Homosexualität im Fussball – ein Tabu?

Fabian Tschamper

3.5.2020 - 14:00

Max Hubacher und Aaron Altaras im Schweizer Filmdrama «Mario» von 2018.
Frenetic Films

Der Schweizer Film «Mario» wird in der TV-Premiere heute Abend gezeigt. Wie viel Wahrheit verbirgt sich hinter dem Drama um zwei Fussballer, die sich lieben?

Regisseur Marcel Gisler («Lüthi & Blanc») erzählt die Geschichte von einer Liebe zwischen zwei Fussballern. Homosexualität wird in diesem Mannschaftssport verspottet und die Protagonisten befinden sich in einer Zwickmühle zwischen Gesellschaft und Erfolg.

Der Young-Boys-Stürmer Mario hat beste Chancen, um von der U21 in die erste Mannschaft des Berner Vereins aufzusteigen. Allerdings erhält er unerwartete Konkurrenz von Leon, der aus Deutschland in die Schweiz gezogen ist. Auf dem Fussballplatz sind die beiden Rivalen, alsbald kommen aber echte Gefühle für einander auf. Als sie gemeinsam eine Spielerwohnung beziehen, nähern sie sich immer mehr – noch sehr unbeholfen.

Doch lieber der Karriere treu bleiben

Die Gerüchteküche brodelt, Mario und Leon werden von ihren Mannschaftskollegen deswegen gemobbt. Mario steht nun zwischen der Liebe und seiner Karriere: Bleibt er für seinen persönlichen Erfolg heterosexuell oder riskiert er ein Coming-out für den Preis einer Profifussball-Karriere?

Der Film feierte an den Solothurner Filmtagen 2018 Premiere. Marcel Gisler beschreibt ihn folgendermassen: «Man darf viele Emotionen ausdrücken und sich praktisch überall berühren, aber man darf im Fussball nicht schwul sein – diese Grenze darf nicht überschritten werden. Schliesslich will man als ‹ganzer Mann› wahrgenommen werden und da hat Homosexualität nichts zu suchen.» Im Zentrum des Films stehe die Selbstverleugnung. Mario, der mit sich ringt, sich Leon hingibt, dann aber doch wieder einen Rückzug macht.

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