Der Chewbacca-Darsteller Peter Mayhew ist mit 74 Jahren gestorben

fts/Agenturen

3.5.2019

Er war der zottelige Chewbacca in «Star Wars» und kämpfte sich einmal für die Rolle aus dem Rollstuhl zurück. Nun ist der wahrlich riesige Schauspieler Peter Mayhew gestorben. 

Der US-Schauspieler Peter Mayhew, bekannt als Chewbacca in den «Star Wars»-Filmen, ist tot. Mayhew ist im Alter von 74 Jahren in seinem Haus im US-Teilstaat Texas gestorben, teilte seine Familie mit. Mayhew sei am Dienstag verstorben, umgeben von Familienmitgliedern. Eine Todesursache nannte die Familie nicht.

Mayhew hinterlässt eine Frau und drei Kinder. Ende Juni sei eine Trauerfeier für Freunde und Angehörige geplant, für Fans soll im Dezember in Los Angeles ein Treffen stattfinden, hiess es in der Mitteilung.

Der 2,21 Meter grosse Schauspieler wurde 1944 in London geboren und wuchs dort auf. Seine erste Kinorolle spielte er in den 1970er Jahren im Film «Sinbad and the Eye of the Tiger» – er verkörperte darin einen Minotaurus. Mayhew arbeitete in einem Spital, als «Star Wars»-Schöpfer George Lucas ihn 1977 entdeckte. Dann fing seine Reise als Chewbacca an.

Das erste Mal verkörperte Mayhew Chewbacca in «Star Wars» (1977) und dann drei Jahre später in «The Empire Strikes Back» (1980). Obwohl er als haariger Schmuggler an der Seite von Harrison Ford kein Wort sagte, sondern lediglich schrie oder mit dem Kopf nickte, war die Resonanz auf diesen Charakter unfassbar positiv. Chewbacca war und ist ein Fanliebling.

Es folgten noch drei weitere «Krieg der Sterne»-Filme. «Return of the Jedi» (1983) war lange Zeit der letzte Auftritt für Mayhew im Chewbacca-Kostüm, erst 2005 schwitzte er wieder als haariges Alien in «Revenge of the Sith». Zum letzten Mal stellte Mayhew den beliebten Charakter im Jahr 2015 dar – in der Episode sieben: «The Force Awakens».



«So viel mehr als eine Filmrolle»

Er habe sich sogar aus dem Rollstuhl zurückgekämpft, um in der siebenten Episode der Science-Fiction-Filmreihe noch einmal Chewbacca spielen zu können, schreibt die Familie. «Er hat sein Herz und seine Seele in die Rolle von Chewbacca gesteckt und zeigte dies in jedem Einzelbild des Films.»

Nach seinem letzten Auftritt führte er wegen gesundheitlicher Probleme seinen Nachfolger, den Finnen Joonas Suotamo, in die Rolle ein. Chewbacca ist in der «Star Wars»-Reihe der treue Gefährte von Han Solo, der als Co-Pilot das Raumschiff Millennium Falcon steuert.

«Für ihn bedeutete die Star-Wars-Familie so viel mehr als eine Filmrolle. Die Beziehungen, die damals begannen, wurden zu Freunden und einer Familie, die er in den folgenden Jahrzehnten geliebt hat», schrieb die Familie. Mayhew habe lebenslange Freundschaften mit anderen Star-Wars-Schauspielern geschlossen, und sei drei Jahrzehnte lang durch die Welt gereist, um seine Fans zu treffen.



Sanftester aller Giganten

Der Schauspieler Mark Hamill – der Luke Skywalker der «Star Wars»-Filme – würdigte Mayhew am Donnerstag als «den sanftesten aller Giganten». Der Darsteller sei ein «grosser Mann mit einem noch grösseren Herz» gewesen.

Sein jahrzehntelanger Schmuggel-Partner Harrison Ford findet ebenfalls herzerwärmende Worte für den Hünen: «Peter Mayhew war ein gütiger Mensch und besass einen noblen Charakter. Diese Züge in seiner Persönlichkeit hat er auf Chewbacca übertragen. Wir waren Partner in den Filmen und über 30 Jahre lang Freunde im echten Leben – ich liebte ihn. Peter hat nicht weniger als seine Seele in den Charakter gesteckt und das blieb auch bei den Fans nicht unbemerkt. Der ganze Erfolg von ‹Star Wars› ist auch auf die Lieblingsfigur der Fans zurückzuführen – Chewbacca. Ruhe sanft, mein lieber Freund.»

Auch «The Force Awakens»-Regisseur J.J. Abrams äusserte sich auf den sozialen Medien. «Peter war der liebenswerteste Mensch ... gütig, geduldig, unterstützend und ermutigend. Es war eine Freude mit ihm zu arbeiten und ich vermisse ihn jetzt schon sehr.»

Laut seiner Familie war Mayhew in verschiedenen Non-Profit-Organisationen aktiv und gründete die Peter-Mayhew-Stiftung, die sich laut der Website dafür einsetzt, Menschen mit Krankheiten, Schmerzen und finanziellen Belastungen nach traumatischen Ereignissen Erleichterung zu verschaffen.

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