Prozess in Oslo Høiby brach am Gericht zusammen – Anwalt bestätigt

Carlotta Henggeler

3.2.2026

Die Palastmauern des norwegischen Königshaus zittern: Mette-Marits ältester Sohn Marius steht vor Gericht. Er ist in mehreren schwerwiegenden Punkten angeklagt. blue News hält dich im Ticker auf dem Laufenden.

Redaktion blue News

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Gegen Høiby läuft in Oslo ein viel beachteter Prozess.
  • Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit aus einer früheren Beziehung ist bislang in 38 Punkten angeklagt. Darunter  Vergewaltigung, Misshandlung in engen Beziehungen, Körperverletzung, Sachbeschädigung sowie Verstössen gegen Besuchsverbote. Die ersten Vorwürfe waren 2024 laut geworden.
  • Der Prozess soll bis Mitte März andauern.
  • Es ist verboten, Fotos von Marius aus dem Gerichtssaal zu zeigen.
  • Für den Prozess sind derzeit 28 Verhandlungstage angesetzt – inklusive voraussichtlicher Urteilsverkündung am 19. März 2026. Der Prozess findet im Gerichtssaal 250 im Osloer Bezirksgericht (Oslo tingrett) statt.
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  • 9:40

    Im Gericht zusammengebrochen, Anwalt bestätigt Vorfall

    Høibys Anwälte Ellen Holager Andenæs (78) und Petar Sekulic (54) haben während des Prozesses immer wieder auf die gesundheitliche Vulnerabilität ihres Mandanten hingewiesen.

    Borg Høibys Anwälte Ellen Holager Andenæs (78) und Petar Sekulic (54) betonten bereits vor und während des Prozesses mehrfach, dass ihr Mandant sich in einem vulnerablen gesundheitlichen Zustand befindet. Nach seiner vierten Festnahme – kurz vor Beginn des Vergewaltigungsverfahrens – musste Marius Borg Høiby wegen mutmasslicher Körperverletzung, Messerbedrohung und eines Verstosses gegen das Kontaktverbot sogar zwei Nächte im Spital verbringen. Zudem ordnete ein Richter aufgrund von Wiederholungsgefahr eine vierwöchige Untersuchungshaft an.

    Jetzt bestätigt sein Anwalt gegenüber der dänischen Zeitung «seoghoer.dk»: Marius erlitt im Gericht einen schweren Zusammenbruch. Der Vorfall sei körperlich und psychisch schwerwiegend gewesen. Wann sich der Vorfall genau ereignet habe, das ist der Zeitung nicht bekannt. Es könnte sich während einer Prozesspause oder am Ende eines Prozesstages ereignet haben. Vier Tage stand Borg Høibys bereits vor Gericht. Laut seines Anwalts braucht er einige Zeit, um sich vom Vorfall zu erholen. 

  • 11.50 Uhr

    Høiby «Vergewaltigung» gegoogelt

    Als es im Prozess um Høibys Suchverläufe geht, sagt er mit Tränen in den Augen: «Ich finde es völlig absurd, das mit einzubeziehen. Ich verstehe nicht, warum man das überhaupt miteinbeziehen sollte. Warum um alles in der Welt sollte man das miteinbeziehen?».

    Er verstehe nicht, weshalb seine Suchverläufe im Prozess eine Rolle spielten – er hat etwa den Begriff «Vergewaltigung» in Kombination mit seinem Namen gegoogelt. Er glaube nicht, dass die Suchverläufe mit den vorgeworfenen Taten im Zusammenhang stehen würden.

    Mit seiner rechten Hand wischt er sich Tränen weg. Die Zeitung «Nettavisen» beschreibt Høiby in dem Moment als «wütend». 

  • 10 Uhr

    «Wir hatten eine Vereinbarung, dass ich weitermachen darf, auch wenn sie schläft»

    Staatsanwalt Sturla Henriksbø will von Høiby wissen, ob er vereinbart habe «Sex mit schlafenden oder bewusstlosen Personen» zu haben. Gestern sagte er nämlich über die gleiche Frage: «Ich habe keinen Sex mit schlafenden Leuten.» 

    Doch heute, Donnerstag, antwortet er laut der Zeitung «vg.no» so: «Manchmal waren die Frauen müde, und dann haben sie gesagt, dass ich einfach weitermachen kann. Manchmal habe ich auch nicht gemerkt, dass sie eingeschlafen sind, aber es gab da diese Absprache.»

    Darüber wird er genauer ausgefragt. Er sagt, das sei schon vorgekommen, weil er nicht gewartet habe, bis eine Frau eingeschlafen sei. 

