«Bugonia» jetzt im Kino Ist sie ein Alien? Kahlrasierte Emma Stone als Zielscheibe einer Verschwörungstheorie

Von Gianluca Izzo aus Venedig

29.8.2025

«Poor Things»-Regisseur Yorgos Lanthimos präsentiert am Filmfestival von Venedig seine neueste Delikatesse. In «Bugonia» wird Emma Stone für ein Alien gehalten und von Verschwörungstheoretikern gekidnappt.

Von Gianluca Izzo aus Venedig

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Nach «The Favourite», «Poor Things» und «Kinds of Kindness» arbeitet Emma Stone erneut mit dem provokanten Regisseur Yorgos Lanthimos zusammen.
  • In der Sci-Fi-Komödie «Bugonia» spielt sie eine CEO, die von zwei Verschwörungstheoretikern für ein Alien gehalten und gekidnappt wird.
  • «Bugonia» feiert seine Weltpremiere in Venedig, wo Lanthimos vor zwei Jahren mit «Poor Things» den Goldenen Löwen gewann.
  • «Bugonia» läuft ab dem 30. Oktober 2025 bei blue Cinema.

Der griechische Regisseur Yorgos Lanthimos hat in Emma Stone längst seine Muse gefunden. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden ist ein Erfolgsrezept. «Poor Things» wurde mit vier Oscars ausgezeichnet, einer davon ging an Emma Stone als beste Hauptdarstellerin. Und am Filmfestival in Venedig gewann der Film 2023 den Goldenen Löwen.

Zwei Jahre später kehren sie gemeinsam nach Venedig zurück und präsentieren in ihrer bereits vierten Kollaboration die dunkle Sci-Fi-Komödie «Bugonia». Wie üblich bei Lanthimos’ Filmen, steckt auch sein neuestes Werk voller absurder Ideen, Schockmomente und spannender gesellschaftskritischer Aussagen.

Im Fokus der Erzählung von «Bugonia» stehen Verschwörungstheorien und die daraus resultierende Paranoia. Lanthimos erkundet, wie sich Menschen in der heutigen Zeit beeinflussen und manipulieren lassen und welche Gefahren die Verbreitung von Falschinformationen über das Internet birgt. Auch an der Medizin wird Kritik geübt – risikoreiche Experimente werden in «Bugonia» thematisiert.

Besessen von der Verschwörungstheorie

Emma Stone spielt Michelle - CEO einer erfolgreichen Biomedizin-Firma. Sie ist immer schick gekleidet, hat ein selbstbewusstes Auftreten, fährt einen SUV und wohnt alleine in einem riesigen modernen Haus. Teddys (Jesse Plemons) Lifestyle ist das pure Gegenteil. Er sieht aus, als könnte er jeden Moment eine Revolution starten oder einen Anschlag verüben.

Und genau dies tut er auch. Teddy ist nämlich besessen von einer Verschwörungstheorie und glaubt, dass die Menschen von Ausserirdischen unterwandert und ausgerottet werden. Er ist überzeugt davon, dass Michelle ein Alien ist und kidnappt sie gemeinsam mit seinem unterbelichteten Freund Don (Aidan Delbis). Dass dabei auch Teddys hospitalisierte Mutter eine Rolle spielt, verleiht der unangenehmen Situation noch mehr Brisanz.

Emma Stone und Jesse Plemons laufen zu Höchstform auf

Mit «Bugonia» gelingt Yorgos Lanthimos erneut ein Geniestreich, welcher insbesondere im Zusammenspiel von Stone und Plemons seine Stärke findet. Die Dialoge zwischen den beiden sind intensiv, herrlich komisch - und immer pointiert formuliert. Beide zeigen ein facettenreiches, phänomenales Schauspiel über den Film hinweg.

Auch optisch fallen die beiden auf. Stones Look wandelt sich von der adretten Geschäftsfrau zur kahlrasierten Gefesselten, deren Körper mit einer speziellen Lotion zur Alien-Kontaktherstellung eingerieben wird. Plemons trägt sein rötliches Haar lang und wild und ist angezogen wie eine Art Guerillakämpfer. Je länger der Film dauert, desto mehr steht ihm der Wahnsinn ins Gesicht geschrieben.

Im Vergleich zu Lanthimos’ letztem Werk «Kinds of Kindness» ist «Bugonia» geradliniger erzählt, nicht ganz so exzentrisch und somit zugänglicher. In Sachen Brutalität und Obszönität hält er sich erstaunlich lange zurück, lässt diesen in der Schlussphase aber doch noch freien Lauf. Was wäre ein Lanthimos schliesslich ohne «What the F***»-Momente!?

Zudem spielt der Film schön mit den Erwartungen seines Publikums, lenkt sie in bestimmte Richtungen, weicht ab und kehrt doch wieder zurück: Mit «Bugonia» findet Lanthimos zu seiner alten Stärke zurück und behandelt dabei brandaktuelle Themen auf gewohnt komische, provokante Weise. Seine Schützlinge Stone und Plemons lässt er abermals zur Höchstform auflaufen.

«Bugonia» läuft ab 30. Oktober 2025 bei blue Cinema.

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