Am 8. März ist Weltfrauentag und diese starken Heldinnen beweisen, warum sie keine Ritter in glänzender Rüstung oder einen Prinzen auf dem weissen Pferd brauchen, um ihre Welt zu retten.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Am 8. März wird der Weltfrauentag gefeiert, um die Stärke und Unabhängigkeit von Frauen weltweit zu würdigen.
- Der Tag steht im Zeichen des nachhaltigen Wandels in der Gleichstellung.
- blue News Redaktorinnen zeigen dir, ihre persönlichen Serien- und Filmheldinnen.
Der Weltfrauentag wurde vor dem Ersten Weltkrieg ins Leben gerufen, um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen sowie die Emanzipation von Arbeiterinnen voranzutreiben. Im langen Kampf gegen Unterdrückung, politische Ignoranz, niedrige Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen fand im März 1911 der internationale Frauentag zum ersten Mal statt.
Seit nun mehr als 100 Jahren gehen dann Frauen auf die Strasse, um für ihre Rechte einzustehen. Heute wird am 8. März jährlich das Frausein gefeiert. Der Tag steht im Zeichen des nachhaltigen Wandels in der Gleichstellung. Es war ein langer Kampf bis hierhin, der noch immer nicht abgeschlossen ist und manchmal, aber nicht immer von Männern begleitet wurde.
Die Geschichte beweist: Frauen können das auch allein und sind eben genauso stark wie Männer. Einen Ritter in glänzender Rüstung oder Prinzen auf dem weissen Pferd? Brauchen Frauen nicht, um die Welt zu retten. blue News stellt dir sieben gefeierte Heldinnen aus der Film- und TV-Geschichte vor, die für sich selbst einstehen.
Fabienne Kipfer
Keira Knightley als Elizabeth Bennet
«Stolz und Vorurteil» ist einer meiner Top 3 Filme, die ich immer wieder schauen kann. Bereits als ich den Film zum ersten Mal im Kino sah, hat mich der Charakter Elisabeth Bennet fasziniert. Sie ist für mich eine Heldin, weil sie beweist, dass Mut und Stärke nicht immer mit Schwertern demonstriert wird – manchmal genügt ein eiserner Wille und die Kraft, sich gesellschaftlichen Erwartungen nicht zu beugen.
Sie beweist Stärke in einer Zeit, in der Frauen wenig Wahlmöglichkeiten hatten, hinterfragt Konventionen und lässt sich nicht von Status oder Erwartungen einschüchtern.
Sie weigert sich, aus gesellschaftlichem Druck eine Vernunftehe einzugehen, sondern besteht darauf, aus Liebe zu heiraten. Obwohl sie vorschnell über Darcy urteilt, erkennt sie im Verlauf der Geschichte ihre Fehler ein und kann so über sich hinauswachsen.
Hast du die Verfilmung des Romans von Jane Austen noch nicht gesehen? Der Film mit Keira Knightley ist auf blue Video erhältlich.
Film/Drama ∙ US 2005 ∙ blue Video
Carlotta Henggeler
Julia Buchmann als Frieda Keller
Es gibt Filme, die lassen dich nicht mehr so schnell los und klingen auch nach dem Abspann noch lange nach. So ist es mir nach dem Schweizer Filmdrama «Friedas Fall» ergangen.
Der Film basiert auf dem Roman «Die Verlorene» von Michèle Minelli und erzählt die wahre Geschichte von Frieda Keller – einer Frau, die 1904 für Kindsmord zum Tode verurteilt wurde. Ihr Schicksal bewegt bis heute, obwohl ihre Strafe später in lebenslange Einzelhaft umgewandelt wurde. Ihr Vergewaltiger hingegen musste sich nie verantworten, da das damalige Gesetz verheiratete Männer vor strafrechtlicher Verfolgung schützte, selbst wenn sie Frauen missbrauchten.
Doch Frieda Kellers Leidensweg hatte weitreichende Konsequenzen. Ihr Fall löste eine intensive Debatte über das Schweizer Strafrecht aus. In der Folge wurde die Todesstrafe abgeschafft, und die Diskussion über Frauenrechte gewann an Fahrt.
Gedreht wurde «Friedas Fall» an Originalschauplätzen wie dem Klosterhof St. Gallen. Für die deutsch-schweizerische Regisseurin Maria Brendle, die 2022 mit ihrem Kurzfilm «Ala Kachuu» für einen Oscar nominiert war, ist es der erste Langspielfilm.
Ein düsteres Kapitel Schweizer Geschichte, mit hervorragendem Cast um Julia Buchmann (Frieda), Rachel Braunschweig (Erna Gmür), Stefan Merki (Walter Gmür) und Max Simonischek (Arnold Janggen).
Fabienne Berner
Michaela Coel als Arabella Essiedu
2020 sah ich am Zurich Film Festival die Serie «I May Destroy You» und war sofort begeistert. Für mich ist die von Michaela Coel gespielte Hauptfigur Arabella eine moderne Heldin.
Die Serie behandelt das Thema sexuelle Gewalt auf eine ungeschönte und tiefgründige Weise. Arabella erlebt ein traumatisches Ereignis, sucht danach aber nicht nach einfachen Antworten. Stattdessen stellt sie sich der Wahrheit und zeigt, wie komplex der Weg zur Heilung ist. Sie kämpft mit Selbstzweifeln, Wut und gesellschaftlichen Erwartungen. Genau diese Verletzlichkeit macht sie so stark.
«I May Destroy You» rückt feministische Perspektiven in den Vordergrund und behandelt Themen wie Consent und Machtstrukturen frei von stereotypen Erzählmustern. Arabella ist keine klassische «starke Frau» – sie ist kreativ, chaotisch, widersprüchlich und zutiefst menschlich.
