Dubai-Millionär im TV«Je schlechter es den Schweizern geht, desto besser geht es uns»
Andreas Fischer
6.11.2025
Teure Sportwagen begegnen ProSieben-Reporter Jenke von Wilmsdorf in Dubai zuhauf.
Joyn
Reich werden nur mit einem Laptop auf dem Schoss: Das Wüsten-Emirat Dubai ist nicht nur für die Generation Z eine Goldgräberstadt. ProSieben-Reporter Jenke von Wilmsdorff kommt aus dem Staunen nicht heraus.
Teleschau
06.11.2025, 20:17
07.11.2025, 14:17
Andreas Fischer
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
TV-Reporter Jenke von Wilmsdorff hat in Dubai hinter die glitzernden Fassaden geschaut.
Er fragt sich in seiner ProSieben-Sendung, wie man es schafft, in kurzer Zeit unglaublich reich zu werden.
Einige «Betroffene» erzählen ihre Geschichten und lassen den Reporter teilweise ratlos zurück.
Was braucht es, um schnell ans grosse Geld zu kommen? Im Jahr 2025 ist das offenbar nicht allzu viel. «Ich brauche nur mich, meinen PC, die Zahlen und die Märkte», sagt Eugen Denisenko, als er sich spätabends vom Kamerateam bei der Arbeit über die Schulter schauen lässt. Vor dem jungen, muskulösen Mann flimmert eine bunte Choreografie aus Bildschirmen mit Zahlenkolonnen und Kurven.
Sendung ist älter als 7 Tage und nicht mehr verfügbar.
JENKE. REPORT
Di 04.11. 00:40 - 02:25 ∙ ProSieben ∙ DE 2025 ∙ 105 Min
Sendung ist älter als 7 Tage und nicht mehr verfügbar.
Eugen ist Spätaussiedler aus Kasachstan, aufgewachsen in einfachen Verhältnissen, und inzwischen einer von zehntausenden Millionären in Dubai, wie er ProSieben-Reporter Jenke von Wilmsdorff offenbart. «JENKE. REPORT. Der Traum vom schnellen Geld» heisst dessen Film, den du bei blue TV oder bei Joyn streamen kannst. Es ist ein irrwitziger, aber keineswegs erkenntnisarmer Ausflug in das Emirat mit dem Ruf der Goldgräberstadt.
Als Daytrader wettet Eugen auf kleinste Kursbewegungen an den Börsen. An guten Tagen verdient er damit 80'000 Dollar (65'000 Franken) oder mehr. Von jeglicher Einkommenssteuer befreit. Der Staat in den Vereinigten Arabischen Emiraten hat auch so genug Geld.
Reporter Jenke von Wilmdsorff (Zweiter von rechts) lässt sich von jungen Dubai-Auswanderern erklären, was sie mit ihren Millionen im Wüsten-Emirat anfangen.
Joyn
«Weil wir jung sind, Geld haben und die Freiheit leben»
«Das ist aber schon sehr Klischee hier, ganz im Ernst!», staunt der Reporter, als er Eugen und seine Geschäftspartner an einer Rennstrecke trifft. Auch die anderen McLaren- und Jaguar-Fahrer sind erst Anfang, Mitte 20. «Warum fahrt ihr solche Poser-Kisten?», fragt von Wilmsdorff provokant.
Eugen ist um die Antwort nicht verlegen: «Weil wir jung sind, weil wir das Geld haben und die Freiheit leben.» Dass man ohne einen sündteuren Sportwagen in Dubai nicht ernst genommen wird, weiss auch der Österreicher Jürgen Schroll, der den Reporter im Audi R8 durch die Skyscraper-Schluchten chauffiert.
«Wir helfen Unternehmen und Selbstständigen, steueroptimierte Strukturen zu schaffen», umschreibt der 25-Jährige den Service, mit dem er innerhalb von fünf Jahren im Wüsten-Emirat Multimillionär geworden ist.
Jedes Jahr wandern mehr «Leistungsträger», wie Schroll sie nennt, aus Europa in die Emirate aus. Das Geschäft des Steueroptimierers brummt. «So hart es klingt: Je schlechter es den Deutschen, den Österreichern, den Schweizern geht, desto besser geht es uns.» Der Grossteil seiner Mandanten finde nämlich, dass man in der Heimat für das viele Steuergeld keine angemessene Gegenleistung vom Staat mehr bekomme.
