Polizei ermitteltHat Andrew das Epstein-Opfer bespitzelt, das auch ihn des Missbrauchs beschuldigte?
Carlotta Henggeler
24.11.2025
Prinz Andrew im Westminster Abbey bei der Beerdigung von Königin Elizabeth II. in London im September 2022.
KEYSTONE
Die Londoner Polizei ermittelt im Epstein-Fall erneut gegen Andrew Mountbatten-Windsor. Der Herzog von York soll 2011 seine staatlich finanzierten Personenschützer angewiesen haben, belastendes Material über Epstein-Opfer Virginia Giuffre zu sammeln.
Die Londoner Polizei ermittelt gegen Andrew Mountbatten Windsor, weil er 2011 seine Personenschützer beauftragt haben soll, belastendes Material über Epstein-Opfer Virginia Giuffre zu sammeln.
Dabei steht der Verdacht im Raum, dass dabei Steuergelder missbraucht wurden, was als Beihilfe zu Amtsmissbrauch gewertet werden könnte.
Sicherheitsleute wurden bereits befragt, und britische Medien sprechen von ausreichenden Beweisen, um Andrew offiziell zu vernehmen.
Es kommt erneut Bewegung in den Epstein-Fall – und damit auch in die Affäre um Prinz Andrew, der nach dem Entzug seiner Adelstitel mittlerweile unter dem Namen Andrew Mountbatten-Windsor auftritt.
Im Oktober wurde bekannt, dass der 65-Jährige seine Personenschützer angewiesen haben soll, belastendes Material über Epstein-Opfer Virginia Giuffre zu beschaffen. Nun hat die Londoner Polizei Ermittlungen gegen Andrew Mountbatten-Windsor aufgenommen.
Sein Sicherheitsteam wurde befragt
Laut der britischen Zeitung «Sun» wurden zwei seiner Sicherheitsbeauftragten bereits von Ermittlern befragt. Sie sollten klären, ob interne E-Mails belegen, dass Andrews Sicherheitsteam Steuergelder nutzte, um Virginia Giuffre zu diskreditieren.
Giuffre hatte Andrew vorgeworfen, sie als Minderjährige missbraucht zu haben – Vorwürfe, die im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal standen. Andrew wies dies zurück, zahlte ihr jedoch 2022 einen hohen Vergleich, um einen Prozess zu vermeiden.
Beihilfe zu Amtsmissbrauch?
Der britische Politiker Dai Davies sagte gegenüber der «Sun»: «Es gibt jetzt genügend Beweise, um Andrew zu befragen.»
Sollte Andrew Mountbatten-Windsor tatsächlich seine Sicherheitsmitarbeiter beauftragt haben, belastendes Material über Giuffre zu sammeln, könnte das als Beihilfe zum Amtsmissbrauch gewertet werden.
Es gilt die Unschuldsvermutung.
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