Proteste wegen Israel Glitzer, Buh-Rufe, Polizeischutz – ESC-Wahnsinn startet in Wien

Gabriela Beck

10.5.2026

Tausende Fans feiern in Wien den Auftakt des Eurovision Song Contest mit Glitzer, Musik und euphorischer Stimmung. Doch hinter der bunten Fassade brodeln politische Proteste und massive Sicherheitsängste wegen Israels Teilnahme.

Redaktion blue News

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Der ESC ist mit einer bunten Parade und tausenden Fans offiziell in Wien gestartet.
  • Gleichzeitig sorgen Boykotte, Proteste gegen Israels Teilnahme und ein Grossaufgebot der Polizei für Spannungen.
  • Am Donnerstag, 14. Mai, tritt die Schweizer Sängerin Veronica Fusaro im zweiten Halbfinal des ESC in Wien auf.

Mit einer farbenfrohen Parade durch Wien ist der Eurovision Song Contest (ESC) offiziell eröffnet worden.

Die Delegationen der 35 Teilnehmerländer zogen am Sonntag vor tausenden Fans vom Burgtheater zum Rathaus der österreichischen Hauptstadt, wo der schon traditionelle türkisfarbene Teppich auf die Künstler wartete. Ziel des bunten Rahmenprogramms mit vielen Veranstaltungen ist es, die Fans in Stimmung zu bringen.

An der 70. Ausgabe des Wettbewerbs nehmen allerdings so wenige Länder teil wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr. Spanien, Irland, die Niederlande, Island und Slowenien sind aus Protest gegen Israels Teilnahme nicht dabei. Sie begründen dies mit Israels Vorgehen im Gazastreifen nach dem brutalen Überfall der radikalislamischen Hamas am 7. Oktober 2023.

Demo unter Polizeischutz gegen Teilnahme Israels

Auch mehr als tausend Künstler oder Bands wie Peter Gabriel und Massive Attack riefen deswegen zum Boykott des diesjährigen ESC auf. Rund um den Wettbewerb sind sowohl pro-palästinensische als auch pro-israelische Demonstrationen in Wien geplant. Am Sonntag fand unter starken Sicherheitsvorkehrungen eine erste Demo gegen die Teilnahme Israels statt. Hunderte Polizisten sollen bis zum ESC-Finale am kommenden Samstag für Sicherheit sorgen.

Am Donnerstag, 14. Mai, tritt die Schweizer Sängerin Veronica Fusaro im zweiten Halbfinal des ESC in Wien auf. Damit die Nervosität im entscheidenden Moment nicht Überhand nimmt, setzt die Thunerin auf eine ungewöhnliche Taktik, nämlich Jonglieren.

«Ich kann es kaum erwarten, bis hier die Eröffnungsfeier losgeht und ich bald auf der riesengrossen Bühne stehen darf. Schon beim Gedanken daran bekomme ich Hühnerhaut», sagte Fusaro am Samstag zur «Schweizer Illustrierten».

Das Jonglieren für den Abbau von Nervosität habe sie sich beim spanischen Tennisspieler Carlos Alcaraz abgeschaut. «Wenn ich mich auf die Bälle konzentriere, bin ich so fokussiert, dass ich das Drumherum ausblende», so Fusaro. Als Ausgleich zur körperlichen Belastung wiederum hält sich Fusaro mit Joggen, Pilates und Ausdauertraining fit.

Finnland ist Favorit für den diesjährigen ESC-Sieg

Bei den Halbfinals am Dienstag 12. Mai und Donnerstag 14. Mai treten je 15 Teilnehmer an.

Klarer Favorit für den diesjährigen ESC-Sieg ist den Wettbüros zufolge das finnische Duo Linda Lampenius und Pete Parkkonen mit ihrem von einem eindrucksvollen Geigenpart geprägten Song «Liekinheitin», gefolgt von dem Griechen Akylas mit seiner Spassnummer «Ferto». Auch Dänemark, Australien, Frankreich und Israel werden Siegchancen zugerechnet.

Vergangenes Jahr hatte der österreichische Countertenor JJ mit seinem Song «Wasted Love» den ESC gewonnen und den diesjährigen Wettbewerb damit in die Alpenrepublik geholt.

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