«Es ist ein grausamer Beruf» Jodie Foster wäre nie freiwillig Schauspielerin geworden

Noemi Hüsser

3.12.2025

Die Oscarpreisträgerin Jodie Foster sprach am Filmfestival in Marrakesch offen über ihre Gedanken zum Schauspielberuf.
Die Oscarpreisträgerin Jodie Foster sprach am Filmfestival in Marrakesch offen über ihre Gedanken zum Schauspielberuf.
Keystone

Seit ihrem dritten Lebensjahr steht Jodie Foster vor der Kamera. Beim Filmfestival in Marrakesch sprach sie über ihre Karriere, die sie nie selbst gewählt hätte.

Noemi Hüsser

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Jodie Foster sagte laut einem Bericht im «Guardian» beim Filmfestival in Marrakesch, sie hätte sich nie freiwillig für den Schauspielberuf entschieden.
  • Sie bezeichnete Schauspielerei als einen «grausamen Beruf» und betonte ihre Sorge um heutige Kinderschauspieler*innen.
  • Foster äusserte Unverständnis darüber, warum Menschen heute noch Schauspieler*in werden wollen.

«Ich habe nicht die Persönlichkeit einer Schauspielerin. Ich bin keine Person, die auf einem Tisch tanzen und Lieder für Menschen singen möchte», sagte Schauspielerin Jodie Forster laut dem «Guardian» bei einem Auftritt am Filmfestival in Marrakesch. Sie hätte sich niemals dafür entschieden, Schauspielerin zu werden.

Foster steht schon vor der Kamera, seit sie drei Jahre alt ist. Zuerst spielte sie vor allem in Werbungen und TV-Shows. Ihre erste grosse Filmrolle – und gleichzeitig erste Oscarnominierung – erhielt sie im Film «Taxi Driver» von 1976, in dem sie eine minderjährige Prostituierte spielte. Bei Drehstart dieses Films war sie nur zwölf Jahre alt.

«Es ist eigentlich einfach ein grausamer Beruf, der für mich als junges Mädchen ausgesucht wurde», sagte Foster in Marrakesch weiter. Ihre Erfahrungen aus ihrer Kindheit hätten dazu geführt, dass sie sich heute «den jungen Kinderschauspieler*innen dieser Zeit zugewandt fühlt. Sie wolle sich um sie kümmern, weil sie wisse, «wie gefährlich das ist».

«Schauspielern wäre das Letzte, was ich tun würde»

Sie zeigte sich laut dem «Guardian» zudem erstaunt darüber, dass Menschen heutzutage überhaupt noch Schauspieler*in werden wollen: «Wenn sie wüssten, dass man, um wirklich gut zu sein, auf eine gewisse Weise seines Lebens beraubt wird.»

Ihre Skepsis gegenüber dem Beruf habe möglicherweise sogar dazu geführt, dass Foster überhaupt gut im Schauspielern sei, meinte sie. «Das macht meine Arbeit ein wenig anders, denn ich bin nicht daran interessiert, nur um des Schauspielens willen zu schauspielern.» Und weiter: «Wenn ich auf einer einsamen Insel wäre, wäre Schauspielern wahrscheinlich das Letzte, was ich tun würde.»


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