Grenzerfahrung für Hollywood-Stars So hart war der Dreh von «Avatar»

Vania Spescha

8.11.2025

Regisseur James Cameron mit den Schauspielern Trinity Bliss, Britain Dalton, Jack Champion und Sigourney Weaver am Avatar-Set.
Regisseur James Cameron mit den Schauspielern Trinity Bliss, Britain Dalton, Jack Champion und Sigourney Weaver am Avatar-Set.
Photo by Mark Fellman. © 2025 20th Century Studios. All Rights Reserved.

Sie tauchen minutenlang, spielen mit Fantasie statt Kulissen und kämpfen gegen Luftblasen: Die neue Doku «Fire and Water» gewährt exklusive Einblicke in das wahnsinnige Making-of der «Avatar»-Filme.

Vania Spescha

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Die neue Doku «Fire and Water» auf Disney+ zeigt die extrem aufwändige Produktion der «Avatar»-Filme.
  • Gedreht wurde in speziell gebauten Wassertanks mit Hightech-Kameras und kreativen Tricks.
  • Hollywood-Stars wie Kate Winslet trainierten monatelang für die emotionalen Szenen unter Wasser.
  • Atemtechnik, Vorstellungskraft und Motion-Capture verschmelzen zu filmischer Magie.

Kein CGI-Wunder – ein technisches Meisterstück

Die neue zweiteilige Doku «Fire and Water: Making The Avatar Films» (ab 7. November auf Disney+) bietet mehr als einen Blick hinter die Kulissen. Sie lässt eintauchen in die faszinierende Welt von James Cameron – und in die aufwändige Entstehung eines Kinoerlebnisses, das sich nicht einfach im Computer zusammensetzen lässt.

Schon lange war bekannt, dass bei «Avatar: The Way of Water» echte Schauspieler mit Motion-Capture-Anzügen arbeiten. Aber wie extrem sensibel und technisch anspruchsvoll diese Methode unter Wasser ist, offenbart sich erst in dieser faszinierenden Doku: Jede Bewegung, jeder Lichtreflex, jede Blase beeinflusst das Ergebnis – und der Aufwand, all das in den Griff zu bekommen, ist schlicht enorm.

Wenn Technik an Grenzen stösst

Etwa, wenn die üblichen Infrarotkameras versagen, weil das Wasser das Licht verschluckt – und man stattdessen auf spezielle UV-Kameras setzen muss. Oder wenn sich an der Wasseroberfläche alles spiegelt, und man deshalb die Szene mit unzähligen kleinen, weissen Kunststoffkugeln abdecken muss, damit die Bilder überhaupt brauchbar werden.

Gedreht wurde in riesigen Wassertanks, ausgestattet mit Wellenmaschinen und wandelbaren Plattformen – ein technisch ausgeklügeltes Set, das sich an jede Szene anpassen liess. Und genau diese ständige Tüftelei macht die Doku so sehenswert: Sie zeigt, wie viel Denkarbeit, Experimentierfreude und Kreativität nötig sind, um eine Welt wie Pandora real wirken zu lassen.

Vorstellung statt Wirklichkeit

Auch die schauspielerische Leistung bekommt das Gewicht, das sie verdient. Statt in bunten Kulissen standen die Darsteller in grauen Gerüsten – mit nichts als ihrer Vorstellungskraft. Sigourney Weaver etwa überzeugt mit intensiven Szenen, in denen sie auf etwas reagiert, das nicht existiert. Ihre Fähigkeit, die Welt im Kopf zu erschaffen, macht sie zur Meisterin der Imagination.

Kate Winslet in der schwersten Szene

Und dann ist da Kate Winslet, die in einer emotionalen Szene im Wasser weinen muss – ohne gegenüber, ganz auf sich allein gestellt. Ihr Kommentar im Interview: «Es war einfacher, sich vorzustellen, dass ein Eisberg vorbeizieht.»

Kino trifft Achtsamkeit

Beeindruckend ist auch die Vorbereitung: Wochenlanges Atemtraining mit Freedivern, um den Körper zu beruhigen, den Geist zu leeren, die Kontrolle zu behalten. In der Doku erzählen einige Darsteller, dass sie diese Atemtechniken heute im Alltag nutzen – zum Beispiel bei Stress, um ruhig zu bleiben. 

Vor jeder Szene gab es einen Countdown, die Schauspieler trieben mit Badenudeln an der Oberfläche, kamen zur Ruhe, bevor sie in absoluter  Konzentration abtauchten – und manchmal erst mehrere Minuten später wieder auftauchten.

Ein Filmwunder in Echtzeit

«Fire and Water» ist eine faszinierende Nahaufnahme filmischer Handwerkskunst – und ein Muss für alle, die wissen wollen, wie echtes Kino entsteht. Bis zum Kinostart von «Avatar: Fire and Ash» am 17. Dezember 2025 verkürzt die Doku die Wartezeit mit einzigartigen Einblicken in die Entstehung der fantastischen Welt von Pandora. Den Trailer gibt’s gleich hier unten.



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