Karl Egloff: «Wir wurden plötzlich überrascht von 30 Banditen, mit Waffen.»
Karl Egloff spricht bei «Lässer» über das Trauma der Entführung in Ecuador und wie seine Familie bis heute damit umgeht.
06.11.2025
Karl Egloff führt ein Leben wie in einem Actionfilm. Der Extrembergsteiger hat sich ein Ziel gesetzt – die Seven Summits. In der Sendung «Lässer Talk», mit Claudia Lässer spricht Egloff über seine grössten Erfolge, Entführung und Abbruch am Mount Everest.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Karl Egloff, einer der schnellsten Bergsteiger der Welt, verfolgt seit zehn Jahren das Ziel, die Seven Summits ohne zusätzlichen Sauerstoff in Rekordzeit zu bezwingen – vier hat er bereits geschafft.
- Den Mount Everest musste er 2024 wegen lebensgefährlicher Bedingungen abbrechen, entschied sich bei 7000 Metern zur Umkehr – eine Entscheidung, die ihm vermutlich das Leben rettete.
- Im selben Jahr wurde Egloff in Ecuador mit seiner Familie von bewaffneten Männern entführt, konnte sich aber selbst befreien – ein Erlebnis, das ihn tief geprägt hat.
In Ecuador ist Karl Egloff ein Star. In der Schweiz musste er sich zuerst einen Namen machen. Seine Vita liest sich wie ein Abenteuerroman: 14-facher Rekordhalter im Speed-Stil und somit einer der schnellsten Bergsteiger der Welt.
Der 44-Jährige hat seit zehn Jahren eine grosse Mission – er will die Seven Summits, also die höchsten Gipfel von jedem Kontinent, in Rekordzeit und ohne zusätzlichen Sauerstoff besteigen. Vier dieser sieben Berge hat Egloff bereits bezwungen – und jedes Mal war er schneller als alle vor ihm. Er bezwang bereits den Kilimanjaro, den Denali, den Elbrus und den Aconcagua.
Projekt Mount Everest
Der nächste Gipfel auf Egloffs Liste war das Non plus ultra der Bergwelt – der Mount Everest. Egloffs fünftes Ziel auf seiner Liste zeigte sich jedoch von seiner brutalsten Seite. Nach sieben Monaten intensiver Vorbereitung, geprägt von unzähligen Lauf- und Höhentrainings, machte sich Egloff auf den Weg zum Dach der Welt – ohne zusätzlichen Sauerstoff. In seinem Rucksack trug Egloff nicht nur Ausrüstung, sondern auch ein Versprechen an seinen Sohn: heil wieder nach Hause zurückzukehren.
Gemeinsam mit seinem Partner kämpfte er sich durch Schneestürme, vereiste Wände und gefährliche Gletscher. Doch auf 7000 Metern über Meer entschied er sich zur Umkehr – sein Bauchgefühl warnte ihn. Der Anblick von zwei toten Bergsteigern am Weg zeigte ihm, dass das Risiko zu gross war. «Ich bin in einem Alter, in dem ich nicht mehr alles riskiere», sagte Egloff später. Die Entscheidung rettete ihm das Leben.
Karl Egloff: «Ich möchte es mir ein letztes Mal beweisen.»
Was treibt Karl Egloff an? Der Extremsportler spricht über seine innere Motivation und seine nächsten Ziele.
06.11.2025
Egloff wird zur Geisel in Ecuador
Doch ein Leben wie im Actionfilm wäre nichts ohne Entführung. Was abenteuerlich klingt, war ein Horror-Trip für Egloffs Familie und ihn selber. Im Jahr 2024 wurden der Extremsportler, seine Frau und die Kinder in Ecuador während der Ferien von rund 30 maskierten Männern entführt.
«Sie hatten wirklich das Gefühl, sie sehen mich nie wieder», erinnert sich Karl, als er schildert, wie er vor den Augen seiner Familie gefesselt und von ihr getrennt wurde. In diesen Stunden habe er nur an eines gedacht – an das Überleben seiner Liebsten.«Ich wollte nur zu meiner Familie.» Die Entführer liessen seine Kinder und seine Frau im Ferienhaus zurück. Ihn nahmen sie mit. Nach drei Stunden Angst fasst Egloff einen Entschluss und sieht die Chance zu flüchten. Mit einer Schere befreit er sich und rennt zu seiner Familie.
Egloff zeigt sich heute vorsichtiger. Seine Erfahrungen haben dazu beigetragen. Mit Claudia Lässer spricht er über sein Lebenswerk, über seine Rolle als Vater und die Kehrseite seines Traums.
Die ganze Sendung mit Karl Egloff siehst du hier:
«Lässer» mit Karl Egloff
Karl Egloff will alle Seven Summits ohne Sauerstoff bezwingen – vier hat er geschafft. 2024 überlebte er eine Everest-Umkehr und eine Entführung in Ecuador.
07.11.2025
Und den Podcast gibt es hier zu hören: