Grün und so viele Besucher wie noch nie – so war das ZFF 2019

fts

7.10.2019 - 11:53

Premieren so weit das Auge reicht: Das 15. Zürcher Film Festival lockte so viele Besucher an wie noch nie. Zudem stand das Event gänzlich im Zeichen der Umwelt – filmisch und unter den Stars.

Javier Bardem weint, Kristen Stewart spricht aus dem Nähkästchen und 117'000 Menschen sind vor Ort dabei. Das 15. Zurich Film Festival ist zu Ende und lockte im Vergleich zum Vorjahr 13'000 Besucher mehr an. «Dies zeigt, dass unser Festival in der Schweiz gut verankert ist und auch stetig an internationaler Ausstrahlung gewinnt», erklären die beiden Co-Gründer Nadja Schildknecht und Karl Spoerri.

Besonders erfreulich sei auch, dass der Fokus Wettbewerb mehr Besucher verzeichnete als letztes Jahr: Filme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bekommen da ihre verdiente Leinwand-Zeit. Auch andere Events freuten sich über mehr Gehör, darunter finden sich der Internationale Dokumentarfilm-Wettbewerb, das «ZFF für Kinder» und die neue Sektion «Hashtag», die dieses Jahr dem Thema «Speaking the Truth» gewidmet war. «Nach den Vorstellungen gab es oft engagierte Diskussionen des Publikums mit den Filmschaffenden und auch die Medien haben die relevanten Zeitfragen aufgegriffen.»



Der eigentliche Star war die Umwelt

Preisträger gab es natürlich zur Genüge: Unter den Ehrengästen wurde Regisseur Roland Emmerich mit dem «A Tribute to... Award» ausgezeichnet für seine grossangelegten Katastrophenfilme mit bildgewaltigen Spezialeffekten. Das ZFF honorierte den Deutschen zudem mit einer zehn Werke umfassenden Retrospektive seiner Karriere.

Ikonische Rollen spielte Cate Blanchett unzählige, was ihr am 15. ZFF auch den «Golden Icon Award» einbrachte. Die zweifache Oscargewinnerin («Aviator», «Blue Jasmine») nahm den Preis am 5. Oktober entgegen und schwärmte von Zürich und dem jährlichen Grossevent. Premiere feierte indes ihr neuster Film «Where'd you go, Bernadette». Er basiert auf dem gleichnamigen Roman von Autorin Maria Semple. Blanchett spielt eine Architektin mit mysteriöser Vergangenheit, welche ihre Tochter langsam enthüllt.



Die jüngste und gleichzeitig anziehendste Persönlichkeit am ZFF war dieses Jahr wohl Kristen Stewart. Die 29-Jährige erhielt den «Golden Eye Award», der sich für Talente empfiehlt, die man buchstäblich im Auge behalten sollte. Sie erlangte Weltruhm mit der «Twilight»-Saga, konnte sich aber auch in anderen Rollen behaupten: Darunter finden sich «Snow White and the Huntsman» oder auch «Sils Maria». Am ZFF präsentierte sie zudem ihren aktuellen Streifen «Seberg».

Der weinende Javier Bardem

Der spanische Schauspieler stellte sich den brennenden Fragen der Gäste während des Talks des «ZFF Masters». Immer wieder legte er den Fokus auf das Umweltpolitische. Als ihm eine genau solche Frage gestellt wurde, konnte er seine Tränen nicht mehr zurückhalten: «Dass du hergekommen bist, um über dieses Thema zu reden, während du in deinem Zimmer sitzen und gamen könntest, berührt mich sehr», sagte der 50-jährige Oscarpreisträger («No Country for Old Men»).



Grosse Unterstützung seinerseits kam auch Greta Thunberg zugute. Bardem betonte mehrfach, dass die ältere Generation den jungen Menschen in Umweltangelegenheiten vertrauen und ebenfalls intelligente Entscheidungen an der Urne treffen soll.

Das 15. Zurich Film Festival war das letzte mit den beiden Gründern Nadja Schildknecht und Karl Spoerri. Ab nächstem Jahr übernimmt der Journalist Christian Jungen die künstlerische Leitung.

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