Geburtstag Hollywood-Legende mit Hang zur Esoterik – Shirley MacLaine wird 85

dpa/fts

24.4.2019

Shirley MacLaine ist eine der letzten Hollywood-Grössen, glamourös, schlagfertig und talentiert. Mit 85 Jahren ist sie vom Ruhestand weit entfernt.

In «Zu guter Letzt» stellt Shirley MacLaine im fortgeschrittenen Alter ihr schauspielerisches Können wunderbar unter Beweis. In der Komödie verwandelt sie sich in eine biestige alte Dame, die kurz vor ihrem Ableben nichts dem Zufall überlassen will und noch zu Lebzeiten einen Nachruf in Auftrag gibt. Pech nur, dass niemand in ihrem Umfeld etwas Gutes über die reiche Rentnerin zu sagen hat.

MacLaine hat dieses Problem im echten Leben wohl nicht: Sie wird als Hollywood-Legende verehrt. Bei der Oscar-Verleihung im Jahr 2017 schallte der Schauspielerin lauter Applaus entgegen, als sie zusammen mit Charlize Theron die Trophäe für den besten Auslandsfilm verlieh.

Der Geist ist jung

Ihr einst feuerroter Haarschopf ist in den vergangenen Jahren nur leicht ergraut. Von Ruhestand will die Leinwand-Veteranin nichts wissen. 2018 mischte MacLaine in der Verfilmung von Michael Endes «Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer» mit. In dem Familienabenteuer lieh die Oscar-Preisträgerin dem Drachen «Frau Mahlzahn» in der internationalen Fassung ihre Stimme. In der Fantasy-Komödie «Das erstaunliche Leben des Walter Mitty» spielte sie die Mutter von Hauptdarsteller Ben Stiller. Zuvor mimte sie in «Bernie – Leichen pflastern seinen Weg» eine reiche Witwe und in «Valentinstag» eine glücklich verliebte Großmutter.

2013 überreichte der damalige US-Präsident Barack Obama der Schauspielerin eine weitere Trophäe, den Kennedy-Preis für ihr Lebenswerk. Kurz zuvor hatte MacLaine ein weiteres Buch vorgestellt. In «What If...» sinnierte die Esoterik-Autorin über Lebensfragen, auch über das Alter. Auf ihrer Twitter-Seite listet sie die Stichworte «Spiritualität, Erleuchtung, Meditation» auf.

Esoterik auf jegliche Art and Weise

Die New-Age-Aktivistin redet oft über Sinnfragen und Außerirdische. «Ich lese viel über Prophezeiungen und darüber, wie Menschen solche Vorhersagen aufnehmen. Ich interessiere mich genauso für das Phänomen der Ufos, möchte so viel wie möglich über diese Realität erfahren», hatte sie im Jahr 2011 der Deutschen Presse-Agentur gesagt. «Wenn ich mir etwas für die Zukunft wünschen dürfte, wäre es, dass wir Menschen uns vom Materialismus abkehren und uns wieder mehr der Natur zuwenden.» Aus Hollywood setzte sich der Star früh ab: MacLaine lebt auf einer kleinen Farm in Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico und im kalifornischen Malibu.

Die Tochter des Psychologieprofessors Ira Beaty und der Schauspiellehrerin Kathlyn MacLean nahm früh Ballettunterricht, mit 18 tanzte sie am Broadway. Auch ihr Bruder Warren Beatty wurde zum Filmstar.

Alfred Hitchcock hatte die Schauspielerin 1954 am Broadway erlebt und für seine schwarze Komödie «Immer Ärger mit Harry» verpflichtet. Sie war eine der begehrtesten Komikerinnen jener Zeit und gewann viele Filmpreise. MacLaine holte Golden Globes unter anderem für Billy Wilders Komödien «Das Apartment» und «Das Mädchen Irma La Douce».

«Das habe ich verdient»

Auf einen Oscar musste MacLaine lange warten: Nach mehreren Nominierungen bekam sie 1984 für die Hauptrolle der kratzbürstigen Mutter Aurora in «Zeit der Zärtlichkeit» endlich auch diese Auszeichnung. Es war ihre fünfte Oscar-Nominierung als Hauptdarstellerin. «Das habe ich verdient», sagte sie damals triumphierend auf der Bühne.

In ihrer 2011 erschienenen Autobiografie «Damit bin ich durch: und weitere Geständnisse» erzählte MacLaine freimütig über frühere Affären mit Schauspielern, Regisseuren und Politikern. Ihre 1982 geschiedene Ehe mit dem Produzenten Steve Parker hielt zumindest auf dem Papier fast 30 Jahre. Ihr einziges Kind, Tochter Stephanie Sachiko Parker, kam 1956 zur Welt.

In dem Buch «Lucky Me: My Life With – and Without – My Mom, Shirley MacLaine» klagte die Tochter über eine einsame, lieblose Kindheit und Entfremdung von ihrer Mutter. Sie sei «schockiert» über die «frei erfundenen» Behauptungen ihrer Tochter, sagte MacLaine damals in einer Stellungnahme der Zeitung «USA Today». Sie habe immer nur das Beste für sie gewollt.

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