Cannes Film Festival 2026 Keine Hollywoodfilme? Die Stars sind trotzdem zahlreich da – und Travolta zeigt erste Regiearbeit

Von Gianluca Izzo aus Cannes

13.5.2026

Das 79. Cannes Film Festival ist eröffnet! Hollywoodfilme bleiben dieses Jahr aus, aber im Line-Up sind trotzdem Stars vertreten, unter anderem Scarlett Johansson und Sandra Hüller. blue News berichtet vor Ort.

Von Gianluca Izzo aus Cannes

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Im Rahmen des Cannes Film Festivals feiern unter anderem «Her Private Hell» von «Drive»-Regisseur Nicholas Winding Refn und James Grays «Paper Tiger» mit Scarlett Johansson Weltpremiere.
  • Die beiden Schauspiel-Urgesteine John Travolta und Andy Garcia präsentieren ihre Regiedebüts.
  • Sandra Hüller, die Frau der Stunde, ist im polnischen Wettbewerbsbeitrag «Fatherland» zu sehen.
  • blue News berichtet vor Ort über das Cannes Film Festival.

«Mission Impossible: The Final Reckoning», «Furiosa», «Indiana Jones und das Rad des Schicksals», «Top Gun: Maverick» oder «Elvis»: In den letzten fünf Jahren feierten viele Hollywood-Studioproduktionen ihre Weltpremiere an der Croisette. Und nicht zu vergessen gleich drei Filme von Wes Anderson, der jeweils mit einem riesigen Starensemble antrabt.

Dieses Jahr fehlt jedoch eine vergleichbare Attraktion, die diese magnetische Wirkung auslöst. Kompensiert wird die Lücke mit einem 25-Jahre-Jubiläums-Screening von «The Fast and the Furious», in Anwesenheit von Vin Diesel, Michelle Rodriguez und Meadow Walker, Tochter des verstorbenen Paul Walker.

Eine Premiere in Cannes ist auch mit einem Risiko verbunden

Hollywoodfilme, die in Frage gekommen wären, gab es einige. Steven Spielbergs «Disclosure Day» galt als potenzieller Kandidat. Entweder sind sie jedoch schlichtweg nicht rechtzeitig fertig geworden oder sie meiden eine Festivalpremiere, um einer möglichen vernichtenden Presseberichterstattung aus dem Weg zu gehen. Im Fall des neusten Indiana Jones haben sich die eher negativen Pressestimmen erheblich auf den Kinostart ausgewirkt.

Cannes bietet eine Art künstlerisches Siegel, einen weltweiten Medienrummel und den glamourösesten Roten Teppich der Welt. Gleichzeitig sind aber auch die Kosten für die Studios immens und eine Weltpremiere an der Croisette ist immer auch mit einem Risiko verbunden.

Vielversprechende internationale Kollaborationen

Ein Ausbleiben der Hollywoodstudios ist jedoch nicht mit einem Ausbleiben des Star-Schaulaufens gleichzusetzen. Diese erscheinen auch dieses Jahr zahlreich. In der US-amerikanischen Indie-Produktion «Paper Tiger» von James Gray spielen Scarlett Johansson, Adam Driver und Miles Teller. «Drive»-Regisseur Nicholas Winding Refn präsentiert nach zehn Jahren endlich wieder einen neuen Film: «Her Private Hell».

Und es werden zahlreiche vielversprechende internationale Kollaborationen gezeigt – auffällig viele asiatisch-europäische. Michael Fassbender und Alicia Vikander wirken im südkoranischen Film «Hope» mit. In «Histoires Parallèles» des iranischen Regisseurs Asghar Farhadi sind Virginie Efira, Vincent Cassel und Isabelle Huppert zu sehen. Sandra Hüller spielt im polnischen Nachkriegsdrama «Fatherland». Sebastian Stan und Renate Reinsve übernehmen die zentralen Rollen im rumänischen Beitrag «Fjord».

Zwei Schauspiel-Oldtimer führen erstmals Regie

Zwei ikonische Schauspieler stellen ihre ersten Regiearbeiten vor. John Travolta hat sein eigenes Kinderbuch «Propeller One-Way Night Coach» verfilmt. In dem Abenteuer spielt seine Tochter Ella Bleu Travolta mit und er selbst übernimmt ebenfalls eine Rolle.

«The Godfather»-Darsteller Andy Garcia hat auch zum ersten Mal Regie geführt bei einem Spielfilm. Im Gangsterdrama «Diamond» spielt er selbst die Hauptrolle und vereint einen namhaften Cast um Vicky Krieps, Brendan Fraser, Bill Murray und Dustin Hoffman.

Auch Peter Jackson, Schöpfer der «Herr der Ringe»- und der «Hobbit»-Trilogie, besucht Cannes. Für sein Lebenswerk zeichnet ihn das Festival mit einem Ehrenpreis aus.

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