Ex-Polizistin Lisa erklärt Jenke das Prinzip Dropshipping, von dem sie luxuriös leben kann.
Joyn
Ex-Polizistin verzehnfacht ihr Gehalt – mit nur einem Produkt
So hatte Lisa Nitschke früher einen sehr nützlichen Beruf in Deutschland. 2'500 Euro (2320 Franken) hat sie als Polizistin im gehobenen Dienst verdient. Heute macht sie allein mit dem Weiterverkauf gefakter Apple-Kopfhörer aus China 25'000 Euro (23'200 Franken) Gewinn im Monat – und die Kopfhörer sind nicht das einzige Produkt in ihren Online-Shops.
Dropshipping nennt sich das Geschäftsmodell, bei dem ein Online-Händler Produkte verkauft, die er nicht selbst auf Lager hält. «Synonym für Ramschware», spottet Jenke beim Hausbesuch in Dubai.
Jedoch erkennt er an: Die Voraussetzungen, mit Dropshipping Geld zu machen, seien extrem niedrigschwellig. Viel können oder investieren ausser in einen Laptop mit Internetverbindung muss man nicht: «Eine Option, die tatsächlich jeder hat.»
Und wie geht es Lisa damit, in einem Steuer-Paradies ohne Meinungsfreiheit und Frauenrechte zu leben? Damit habe sie keine Berührungspunkte, gibt sie zurück: «Ich selber kann hier alles machen, ich fühl’ mich superwohl. Ich gehe abends raus, ohne Angst zu haben.»
«Vom Kassierer in Stockholm zum Multimillionär in Dubai»
Noch ein Tellerwäscher-Märchen gefällig? Der Finanz-Influencer Carl Runefelt alias Carl Moon toppt so einiges. Innerhalb von drei Jahren hat es der Schwede «vom Supermarktkassierer in Stockholm zum Krypto-Multimillionär in Dubai» gebracht, wie es im Film heisst.
«Mindset ist das Wichtigste», informiert der 31-jährige Bitcoin-Experte Jenke von Wilmsdorff bei der Audienz im Wolkenkratzer: «Ich habe mich selbst gebrainwasht, dass ich schon reich bin, als ich es noch nicht war.» Wie so viele vermarktet Carl Moon seine Erfolgsformeln in den sozialen Medien.
Jenke piesackt auch ihn: Ist er nicht ein Steuerflüchtling? «Das stimmt. Ich spare tatsächlich Steuern. Aber in Europa habe ich mich einfach nicht mehr sicher gefühlt», sagt Carl. Dubai hingegen sei der perfekte Ort, um Gleichgesinnte zu treffen: «Hier wird Erfolg gefeiert, nicht schlechtgeredet.»
In der Wüsten-Metropole Dubai kommt Jenke von Wilmsdorff aus dem Staunen nicht heraus.
Joyn
Es kann auch schnell alles futsch sein
Ob die glasverspiegelte Protzwelt im Emirat (über 50 Grad im Sommer!) nun Anreiz oder Brechreiz auslöst – das wird jede Zuschauerin und jeder Zuschauer individuell befinden. Fakt ist – so eine Erkenntnis des Films –, dass man wirklich noch nie so leicht und so schnell obszön reich werden konnte wie heute – theoretisch zumindest.
Und wer es ernst meint in seinem «Mindset», wird sich wahrscheinlich auch vom Schicksal des Anlegers Armin (geänderter Name) nicht schocken lassen. Der verlor an einen Betrüger 450'000 Euro (419'000 Franken): «Was man im Leben erarbeitet hat, ist mit einem Mal futsch.»
Hinter mehr als 50 Prozent aller Finanzversprechen im Internet lauern Betrüger – diesen Statistikwert gibt Jenke von Wilmsdorff dem Publikum noch fürsorglich an die Hand.
Mutprobe in den Bergen: Bötschi will seine Höhenangst überwinden, doch dann ...
Trotz Höhenangst auf Berge steigen und über Brücken gehen? Höhencoach David Elsasser behauptet, er helfe sogar hoffnungslosen Fällen dabei, ihre Angst zu überwinden. Ein Selbstversuch.