Generation Z nicht belastbar?Eislaufstar Katarina Witt kritisiert fehlende Leistungsbereitschaft der Jungen
Bruno Bötschi
11.11.2025
«Wir halten den Laden am Laufen»: Eislauf-Ikone Katarina Witt über die Boomer-Generation.
Bild:Hendrik Schmidt/dpa
Katarina Witt, zweifache Eiskunstlauf-Olympiasiegerin aus Deutschland, spricht in einem Interview über die Stärken ihrer Generation. Gleichzeitig kritisiert die 59-Jährige die Unentschlossenheit der Generation Z.
Mit der deutschen Eiskunstlauf-Ikone Katarina Witt meldet sich die nächste prominente Boomerin in der Generationendebatte zu Wort – und hält nicht mit Kritik an den Jüngeren zurück, also der Generation Z.
Die 59-jährige Witt sieht in der Generation X, also den Jahrgängen 1965 bis 1980, vielmehr die tragende Säule der heutigen Gesellschaft.
«Wir halten den Laden am Laufen», sagt die zweimalige Olympiasiegerin und vierfache Weltmeisterin im Interview mit dem Nachrichtenmagazin «Focus».
Witt: «Wir haben einfach gemacht und losgelegt»
Fast ein Jahrzehnt regierte «Katarina, die Grosse» auf den Eisflächen der Welt. Am 3. Dezember wird der auch in Westeuropa früh als «schönstes Gesicht des Sozialismus» verehrte Eisstar 60 Jahre alt.
Im Interview schwärmt Katarina Witt von den Stärken ihrer Generation: «Wenn mich heute ein 28-Jähriger unschlüssig anschaut und ernsthaft meint, er müsse noch darüber nachdenken, ob sein Job das Richtige sei, dann muss ich schon sagen: Wir haben einfach mal gemacht und losgelegt.»
Der Umgang der Generation Z mit Verantwortung und Berufsleben stösst bei ihr auf Unverständnis. Ja, sie zweifelt sogar daran, ob die jüngeren Menschen für künftige Herausforderungen genügend gewappnet sind.
Witt fragt sich, ob die heutigen jungen Menschen «über die nötige Resilienz» verfügen? Ihre eigene Generation hätte sich immer wieder durch Leistungsbereitschaft und Disziplin ausgezeichnet – Eigenschaften, die Katarina Witt heute bisweilen vermisst.
Witt packte Chancen «immer bei den Hörnern»
In letzter Zeit haben sich bereits einige prominente Mitglieder der Boomer-Generation kritisch zur Unentschlossenheit und Zurückhaltung der Jüngeren geäussert – und nun also auch noch Katarina Witt.
Sie fordert zudem, die Veränderungen durch das Altern sollten nicht als Problem begriffen, sondern akzeptiert werden. «Wenn die Gesellschaft älter wird, dann verändert sie sich – und das sollten wir umarmen», so Witt gegenüber «Focus».
Die in Ost-Berlin geborene Eiskunstläuferin trat zunächst für die DDR und später für das wiedervereinigte Deutschland an. Die Chancen, die ihr das Leben geboten hat, habe sie «immer bei den Hörnern gepackt», sagt Witt.
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