf Disney+ (im Package von blue Super Max und blue Binge erhältlich) gestreamt werden.
Disney ist nach wie vor entschlossen, weiterhin Realverfilmungen ihrer klassischen Zeichentrickwerke ins Kino zu bringen. Nun kommt der nächste Ableger im «Lion King»-Franchise, dieser folgt auf die erste Live-Action-Version aus dem Jahr 2019.
Es wird die Hintergrund-Geschichte von Simbas Vater, Mufasa, beleuchtet. Dabei werden einige Lücken gefüllt, über die sich niemand so richtig gewundert hat. Aber wir sehen es nun nichtsdestotrotz auf der Leinwand.
«Mufasa» zeigt uns, wie die junge Titelfigur durch eine Flut von seinen Eltern getrennt worden ist. Er lernt ein anderes Löwenjunges namens Taka kennen und wird von seiner Familie aufgenommen.
Und ja, Taka ist der junge Scar.
Mufasa beweist Führungsqualität, Mitgefühl, Stärke – alle Skills, die ein künftiger Anführer mitbringen muss – ganz im Gegensatz zu Taka, dem Sohn des Rudelanführers. Das Ziel ist nun, Mufasa zurück zu seiner Familie zu bringen, also begibt er sich zusammen mit Taka auf den Weg.
Dabei begegnen sie anderen Figuren, die du aus dem Original von 1994 kennst und nehmen sie als Wegbegleiter mit.
«Mufasa» braucht eine ganze Weile, um in Fahrt zu kommen. Und am Ende läufst du aus dem Kino und fragst dich: Was war jetzt genau der Punkt des ganzen Films? Ist es wirklich so relevant, wie Scar seinen Namen bekommen hat? Oder wie Mufasa zu dem geworden ist, was er in «The Lion King» repräsentiert? Vielleicht. Möglicherweise aber auch nicht. Wir alle haben eine Hintergrund-Geschichte, wie wir an einem gewissen Punkt in unseren Leben angekommen sind – muss die allerdings erzählt werden? Nö.
Gelobt werden kann der Film dennoch und zwar für seine Animationen. Das Problem grundsätzlich bei Tieren, die echt aussehen und nicht gezeichnet sind, ist die Mimik. Diese wird im Zeichentrick-Format vermenschlicht. Sie lachen, rümpfen die Nase, weinen, schauen angewidert – echten Tieren siehst du diese Emotionen am Gesicht nicht an. Im Gegensatz zum Live-Action-Remake von 2019 wurde daran ein bisschen gefeilt und die CGI-Löwen drücken ihre Emotionen nicht nur durch die Stimme aus, du siehst sie durchaus auch im Gesicht – manchmal zumindest.
Besonders heraus sticht eine Szene, in der die Animator*innen ganze Arbeit geleistet haben: Rafiki, der Affe, legt sich dabei in den Schnee und macht einen Engel mit Armen und Beinen – und wow, wie unglaublich echt und gut das aussieht, das musst du gesehen haben. Wie der Schnee mit seinem Körper interagiert, ist crazy.
Da klingelt die Kasse gleich nochmals
Die Musik ist derweil ganz in Ordnung. «Mufasa» macht, was schon «Gladiator 2» getan hat: Der Soundtrack aus dem Original wird neu verpackt, ein bisschen verändert und schon hast du Nostalgie und Emotionen beim Publikum ausgelöst. Leider mit fraglichen – eventuell faulen? – Mitteln.
Filme wie «Mufasa» entstehen, wenn ein Vorgänger einer der kommerziell erfolgreichsten Filme aller Zeiten geworden ist.
Und damit meine ich das Durchschnittswerk «The Lion King» von 2019 und nicht etwa das hervorragende Original von 1994.
Regisseur Barry Jenkins («Moonlight») spricht im Interview über seine erste Erinnerung an «The Lion King» und wie man eine neue Geschichte in dieser Welt navigiert.
Regisseur Barry Jenkins über «Mufasa»
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