Gericht lehnt Fussfessel ab Marius Borg Høiby muss in U-Haft bleiben 

Samuel Walder

6.5.2026

Marius Borg Høiby muss im Gefängnis bleiben.
Marius Borg Høiby muss im Gefängnis bleiben.
Lise Aserud/NTB/dpa

Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit bleibt vorerst in Untersuchungshaft. Ein Gericht in Oslo hat eine Freilassung mit Fussfessel abgelehnt.

Samuel Walder

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  • Ein Gericht in Oslo hat entschieden, dass Marius Borg Høiby bis Anfang Juni in Untersuchungshaft bleibt. Eine Freilassung mit elektronischer Fussfessel wurde abgelehnt.
  • Høiby schilderte die Haftbedingungen als belastend, insbesondere wegen Einzelhaft und mangelndem sozialen Kontakt. Er berichtete von Schlafproblemen, Appetitlosigkeit und Gedächtnisproblemen.
  • Trotz Einschätzung der Behörden, dass eine Fussfessel möglich wäre, bestanden Bedenken wegen möglicher Kontakte zu Opfern. Bei einer Freilassung hätten strenge Auflagen wie Alkohol- und Drogenverbot gegolten.

Ein Gericht in Oslo hat entschieden, dass Marius Borg Høiby vorerst in Untersuchungshaft bleibt, heisst es in einem Artikel der «Bild» am Mittwoch. Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) darf nicht mit Fussfessel entlassen werden und muss bis zur Urteilsverkündung Anfang Juni im Gefängnis bleiben.

Der Richter hörte sich am Mittwochmorgen während rund einer Stunde die Argumente von Høiby und seinem Anwalt René Ibsen an. Dieser hatte eine Freilassung mit Fussfessel beantragt und erklärte vor der Verhandlung: «Marius hat es schwer, aber es ist okay.» Zur möglichen Lösung sagte er: «Es sind strenge Bedingungen, aber er hat damit einen gewissen Grad an Freiheit. Er kann dann normaler als im Gefängnis leben.»

Høiby vor Gericht

Vor Gericht schilderte Høiby seine Situation in der Haft: «Ich sitze im Osloer Gefängnis in Einzelhaft. Ich habe extrem wenig menschlichen Kontakt, zwei oder drei Besuche pro Woche. Es ist ziemlich schwer, so lange keinen sozialen Kontakt zu haben.» Weiter sagte er: «Ich merke, wie mir die Isolation schadet. Ich bin sozial passiv, habe große Probleme mit dem Schlaf und dem Appetit. Tagsüber habe ich wirklich Probleme mit meinem Gedächtnis. Es ist ein hartes Leben im Osloer Gefängnis.» Auf die Frage zu möglichen Verstössen gegen Auflagen erklärte er: «Ich habe eine sehr klare Botschaft erhalten: Es gibt keine zweite Chance.»

Laut einem 30-seitigen Bericht der norwegischen Strafvollzugsbehörden galt Høiby als «geeignet» für eine elektronische Fussfessel. Auch sein Wohnsitz auf dem Schlossgelände hätte die Voraussetzungen erfüllt. Zu Vorwürfen rund um Drogen sagte er: «Ich sehe da keine Probleme. Ich tue alles, damit ich aus der Zelle kommen kann, ganz einfach. Und auch alles, um nicht mehr dort reinzukommen.»

Strenge Auflagen bei Freilassung

Im Gericht kam auch seine Mutter zur Sprache. Høiby erklärte: «Ich habe jemanden in enger Familie, der eine Krankheit hat, die den Besuch im Osloer Gefängnis etwas schwieriger macht, als wenn ich zu Hause wäre.» Auf Nachfrage bestätigte er, dass er damit seine Mutter meint.

Bei einer Freilassung hätte Høiby strenge Auflagen einhalten müssen, darunter kein Alkohol, keine Drogen und kein Kontakt zu mutmasslichen Opfern. Sein Anwalt betonte: «Es bestehe überhaupt keine Gefahr, dass Marius jemanden aufsuchen könnte.» Opferanwälte äusserten jedoch Bedenken, insbesondere wegen möglicher Kontakte über Smartphone und Internet.