«Aquaman» Jason Momoa: «In meiner Familie gibt es viele ‹Wassermänner›»

Marlène von Arx

17.12.2018

Frauen finden ihn heiss, er hat’s lieber kalt: «Aquaman» Jason Momoa über das Filmen ohne Wasser, wahre Liebe und wie er gedenkt, das Finale von «Game of Thrones» zu feiern.

«Aquaman» erzählt die Story des gleichnamigen Unterwasser-Superhelden aus dem «DC Comics»-Universum. Sind Ihnen bei den Dreharbeiten Schwimmhäute gewachsen?

[lacht] Nein, denn ich war nur einen Tag lang im Wassertank. Der Rest der Zeit flogen wir an Kabeln herum, und das Wasser wurde am Computer generiert. Mehr echtes Wasser wäre mir lieber gewesen. Denn wenn die untere Körper-Hälfte in einem Sicherheitsgurt hängt, kämpfst du konstant gegen die Schwerkraft und fällts dauernd vornüber. Das war wohl die grösste Herausforderung bei diesem Film: Schön horizontal in Schwimmposition zu bleiben …

«Aquaman» – der Trailer

«Aquaman» – der Trailer

In «Aquaman» mit Jason Momoa in der Hauptrolle geht es um die Vorgeschichte des halb menschlichen Atlanters Arthur Curry, der sich seinem Schicksal stellen muss. Aber verdient er es überhaupt, die ihm von Geburt an zustehende Königswürde anzunehmen?

14.12.2018

Wie haben Sie es denn generell so mit den Naturelementen? In Ihrer Pionier-Serie «Frontier» auf Netflix sind Sie ja angeblich dauernd in der Kälte.

Ich liebe die Kälte! «Aquaman» und «Frontier» kombiniert perfekt, wie ich aufgewachsen bin: Ich bin in Hawaii geboren und daher sehr verbunden mit dem Wasser. In meiner Familie gibt es viele «Wassermänner» – also Rettungsschwimmer und Surfer. Ich bin nicht der grossartigste Surfer, aber es macht mir Spass. Wasser ist mein Lehrer – manchmal vermöbeln mich seine Wellen, manchmal lehrt es mich, geduldig zu sein und auf eine Welle zu warten. Später in meiner Kindheit sind wir nach Iowa gezogen, wo es sehr kalt wird. Ich mag die Hitze allgemein nicht. Kaltes Wasser ist eher mein Ding. Übrigens: Das Wasser in Neufundland, wo wir «Frontier» drehen, ist kälter als in Island. Das hätte ich nicht gedacht.

Stimmt es, dass Sie Meeresbiologie studiert haben?

Ist das nicht schräg?! Ich liebe das Meer und wollte schon als Kind Meeresbiologe werden. Ich habe Vorkurse fürs College in diesem Fach belegt, und in den Frühlingsferien ging ich in ein Camp in den Florida Keys, um vor Ort zu studieren. Ich wählte Meeresbiologie als Hauptfach für mein Studium in Hawaii, aber schliesslich kam «Baywatch: Hawaii» dazwischen, und ich wurde Schauspieler.

Nicole Kidman ist auch in Hawaii geboren. Sie spielt in «Aquaman» Ihre Mutter. Wie war das für Sie?

Die Szene, in der wir uns zum ersten Mal sehen, war eines meiner absoluten Highlights in diesem Film. Als Schauspieler musste ich mich da wirklich konzentrieren. Gleichzeitig konnte ich aus der ersten Reihe sehen, was sie macht und wieso sie eine Oscar-Preisträgerin ist. Es würde mich nicht wundern, wenn sie dieses Jahr auch wieder einen gewinnen würde. Go Ma! [lacht]

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Arthur, wie Aquaman eigentlich heisst, hadert mit der ihm aufgezwängten Führungsposition. Wie stehen Sie dazu persönlich? Sind Sie ein geborener Leader?

