«Let's dance»-JurorJorge González: «Mein Vater dachte zwei Jahre lang, ich sei tot»
dpa
16.1.2026 - 20:05
Jorge González' Appell an Eltern: «Es ist nicht zu spät, dein Kind so zu akzeptieren, wie es ist.»
Bild:dpa
Als Kind bemerkt «Let's dance»-Juror Jorge González, dass er schwul ist. Sein Umfeld reagiert ablehnend, zunächst auch sein eigener Vater. Doch das ändert sich. Jetzt ruft González Eltern zu mehr Toleranz auf.
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16.01.2026, 20:05
17.01.2026, 09:18
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Seit 2013 sorgt Jorge González als Juror in der RTL-Show «Let's Dance» stets für fröhliche Stimmung.
Doch der 58-Jährige hat dunkle Zeiten hinter sich.
In einem Interview sprach er jetzt über seine Kindheit in Kuba und die Herausforderungen, denen er sich schon junger Mensch stellen musste.
Jorge González wirbt dafür, dass Eltern ihre Kinder unabhängig von deren sexueller Orientierung respektieren. «Es ist nicht zu spät, dein Kind so zu akzeptieren, wie es ist», sagte der «Let’s Dance»-Juror.
Und weiter: «Zeig ihm, dass du ihn liebst. Du musst nicht zu 100 Prozent mögen, wie er lebt, aber du akzeptierst ihn, du respektierst ihn. Das reicht für den Anfang.»
Dem heute 58-Jährigen, der in Kuba geboren wurde, fiel es selbst schwer, sich als homosexuell zu outen. «Wenn nicht nur der Staat, sondern auch deine Familie sagt: ‹Das ist falsch›, dann kommt so eine Dunkelheit in deine Welt», sagte González. «Du musst in dem Moment mit so einer Traurigkeit umgehen.»
González: «Da habe ich seine Liebe gespürt»
Er habe sich damals nicht frei in seinen eigenen Entscheidungen gefühlt, berichtete der Catwalk-Trainer, der nach eigener Aussage bereits als Kind bemerkte, dass er homosexuell ist.
Sein Umfeld in Kuba, habe das nicht akzeptieren wollen. «Da war einerseits eine gewisse Angst, eine Traurigkeit in mir, aber andererseits auch Courage und ein Wille. Ich habe mir gesagt: «Du musst es schaffen.»
Sein eigener Vater habe anfangs ein Problem mit seiner Homosexualität gehabt, sagte Jorge González, der Kuba als 17-Jähriger verliess und nach Europa ging. «Mein Vater hat mich neun Jahre nicht gesehen und zwei Jahre lang dachte er sogar, ich bin tot.»
Ein seit Jahren eingespieltes Team: Jorge Gonzalez, Motsi Mabuse und Joachim Llambi als Jury bei der RTL-Tanzshow «Lets Dance».
Bild:IMAGO/Panama Pictures
Mit der Zeit habe sein Vater jedoch reflektiert und ihn schliesslich akzeptiert. «Für ihn war wichtig, dass ich am Leben bin. Und da habe ich seine Liebe gespürt.»
González: «Sehe viele Leute, deren Leben nicht frei ist»
Jorge González ist Botschafter für das mit mehreren Tony Awards ausgezeichnete Musical «Kinky Boots», das vom 20. Januar bis 1. Februar in Oberhausen, Deutschland, aufgeführt wird.
Darin retten ein junger Schuhfabrikant zusammen mit einer Dragqueen ein altes Familienunternehmen, indem sie Stiefel für Drag-Performer produzieren.
Es geht darum, Vorurteile abzulegen und Vielfalt zu akzeptieren. «Kinky Boots» erzählt von Mut, Selbstakzeptanz und davon, den eigenen Weg zu gehen, auch wenn andere ihn zunächst ablehnen.
Dass er seinen eigenen Weg gegangen sei und dafür gekämpft habe, er selbst zu sein, sei für sein Leben das Beste gewesen. «Denn ich sehe viele Leute, die sich noch verstecken, deren Leben nicht wirklich frei ist», sagte González.
Und weiter: «Die Leute werden depressiv, die werden aggressiv, die Leute werden unglücklich und gehen daran zugrunde. Und das wollte ich nicht für mich.»
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