Ja, Adam Sandler hat sich diesmal ein Denkmal gesetzt

Fabian Tschamper

4.2.2020 - 11:42

Adam Sandler besuchte mit seiner Frau Jackie die diesjährigen Critics' Choice Awards – man beachte Jackies Halskette, die aus dem Namen «Howard» besteht – eine Anspielung auf «Uncut Gems».
Bild Keystone

Eigentlich steht Adam Sandler für seichte Komödien. Mit «Uncut Gems» kriegen wir aber endlich wieder den ernsten Adam. Sie müssen den Film sehen, er ist ein Meisterwerk.

Komödien von und mit Adam Sandler werden meist belächelt. Das hat nichts mit mangelndem Respekt zu tun, Achtung ist definitiv vorhanden – immerhin schreibt und produziert er seine Filme meist persönlich. Aber sie sind schlicht und einfach schlecht.

Sorry, Adam.

Genau darin könnte man jedoch die Parallele sehen zwischen Sandlers echtem Leben und seiner Rolle im neuen Netflix-Drama «Uncut Gems». Er trifft eine schlechte Entscheidung nach der anderen – in seinem Leben bezüglich Komödien, im Film punkto Geld.



Doch genug Bashing, was seine lustigen Filme angeht.

Ich bin ein Fan von Adam Sandler – und zwar nicht nur, weil er der bodenständigste Typ in Hollywood sein dürfte: Er trägt Shirt und Jeans, wo andere einen Smoking anziehen.

Adam Sandler traf immer wieder bewusst die Entscheidung, mit seiner Produktionsfirma Filme auf die Leinwand zu bringen, deren Tiefe mit einer Pfütze nach Nieselregen zu vergleichen sind. Nur wenn er mit anderen kreativen Köpfen zusammenarbeitet, dann blüht Adam Sandler regelrecht auf.

«Uncut Gems» beschreibt die Geschichte des jüdischen Juweliers Howard Ratner (Sandler). Er scheint schon zu Beginn des Films in einem Schuldenberg zu stecken. Und wenn er dann doch mal an Geld kommt, verwettet er es prompt – Motto: Lieber die Chance auf mehr wahren, als ein paar Schulden abzahlen.

Freilich versinkt er immer tiefer in seinen Schulden. Und Pech kommt auch noch hinzu.

Adam Sandlers Performance als Howard Ratner ist so gut, dass ich mich frage, warum er nicht vermehrt auf Dramen setzt. Er ist sogar so gut, dass er sich eine Nomination bei den Oscars verdient hätte – ja, und sodann hätte seine Konkurrenz wohl mit dem Schlimmsten zu rechnen gehabt.

Regelmässig gibt es werktags um 12 Uhr bei «Bluewin» die Kolumne am Mittag – es dreht sich um bekannte Persönlichkeiten, mitunter auch um unbekannte – und manchmal wird sich auch ein Sternchen finden.

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