«Plötzlich waren viele gegen uns»«Friends»-Star Lisa Kudrow spricht über tiefe Krise
Bruno Bötschi
23.5.2026
«Ich versuche, mich darauf zu konzentrieren, was mir wirklich Freude macht»: Lisa Kudrow.
Bild:Getty Images for HBO
Das Staffelfinale ist gelaufen – und eine Fortsetzung unwahrscheinlich: Lisa Kudrow blickt auf «The Comeback» zurück und spricht so offen wie selten über Zweifel, Ruhm und einen Moment, der sie tief berührt hat.
Teleschau
23.05.2026, 16:41
Bruno Bötschi
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Schauspielerin Lisa Kudrow blickt auf das mögliche Ende der TV-Serie «The Comeback» zurück – eine vierte Staffel gilt derzeit als unwahrscheinlich.
Die «Friends»-Ikone spricht offen über Erfolgsdruck, Kritik und den Moment, als sich die Stimmung gegen die Kultserie drehte.
Besonders emotional: Lisa Kudrow stand erstmals mit ihrem Sohn Julian vor der Kamera – an genau dem Ort, an dem einst «Friends» gedreht wurde.
Manchmal endet eine TV-Serie nicht mit einem klaren Schlussstrich. Sondern eher wie ein leiser Nachhall. So ähnlich fühlt sich das Staffelfinale von «The Comeback» an.
Eine vierte Staffel gilt derzeit als unwahrscheinlich – und vielleicht passt genau das zu dieser Serie. Denn «The Comeback» war nie laut. Sondern unangenehm ehrlich.
Für Lisa Kudrow zumindest war dieses Gefühl immer zentral: «Man spürt sofort, wenn sich etwas verändert – auch wenn es niemand ausspricht.» Ein Satz, der nicht nur zur Serie passt – sondern auch zu ihrer eigenen Karriere.
Während der Zeit von «Friends» habe es eine Phase gegeben, in der sich plötzlich alles drehte. «Die Leute waren übersättigt. Plötzlich waren viele gegen uns», erinnert sich die 62-Jährige. Was folgte, war kein grosser Plan. «Kopf runter, keine Interviews mehr – einfach arbeiten.»
Kudrow: «Man wird ständig bewertet, ständig verglichen»
In der dritten Staffel von «The Comeback» (zu sehen bei Sky, WOW und HBO Max) kehrt Kudrow als Valerie Cherish zurück – eine Figur, die verzweifelt versucht, relevant zu bleiben.
Diesmal geht es um Künstliche Intelligenz, Selbstinszenierung – und die Frage, wie viel Kontrolle wir überhaupt noch haben. «Wir hatten das Gefühl, die Welt ist an einem Punkt der Verzweiflung angekommen», sagt Kudrow. Nicht nur in Hollywood. Sondern überall. Menschen kämpfen um Jobs. Um Sichtbarkeit. Um ihre Identität.
Eine Frage, die auch sie selbst kennt. «Man wird ständig bewertet, ständig verglichen», sagt Kudrow. Und irgendwann kommt sie unweigerlich: ‹Wo gehöre ich noch hin?› Doch ihre Antwort ist heute eine andere als früher. «Ich versuche, mich darauf zu konzentrieren, was mir wirklich Freude macht.»
Erste Szene mit Sohn: «Die werde ich nie vergessen»
Besonders persönlich wird Kudrow, wenn sie über einen Dreh spricht, der für sie alles verändert hat. Zum ersten Mal stand sie gemeinsam mit ihrem Sohn Julian Murray Stern vor der Kamera. «Während der Szene habe ich komplett vergessen, dass er mein Sohn ist», erzählt sie.
Und dann dieser Moment. Stage 24. Der Ort, an dem einst «Friends» entstand. «Ich habe ein Foto von ihm – da ist er zwei Jahre alt und steht genau dort. Und jetzt steht er wieder da. Als Schauspieler.»
Eine Erinnerung, die bleibt. «Das hat mich wirklich berührt. Diesen Moment werde ich nie vergessen.»
Letztendlich geht es für Kudrow nicht um Erfolg, betont die US-Schauspielerin. Nicht um Schlagzeilen. Sondern um etwas viel Einfacheres. «Es gibt nichts Besseres, als Menschen zum Lachen zu bringen», sagt sie. Weil es in diesem Moment nicht um sie gehe. Sondern um das, was sie anderen geben könne.
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