«Wir hatten keine Ahnung» Juan Carlos spricht erstmals über das Leben seines Bruders, das er ihm nahm

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9.11.2025 - 09:59

Spaniens Altkönig erzählt in seinen Memoiren über den tödlichen Unfall von seinem Bruder (Archivbild).
Spaniens Altkönig erzählt in seinen Memoiren über den tödlichen Unfall von seinem Bruder (Archivbild).
Raúl Terrel/EUROPA PRESS/dpa

Der ehemalige spanische König Juan Carlos hat sich nach fast 70 Jahren erstmals zu dem Unfall geäussert, bei dem sein jüngerer Bruder Alfonso ums Leben kam. Der Vorfall ereignete sich, als die Brüder mit einer Waffe spielten.

Carlotta Henggeler

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  • Alt-König Juan Carlos schreibt in seinen Memoiren erstmals offen über den tragischen Unfall 1956, bei dem sein Bruder Alfonso durch einen versehentlich abgefeuerten Schuss starb.
  • Er beschreibt den Vorfall als lebensveränderndes Ereignis und betont, dass er nicht wusste, dass sich noch eine Kugel in der Waffe befand.
  • Trotz des Todes gab es keine offiziellen Ermittlungen, da der Vater eine Untersuchung untersagte und Juan Carlos schwören musste, dass es kein Vorsatz war.

1956 erschüttert ein tragischer Unfall die spanische Königsfamilie: Der damals 18-jährige Juan Carlos, später König von Spanien, verbringt die Osterfeiertage mit seiner Familie im Exil in Portugal.

Dort kommt es zu einer folgenschweren Tragödie: Sein 14-jähriger Bruder Alfonso verliert bei einem Unfall sein Leben. Der Schicksalsschlag prägt die Familie bis heute. 

Ein verhängnisvoller Abend

Am Abend des 29. März spielten die Brüder mit einer Pistole, die Juan Carlos aus der Militärakademie mitgebracht hatte. Ein Schuss löste sich unerwartet und traf Alfonso tödlich.

Die genauen Umstände des Unfalls blieben lange im Dunkeln, obwohl der Tod des Jungen von offizieller Seite bestätigt wurde. Erst Jahre später wurde bekannt, dass Juan Carlos den Schuss abgegeben hatte.

Öffentliche Enthüllungen

In seinen Memoiren, die im Herbst 2025 veröffentlicht werden, spricht Juan Carlos erstmals offen über den Vorfall. Das Buch trägt den Titel «Juan Carlos I d'Espagne: Réconciliation» und enthält ein Kapitel, das sich mit dem Vorfall befasst.

Darin beschreibt er, wie die Waffe, die sie reinigten, von einem Leutnant stammte und er annahm, dass sie nicht geladen war. «Wir hatten keine Ahnung, dass sich noch eine Kugel im Patronenlager befand», schreibt er.

Ein Leben im Schatten der Tragödie

Der Verlust seines Bruders beschreibt Juan Carlos als einen Wendepunkt in seinem Leben. «Ich vermisse ihn», gesteht er, «ich wünschte, er wäre bei mir, ich könnte mit ihm reden.» Der Tod Alfonsos hinterliess eine grosse Lücke in seinem Leben, die nie gefüllt werden konnte.

Keine Ermittlungen

Nach dem Unfall gab es keine polizeilichen Untersuchungen oder eine Autopsie, da der Vater der Jungen, Don Juan de Borbón, dies untersagte.

Ein Freund der Familie, Antonio Eraso, der sich zum Zeitpunkt des Unfalls in der Villa aufhielt, bestätigte in einer Dokumentation, dass Alfonso sofort tot war. Er erinnerte sich daran, dass Don Juan von Juan Carlos verlangte, zu schwören, dass der Schuss nicht absichtlich abgefeuert wurde.


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