Ich bin sicher nicht so zurückhaltend wie Arthur. Vermutlich, weil ich eine Familie habe. Wenn man Frau und Kinder hat, kann man nicht zurückhaltend sein. Ich muss raus und für den Unterhalt sorgen. Arthur muss das nicht. Ich habe zwei Firmen, in denen ich Leute führe, die mich wiederum unterstützen. Ich glaube an meine Freunde und will sie mitziehen, dass sie auch kreativ sein und Kunst machen können. Und ich will, dass meine Kids sehen, dass ich glücklich bin bei dem, was ich mache.

Ihre Kinder Wolf und Lola sind zehn und elf Jahre alt. Was bedeutet es den beiden, dass ihr Dad einen Superhelden spielt?

«Aquaman» war für sie nicht so besonders. Lola war mit mir schon auf dem Set von «Game of Thrones» und dachte wohl bei Kampfszenen, dass ich mit einem Typen eine Ketchup-Schlacht mache. Der Film, der ihnen am meisten einfuhr, war «Justice League», weil sie Batman und Wonder Woman treffen konnten. Das war das Grösste in ihren Augen. Da waren sie auch noch jünger und glaubten wirklich an diese Superhelden. Aber vielleicht kann ich ja andere Kids in der Welt draussen inspirieren, indem sie mal einen Superhelden mit brauner Hautfarbe sehen.

Jason Momoa mit seiner Mutter Coni, Gattin Lisa Bonet und den gemeinsamen Kindern Wolf und Lola an der «Aquaman»-Premiere in Los Angeles.
Keystone

Ihre Mutter ist weiss, Ihr Vater ur-hawaiianischer Abstammung. Ob auf Sets oder bei Premieren: Sie lassen sich gerne zum traditionellen Haka hinreissen. Wie verbinden Sie Ihre Arbeit mit der Spiritualität der Ur-Völker?

Das ist eine gute Frage. Darüber habe ich eigentlich gar noch nicht gross nachgedacht. Das mit dem Haka hat als Geburtstagsüberraschung bei den Dreharbeiten angefangen. Meine Frau und die Crew führten mich an der Nase herum und direkt in eine Falle, denn ich lasse mich gar nicht gerne überraschen. Und auf einmal war da eine gigantische Crew von Maoris, die einen traditionellen Haka aufführten.

Sie sind mit der Schauspielerin Lisa Bonet schon dreizehn Jahre zusammen, haben aber erst letztes Jahr geheiratet. Fühlt sich die Beziehung mit einem Trauschein nun anders an?

Nein, wir waren meines Erachtens schon vom ersten Tag an verheiratet. Wir luden nur niemanden dazu ein. Ich habe sie immer «meine Frau» genannt. Letztes Jahr haben wir einfach mal eine grosse Party mit Freunden aus aller Welt gefeiert und unsere beiden Stämme am gleichen Ort vereint.

Sie haben in einer Talk-Show erzählt, dass Sie schon als Bub in Lisa Bonet verknallt waren, als sie noch in der «Cosby Show» auftrat. Wie hat sie darauf reagiert?

Jetzt lacht sie darüber. Aber fragen Sie sie lieber selber. So oder so: Was wir haben, ist die wahre Liebe.

Sie haben «Game of Thrones» erwähnt. Sie spielten in der ersten Staffel Khal Drogo, den Anführer der Dothraki. Interessiert es Sie immer noch, was in der Serie abgeht und wer am Schluss auf dem Thron sitzen wird?

Natürlich! Ich werde an der Premiere der letzten Staffel mit dabei sein und meine Freunde unterstützen. Es ist auch unsere Lieblingsserie zu Hause.

Wer Ihnen auf Instagram folgt, kennt Ihr Lieblingsgetränk: Mit wie vielen Guinness-Bieren werden Sie das Ende feiern?

[lacht] Das ist schwer vorauszusagen!

«Aquaman» läuft ab Donnerstag, 20. Dezember, in unseren Kinos.

Hollywood-Reporterin Marlène von Arx traf Jason Momoa zum Interview.
ZVG
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