ESC geht ohne Schweiz weiter Umstrittener Würge-Song und kühle Popnummer ziehen ins Finale ein

SDA

15.5.2026 - 05:50

Veronica Fusaro am ESC in Wien

Veronica Fusaro am ESC in Wien

Die zweiten Proben laufen laufen für Veronica Fusaro schon besser. Sie steht mit «Alice» im zweiten Halbfinale und mus den Sprung in den Grand Final schaffen.

11.05.2026

 Es war schon von Anfang an klar, dass es schwierig sein würde: Der Final des 70. Eurovision Song Contests (ESC) findet nun tatsächlich ohne die Schweiz statt. Weiter sind wenig überraschend Australien, Dänemark und Rumänien.

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Keystone-SDA, Redaktion blue News

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  • Nach dem zweiten Halbfinale des 70. Eurovision Song Contests (ESC) steht fest: Er findet ohne die Schweiz statt.
  • Auch im zweiten Halbfinale kommen die Favoriten weiter: Dänemark, Australien und die Ukraine.
  • Die australische Sängerin Delta Goodrem erfüllte mit der Ballade «Eclipse» hohe Erwartungen.
  • Die Rumänin Alexandra Căpitănescu kam mit ihrem kontoversen Würgelied weiter.

Es war ein Zittern bis zum Schluss. Doch nun ist klar: Das Finale des 70. Eurovision Song Contests (ESC) findet ohne die Schweiz statt. Die Enttäuschung sei in diesem Moment gross, heisst es in einem Statement von Veronica Fusaro nach ihrem Auftritt in Wien am Donnerstagabend. «Trotzdem bin ich dankbar dafür, wie viele Menschen mich und meine Musik neu entdeckt haben.» Ihr Traum lebe weiter.

«Drückt mir die Daumen, ich gebe alles. Hopp Schwiz», erklang zuvor ihre Stimme in der SRF-Übertragung, wenige Sekunden vor ihrem Auftritt. Und diesem war nicht anzumerken, dass es in den ersten Proben noch nicht ganz so reibungslos gelaufen war.

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© Emiien Itim

Veronica Fusaro und die Tänzerinnen lieferten ab. Der Auftritt habe ihr «mega Spass» gemacht, wie sie in einem Interview im Anschluss an die Show sagte. Und das merkte man auch.

Ausschlaggebend dürfte vor allem der Song gewesen sein: Die Rockballade «Alice» hob sich deutlich von den übrigen Beiträgen ab und wirkte weniger typisch für den ESC. Es sei einfach ein «tougher Song» für den ESC, räumte auch Fusaro im Interview nach dem Halbfinale ein.

Veronica Fusaro rockte am Donnerstagabend im zweiten ESC-Halbfinale.
Veronica Fusaro rockte am Donnerstagabend im zweiten ESC-Halbfinale.
Bild: Keystone/APA/Georg Hochmuth

Nicht genug Finalplätze für Gitarrensound

Dabei war ihr Stück «Alice» nicht das einzige, das rockig daherkam. Alexandra Căpitănescu hatte mit ihrem von Industrial angehauchten Rocksong «Choke Me» im Vorfeld polarisiert. Der Titel, zu Deutsch «Würge mich», würde gefährliche Sexpraktiken und Gewalt gegen Frauen verharmlosen, so die Kritik.

Geschadet hat die Kontroverse offenbar nicht – Rumänien zieht in das Finale ein. Vielleicht dank der hohen, opernhaften Gesangseinlagen im Refrain, die für kurze Nina-Hagen-Momente sorgten.

Rumänien zieht ins Finale ein: Alexandra Căpitănescu führt am Donnerstagabend in Wien ihren Würge-Song «Choke Me» auf. 
Rumänien zieht ins Finale ein: Alexandra Căpitănescu führt am Donnerstagabend in Wien ihren Würge-Song «Choke Me» auf. 
Bild: KeystoneAP Photo/Martin Meissner

Bei ihrer Abreise nach Wien hatte Fusaro gegenüber Keystone-SDA noch gesagt, dass ihr Rumänien gefährlich werden könnte, wegen einiger Ähnlichkeiten. Es könnte sein, dass das Publikum nicht zu viel Gitarrensound im Final duldet.

Zwei solche Acts schafften es jedenfalls. Mit einem Rocksong war nämlich auch Norwegen mit von der Partie. Jonas Lovv qualifizierte sich mit «Ya Ya Ya». Dieser wurde im Vorfeld von den Veranstaltern noch verwarnt, er solle seine Inszenierung weniger sexy gestalten – damit das Ganze auch familienfreundlich bleibt.

Favoriten Dänemark und Australien weiter

Weiter sind auch Dänemark und Australien, was wenig überrascht. Der dänische Musicaldarsteller Søren Torpegaard Lund wechselte in seinem wehmütigen Partysong «Før vi går hjem» auch mal in die Kopfstimme – das scheint zurzeit ein Erfolgsrezept zu sein am ESC. Dänemark zählt auch für das Finale am Samstag zu den Top-Favoriten.

Und auch Australien hatte schon vor Beginn des zweiten Halbfinales gute Vorhersagen bei den Wettbüros. Die in Gold getränkte Inszenierung der Popnummer «Eclipse» von Delta Goodrem und ihr glitzernder Flügel werden im Finale wieder zu sehen sein.

Zu den Finalisten, die sich am Donnerstag qualifizierten, gehören zudem Bulgarien, Ukraine, Malta, Zypern, Albanien und Tschechien.

Dieses Jahr nur die «Big Four»

Der 70. Eurovision Song Contest steht erneut unter dem Motto «United by Music». Im zweiten Halbfinal traten auch die bereits für das Finale qualifizierten Acts aus Frankreich und Grossbritannien auf, die zu den sogenannten «Big Five» gehören. Spanien, ebenfalls Teil dieser Gruppe, macht dieses Jahr wie weitere Länder aus Protest wegen Israels Teilnahme nicht mit.

Dadurch ist 2026 nur noch von den «Big Four» die Rede. Israel hat die Halbfinal-Hürde übrigens bereits vergangenen Dienstag geschafft und wird im Finale zurückkehren.

Ausserdem präsentierte der Vertreter des Gastgeberlandes Österreich, Cosmo, seinen Song «Tanzschein». Auch er musste nicht um den Finaleinzug bangen und wird am Samstagabend erneut auf der ESC-Bühne stehen. Das Finale findet dann um 21 Uhr in der Wiener Stadthalle statt und wird im Schweizer Fernsehen übertragen.

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