11.09.2017 - 10:03

SRF-Dauerbrenner Aeschbi – Fels in der Brandung oder Auslaufmodell?

von Lukas Rüttimann
 

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Kurt Aeschbacher ist der SRF-Dauerbrenner. Für die einen ist er ein Bollwerk gegen die Verdummung. Andere finden, er müsste das Mikro längst abgeben. Was denken Sie? Hot or not?

Gestern wars mal wieder soweit: Zu später Stunde parlierte Kurt Aeschbacher in seiner Talkshow auf SRF 1 mit Menschen, die sonst nur selten in TV-Shows zu sehen sind. Eine professionelle Luftakrobatin etwa, der aktuelle Direktor des Ballett Zürich, eine Mutter mit Dyslexie oder ein emeritierter Professor, der über symbiotische Beziehungen in der Natur sprach.

Bei allen hörte Altmeister Aeschbacher aufmerksam zu und stellte hintergründige Fragen. Keine billigen Show-Effekte, kein aufgesetztes Getue – ein Talk-TV der altmodischen Sorte. Das macht er schon seit 16 Jahren so. Auch der neue Sendeplatz am Sonn- statt am Donnerstagabend hat der Popularität von «Aeschbacher» keinen Abbruch getan.  

Show für Senioren

Der Zuspruch ist nicht überwältigend, aber loyal: Auch gestern dürften wieder um die 100’000 Zuschauer eingeschaltet haben, der Marktanteil von «Aeschbacher» betrug zuletzt um die 15 Prozent. Allerdings: Bei der werberelevanten Zielgruppe der 15 bis 59-Jährigen betrug er oft nicht mal mehr die Hälfte. Kurt Aeschbacher ist nicht nur selbst im Pensionsalter angekommen – auch seine Sendung richtet sich primär an ältere Semester.

Ein reifes Thema ist auch die Diskussion darüber, wie lange «Aeschbi» seine Sendung noch machen soll. Zumal er sich selbst als «altes Schlachtross» bezeichnet, bei dem das Lampenfieber mit dem Alter schlimmer wird und die Maskenbildner beim Schminken sowie der Herrichtung seiner Frisur immer härter arbeiten müssten: «Die müssen Altersflecken überspachteln und die schüttere Haarpracht herrichten. Immerhin geht Letzteres heute rascher, denn wo wenig bleibt, gibts nicht mehr viel zu richten», so Aeschbacher unlängst im «Blick».

Gegen die Verdummung

Der ironische Umgang mit seinem Alter spricht genauso für ihn wie seine scheinbar anachronistische Art der TV-Unterhaltung. Talkshows wie «Aeschbacher» gibts in der heutigen Zeit kaum mehr. Umso mehr schätzt ein Teil der Zuschauer das Format als Bollwerk gegen die Dauerberieselung – ein Fels in der Brandung in einem Meer der TV-Verdummung.

Doch es gibt auch andere Stimmen. In Zeiten, in denen auch beim SRF gespart werden muss und die Gebührendiskussion auf Maximalstufe kocht, stellen viele die Berechtigung einer Sendung wie «Aeschbacher» in Frage. Zumal der Altmeister seine Sendung selber produziert und das Verhältnis von Kosten und Quoten sicher hinterfragt werden darf.  

Kommt hinzu: Schon lange versucht man beim Schweizer Fernsehen, jüngere Moderatoren für ein entsprechendes Publikum aufzubauen. Das ist schwierig genug – selbst wenn ihnen kein Altmeister vor der Sonne sitzt, der nächsten Monat seinen 69. Geburtstag feiert.

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