Das passierte in Avatar 1 und 2
Eine Kurzzusammenfassung der beiden ersten Avatar-Filme.
10.12.2025
«Avatar» und ich – eigentlich kein Match. Nie hätte ich gedacht, dass mich ausgerechnet ein 3D-Spektakel so nachhaltig aus der Bahn werfen würde. Ein guter Anlass, um über die Magie des «ersten Mals» im Kino nachzudenken.
Avatar hatte Glück mit mir.
Das klingt paradox und bedarf einer Erklärung. Als James Camerons Science-Fiction-Epos «Avatar – Aufbruch nach Pandora» 2009 in die Schweizer Kinos kam, überredete mich ein Kollege zu einem 3D-Besuch.
3D-Kino? – Für mich war das bis dahin kein Thema. Ich bin ein Kind der 70er Jahre, meine cineastische Hochphase lag in den 90ern – ein Cineast im strengen Sinn war ich nie, aber ein Liebhaber von Filmen wie Krzysztof Kieślowskis Trilogie «Drei Farben Blau» oder Emir Kusturicas «Black Cat, White Cat». Auch zu dem ellenlangen Werk «Die schöne Querulantin», das schon im Divertimento über zwei Stunden dauerte, stehe ich.
Was ich damit sagen will: Ich liebe Filme wegen ihrer Geschichten, nicht primär wegen gewaltiger visueller Effekte.
Ein 3D-Erlebnis wie ein Initiationsritus
Nun, mein Kollege konnte mich trotzdem überzeugen.
Und um es kurz zu machen: Avatar in 3D war eine Offenbarung – ja, fast ein Initiationserlebnis. Dieses Gefühl, in eine fremde Welt mit eigener Physik, eigener Flora und Fauna und einer stimmigen, bis ins letzte Detail durchdachten Ökologie einzutauchen, war überwältigend.
Allein die schwebenden Samen des Seelenbaums, in Wirklichkeit spirituelle Waldgeister – Atokirina nennen sie die indigenen Na’vi – wirkten so real, als würden sie tatsächlich vor einem hindurchgleiten. Oder die fluoreszierenden Pflanzen, die nach dem Prinzip der Biolumineszenz funktionieren und bei Berührung die Farbe wechseln. Es waren vor allem diese Details, die mich vollkommen gefesselt haben.
Und so erzählte ich jedem, der es hören wollte oder auch nicht, wie genial Avatar ist und wie sehr mich der Film, insbesondere visuell, in seinen Bann gezogen hat.
Teil zwei und das Gesetz der ersten Reise
Dann kam Teil zwei: «Avatar: The Way of Water».
Nicht, dass ich sehnsüchtig darauf gewartet hätte – mein bevorzugtes Filmgenre liegt, wie erwähnt, anderswo. Aber klar war: Auch Teil 2 würde ich im Kino sehen, selbstverständlich wieder in 3D.
Wie die Fortsetzung war? Mit einem Wort: Repetition.
Ich erinnerte mich an etwas, das ich einmal in der Tourismusforschung gelesen hatte: Die ersten Ferien, die man ohne Eltern – allein oder mit Freunden – verbringt, prägen sich fürs Leben ein. Spätere Reisen können grossartig sein, neue Länder, neue Eindrücke, alles wunderbar. Aber sie erreichen emotional selten die Wucht des ersten selbstständigen Aufbruchs. Neuropsychologisch liegt das daran, dass das Gehirn «Erstmaligkeit» besonders tief speichert; spätere Erlebnisse werden stärker gefiltert, stärker mit bekannten Mustern abgeglichen.
Ein Spektakel, das vertraut wirkt
Und genau so fühlte sich «Avatar:The Way of Water» für mich an.
Natürlich hat James Cameron sich Mühe gegeben: Nach dem Dschungel-Kosmos des ersten Teils entführte er das Publikum diesmal in die Unterwasserwelt Pandoras. Es gibt riesige, walartige Tulkun, die eleganten, als Reittiere dienenden Ilu und die schnellen Skimwings.
Alles tipptopp umgesetzt, visuell einzigartig.
Aber eben: Für mich fühlte es sich an wie ein zehnter Trip nach Mexiko. Wiederholung mit Variation. Immer noch Ferien – aber ohne diesen alles überstrahlenden Wow-Moment.
Neuer Aufbruch mit «Fire and Ash»
Nun kommt der dritte Teil «Avatar: Fire and Ash» in die Kinos. Natürlich werde ich ihn mir ansehen, natürlich in 3D.
Denn mal ehrlich: Wer fährt nicht gerne in die Ferien – selbst wenn man das Reiseziel schon kennt?
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