Spielberg gegen Netflix Steven Spielberg verbietet Netflix die Oscars – der Streamingdienst kontert

Fabian Tschamper

5.3.2019

Steven Spielberg und Netflix sind auf Kriegsfuss. Spielberg will den Streamingdienst nicht bei den Oscars dabeihaben.
Steven Spielberg und Netflix sind auf Kriegsfuss. Spielberg will den Streamingdienst nicht bei den Oscars dabeihaben.
Keystone

Netflix sieht sich beraubt bei den Oscars 2019. Trotz sieben Nominierungen und drei Goldenen Statuen für Alfonso Cuaróns «Roma»: Den Preis für den besten Film gab es nicht. Jetzt hat der Streaming-Riese genug.

Das klassische Kino verliert an Popularität. Das grosse Geld liegt in der modernen Welt bei den Streamingdiensten. Längst können sich Anbieter wie Amazon Prime und Netflix Produktionen leisten, die jenen aus Hollywood – zumindest in finanzieller Hinsicht – das Wasser reichen können. In den vergangenen Jahren hat die Qualität der Produkte dank dem Cashflow in der Branche auch zugenommen. Die drei Oscargewinne von «Roma» sind Netflix aber nicht genug, denn jener für den besten Film ging bekanntlich an «Green Book».

Grund genug für Netflix ein paar Geldsäcke in die Hand zu nehmen und sie fein säuberlich Martin Scorsese zu Füssen zu legen. Ja, DER Martin Scorsese – verantwortlich für «Good Fellas», «Gangs of New York» und aktueller auch für  «The Wolf of Wall Street». Der heute 77-jährige Amerikaner stand sogar bei Michael Jacksons Musikvideo zu «Bad» hinter der Kamera.

Sein neustes Projekt, das exklusiv auf Netflix erscheinen soll, heisst «The Irishman». Mit von der Partie sind Robert DeNiro, Al Pacino, Joe Pesci und Harvey Keitel. Sie sind allesamt gute Freunde Scorseses und Legenden der schauspielerischen Kunst.

Die Handlung des Films dreht sich um den titelgebenden Auftragsmörder Frank «The Irishman» Sheeran, der mit der amerikanischen Cosa Nostra assoziiert wurde. Die Geschichte beruht also auf wahren Begebenheiten – eine sogenannte True-Crime-Verfilmung. Der kürzlich veröffentlichte Teaser zum Film gibt zwar nicht viel her, steigert aber doch die Vorfreude auf das Mammut-Projekt. Erscheinen soll er im Herbst 2019.

Netflix erhofft sich mit dem Scorsese-Streifen endlich den prestigeträchtigsten Oscar überhaupt: den für «Best Picture». Mit Scorsese hat das aufstrebende Unternehmen einen Regisseur mit an Bord, der zumindest einen Oscar im Sack hat – für den Intrigen-Thriller «The Departed».

Akzeptanz und nicht Toleranz

Netflix' Bemühungen sind aber bis jetzt nur Tropfen auf dem vielzitierten heissen Stein. Das Problem ist ein grösseres: Die Oscar Academy – allen voran Steven Spielberg – will den Streamingdienst nicht an den Oscars überhaupt haben. Denn nur im öffentlichen Kino «könne sich ein kommerzieller Erfolg abzeichnen». Für den Star-Regisseur ist klar: Geld ist gleich Qualität. Das stösst den Machern beim Streaming-Giganten sauer auf. Geld spiele eine Rolle, sollte aber nicht der entscheidende Faktor für eine Oscarprämierung sein.

Schon vor den Oscars 2019 hatte Spielberg ähnliche Kritik verlauten lassen,  diese bewahrheitete sich jedoch nicht. Netflix konnte trotz Gegenwind ein grösseres Stück vom Kuchen einheimsen mit den drei Oscars für «Roma». «The Irishman» soll dereinst dafür sorgen, dass Nicht-Hollywood-Produktionen den Respekt bekommen, den sie mitunter verdienen.

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