Arabella lässt sich nicht in Schubladen pressen. Anstatt sich in einer klassischen Rachegeschichte zu verlieren, findet sie Stärke in der Gemeinschaft – und genau das macht sie zu einer wahren Heldin.
«I May Destroy You» ist auf blue Premium erhältlich.
Lea Oetiker
Saoirse Ronan als Josephine March
Filme zweimal gucken finde ich schrecklich. «Little Woman» (2019) hingegen könnte ich mir täglich 100 Mal anschauen. Saoirse Ronan, Emma Watson, Florence Pugh und Eliza Scanlen verkörpern Schwestern, die im 19. Jahrhundert gegen traditionelle Geschlechterrollen rebellieren.
Vor allem Jo, gespielt von Saoirse Ronan, berührt mich jedes Mal. Sie ist die älteste Schwester und lehnt traditionelle Geschlechterrollen ab und strebt nach finanzieller sowie persönlicher Unabhängigkeit. Sie arbeitet als Schriftstellerin, um ihre Familie zu unterstützen. Dabei tut sie so, als wäre sie nicht die Autorin, sondern ein Mann, um bessere Chancen bei Verlegern zu haben.
Doch sie verliebt sich. In Laurie, den netten und wohlhabenden Nachbarjungen. Trotzdem trennt sie sich von ihm, um ihre Karriere zu verfolgen. Als ihre Schwester schwerkrank wird, zieht sie zurück nach Hause und erzählt ihrer Mutter über ihren Frust. Sie sagt: «Women, they have minds, and they have souls, as well as just hearts. And they've got ambition, and they've got talent, as well as just beauty. I'm so sick of people saying that love is just all a woman is fit for. I'm so sick of it. But I'm so lonely.» Gänsehaut. Immer wieder.
«Little Women» noch nicht gesehen? Der Film ist auf blue Video erhältlich.
Film/Drama ∙ US 2019 ∙ blue Video
Vanessa Büchel
Gal Gadot als Wonder Woman
Eigentlich scheint es fast zu klischeehaft, Wonder Woman in eine Liste der grössten Heldinnen der Filmgeschichte aufzunehmen. Denn genau das ist sie ja schliesslich: Eine Superheldin in schillernder Rüstung, die die Welt vor dem Bösen rettet.
Doch vor ihr war das eben irgendwie anders. Das Weltrettungsding war mehr oder weniger eine Männerdomäne. Da waren Superman, Captain America oder Spider-Man. Alles Männer in Onesies – und dann taucht da plötzlich diese starke Heldin auf, die all ihren männlichen Konkurrenten die Show stiehlt.
Warum ich die Amazonenprinzessin Diana so cool finde? Zugegeben, ich habe nie auch nur einen der ursprünglichen Comics in den Händen gehalten, seit der Verfilmung mit Gal Gadot hat sich Wonder Woman aber einen festen Platz in meinem Herzen erkämpft. Denn mag sie sich in der menschlichen Welt zuerst etwas naiv bewegen, entwickelt sich Diana zu dieser sich Gehör verschaffende jungen Frau, die ihr Umfeld mit ihrer direkten Art konfrontiert und mit ihrem grossen Herz am Ende einfach alle für sich gewinnt. Mehr als nur einmal rettet sie ausserdem dem Soldaten Steve – gespielt von Chris Pine – den Hintern.
Nicht nur mich berührte die Amazone Diana, sondern gelang es der Superheldin aus dem DC-Universum, unzählige Mädchen zu inspirieren. Nach der Veröffentlichung von «Wonder Woman» berichtete etwa eine Kindergärtnerin auf X von den Reaktionen der Kinder in ihrer Gruppe: «Es gibt da dieses eine Mädchen, das sich weigert, dir zuzuhören, wenn du sie nicht mit Wonder Woman ansprichst.» Und ein anderes Mädchen habe gefragt, ob sie ihre Schuluniform gegen die Rüstung von Wonder Woman tauschen könne, weil sie bereit sein wolle, wenn die Welt gerettet werden müsse.
Ja, Wonder Woman beweist, dass Superhelden nicht nur Jungssache sind und Frauen auch ganz schön fest zuschlagen können.
«Wonder Woman» und weitere Filme aus dem DC-Universum sind auf blue Super Max und auf blue Video erhältlich.
Film/Adventure ∙ US 2017 ∙ blue Video
Nicole Agostini
Angela Bassett als Tina Turner
Bereits als Kleinkind steckte mich Tina Turners Musik an und ich konnte nichts anderes, als dazu zu tanzen und laut mitzusingen. Ich liebte die Stärke und Ausstrahlung dieser Frau. Als ich im Jugendalter davon erfuhr, dass sie eine schwere Kindheit hatte und mit Ike eine missbräuchliche Ehe führte, bestimmt von psychischer und körperliche Gewalt, war ich sprachlos, dass es sich dabei um dieselbe Frau handelte.
Die Biopic «Tina – What’s Love Got to Do with It?» aus dem Jahr 1993 erzählt die Geschichte dieses Weltstars, der Opfer häuslicher Gewalt war und es geschafft hat, sich aus eigener Kraft davon zu lösen und seinen eigenen Weg zu gehen. Der Film berührt sehr und scheut nicht die Gewalt zu zeigen, die Tina erlebte. Angela Bassett leistet in der Hauptrolle grosse Arbeit, und geht über das Nachahmen des Stars darüber hinaus, ohne ihn zu dramatisieren.
Für mich ist Anna Mae Bullock aka Tina Turner eine Heldin, weil sie zeigt, dass alles möglich ist im Leben, wenn man den Mut und den Willen hat, sein Leben zu verändern.
«Tina – What's Love Got to Do with it?» ist auf Disney+ (im Package von blue Super Max) erhältlich.