11. Tag im StrafprozessMarius Borg Høiby: «Ich war Norwegens meistgehasster Mann»
Noemi Hüsser
19.2.2026
Der Sohn der norwegischen Kronprinzessin ist für vier Vergewaltigungen nach norwegischem Recht angeklagt.
Ane Hem/NTB/dpa
Am 11. Prozesstag im Fall Marius Borg Høiby gings um eine weitere mutmassliche Vergewaltigung. Der Sohn der norwegischen Kronprinzessin räumte ein, intime Aufnahmen ohne Einwilligung gemacht zu haben.
Am 11. Prozesstag in Oslo stand der vierte mutmassliche Vergewaltigungsvorwurf gegen Marius Borg Høiby im Zentrum.
Ihm wird vorgeworfen, eine Frau nach einvernehmlichem Sex im November 2024 mehrfach missbraucht und intime Aufnahmen ohne ihre Zustimmung gemacht zu haben.
Høiby räumte am Donnerstag ein, die Aufnahmen ohne ausdrückliches Einverständnis gemacht zu haben und schilderte unter Tränen die psychischen Folgen der öffentlichen Vorwürfe gegen ihn.
In Oslo fand am Donnerstag der 11. Prozesstag im Fall von Marius Borg Høiby statt. Im Mittelpunkt stand der vierte mutmassliche Vergewaltigungsfall, für den der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit angeklagt ist.
Høiby soll das mutmassliche Opfer im November 2024 in einem Hotelzimmer nach einvernehmlichem Sex mehrmals sexuell missbraucht haben. Zudem soll er insgesamt 27 Videos und vier Fotos von ihr aufgenommen haben – unter anderem von ihrem Intimbereich.
Das mutmassliche Opfer hatte schon einen Tag zuvor ausgesagt. Die Frau erzählte, sie sei nach dem einvernehmlichen Sex eingeschlafen, in der Nacht jedoch mehrfach erwacht, weil sie Høibys Finger in ihrem Intimbereich gespürt habe. «Ich habe vor Schmerzen gezuckt», zitiert die «Bild» die Frau. Als sie bei der Polizei erstmals die Videos gesehen habe, sei ihr übel geworden. «Ich habe mich sehr leer, deprimiert und einsam gefühlt.»
Eigentlich hätte auch schon Høiby am Mittwoch aussagen sollen, doch weil die Vernehmung der Frau länger gedauert hatte, wurde Høibys Aussage verschoben.
In seiner Aussage erzählte der 29-Jährige, dass er sich in den Monaten nach seiner Festnahme im Sommer 2024 ständig beobachtet gefühlt habe. «Ich hatte viel Paranoia in dieser Zeit, dadurch, dass Bilder von mir verbreitet wurden», sagte er laut der norwegischen Zeitung «Verdens Gang» vor Gericht. «Ich fühlte mich überwacht und dachte, dass mein Telefon gehackt worden sei. Ich trug Kappe und wollte nicht von Kameras entdeckt werden. Das hat mich sehr beschäftigt.»
Er habe es auch gemieden, in der Stadt unterwegs zu sein: «Ich war ja Norwegens meistgehasster Mann.» Vor allem habe er Angst gehabt, im Rausch gefilmt oder fotografiert zu werden.
Høiby weinte während Aussage
Weiter gab er laut der «Bild» zu, dass er das mutmassliche Opfer nicht um Einverständnis gebeten habe, bevor er die Fotos und Videos aufgenommen hat. «Sie machte ja mit», begründete er die Frage, warum er es trotzdem getan hat. «Es gab kein Nein. Kein: Ich möchte nicht.» Høiby hat laut der «Bild» während seiner Aussage zu weinen und zu schluchtzen begonnen. Auch eine Vereinbarung, dass Hoiby mit dem mutmasslichen Opfer Sex haben könne, während sie schlief, habe es nicht gegeben.
Ebenfalls äusserte sich ein Schlafexperte sich am Donnerstag vor Gericht. Er sagte, dass sich das mutmassliche Opfer wahrscheinlich im Halbschlaf befand. «In diesem Zustand dauert es eine Weile, bis man verarbeitet, was geschieht. Möglicherweise war sie aufgrund von Schlaf oder Schlaftrunkenheit nicht in der Lage, den Handlungen Widerstand zu leisten», sagte er laut der «Bild».
Auch eine Freundin und die Schwester des mutmasslichen Opfers sagten vor Gericht aus. Ihnen hat das mutmassliche Opfer von der Nacht erzählt. Weiter hätte auch ein Zeuge vor Ort sein sollen, den Høiby 2024 in der U-Haft kennengelernt hatte und dem gegenüber Høiby mit der Nacht geprahlt haben soll. Er tauchte jedoch nicht auf.