  • 9.57 Uhr

    Gelöschte Videos, Polizisten sagen nun aus

    Høiby wird zur Zeitabfolge nach der Party-Nacht auf Schloss Skaugum genauer befragt. Es wird ihm vorgeworden, vorhandene Bild- und Videomessages abgeschickt und zu einem späteren Zeitpunkt gelöscht haben. Er bestreitet dies. Die Staatsanwaltschaft ist der Meinung, dass diese Videos einen der ihm vorgewofenen Missbräuche zeigen. Nach dieser Befragung werden Polizisten zur Tat befragt. Sie gehören zum Team, die gegen Marius Høiby ermittelt haben. 

  • Donnerstag, 9.55 Uhr

    Ketamin-Party auf Ibiza

    Staatsanwalt Sturla Henriksbø befragt Høiby am Donnerstag erneut. Dabei ist auch sein Drogenkonsum ein zentrales Thema. Borg Høiby räumte schon vor zwei Jahren ein, «seit längerer Zeit mit Drogenmissbrauch» zu kämpfen.

    Er sagt aus, auf Ibiza «irrtümlicherweise» einmal die Droge Ketamin konsumiert zu haben. Jemand habe ihm zwei Striche auf seinem Handy angeboten. Er dachte, das sei Kokain. Dazu sagt er «Fuck!», er habe danach nur noch auf einer Bank sitzen können und ein paar Stunden abwarten: «Bis ich wieder normal werde.»

  • 15.12 Uhr

    «Das habe ich doch schon eine Million Male erklärt»

    Die Befragung wird zunehmend psychologisch. Staatsanwalt Sturla Henriksbø stellt Fragen, die gezielt auf Marius’ Erinnerungsvermögen abzielen – und darauf, wie sein «Gehirn funktioniert». Immer wieder geht es um Details, um Wahrnehmungen, um das, was präsent ist – und das, was angeblich verschwommen bleibt.

    Während der Aussagen rutscht Marius eine Bemerkung heraus, die im Saal aufhorchen lässt. Nach dem Sex mit der sogenannten «Frogner-Frau» sei es ihm darum gegangen, «dass sie hinauskommt, bevor die Angestellten kommen», erklärt er. Dass diese Worte hart klingen, ist ihm offenbar bewusst. Er schiebt nach: «Das hört sich zwar unsympathisch an, aber darum ging es.» Bereits zu Beginn der Befragung ordnet Marius sein Verhalten selbst ein. Er habe ein erhöhtes Anerkennungsbedürfnis, das er über Sex und Drogen kompensiert habe.

    Die Polizei geht davon aus, dass Marius die «Skaugum-Frau» im Jahr 2018 gefilmt und sie im Schlaf oder in einem Zustand, in dem sie sich nicht wehren konnte, sexuell missbraucht habe. Vor Gericht widerspricht Marius dieser Darstellung deutlich. Er sagt, er und die Frau hätten «bei vollem Wachzustand regelmäßigen Sex» gehabt. Ob er sie gefilmt habe? «Ich kann mich daran nicht genau erinnern», lautet seine Antwort. Die «Skaugum-Frau» hatte zuvor ausgesagt, sie habe nur einmal Sex mit Marius gehabt – einvernehmlich in der Partynacht, noch vor der mutmasslichen Vergewaltigung.

    Henriksbø lässt nicht locker. Immer wieder fragt er nach, warum manche Erinnerungen plötzlich klar seien, andere dagegen verschwimmen. Marius muss im Saal Fotos und Videoaufnahmen, die der Polizei vorliegen, einordnen. Unter anderem soll er sagen, ob er erkennt, dass sich die Frau darauf bewegt. Seine Antwort: «Nein.» Trotzdem zeigt sich Marius überzeugt: Die «Skaugum-Frau» müsse bei Bewusstsein gewesen sein. Seine Begründung: «Ich habe keinen Sex mit schlafenden Leuten.»

    Die wiederholten Nachfragen scheinen den Angeklagten zunehmend zu nerven. Schließlich platzt es aus ihm heraus: «Das habe ich doch schon eine Million Male erklärt.»

  • 14.55 Uhr

    Flaschendrehn und Kokain auf Party

    Die Staatsanwaltschaft hakt weiter nach und will Klarheit über das Geschehen während der Partynacht im Dezember 2018 auf Schloss Skaugum. Auf die Frage, ob damals Alkohol und Kokain konsumiert worden seien, antwortet Marius Borg Høiby knapp: «Das denke ich.» Es sei kein Abend gewesen, der ihm besonders im Gedächtnis geblieben sei. Staatsanwalt Sturla Henriksbø bleibt dran: «Erinnerst du dich, ob sonst noch jemand Drogen genommen hat?» Gemeint ist Kokain. Marius bestätigt erneut: «Das denke ich auch.»

    Dann geht es um das Flaschendrehen, das an jenem Abend gespielt worden sein soll. Henriksbø will wissen, wie genau das Trinkspiel funktioniert und nach welchen Regeln es ablief. Doch Marius kann darauf keine klare Antwort geben. Stattdessen sagt er trocken: «Das habe ich mich selbst auch gefragt.»

    Im Gerichtssaal sorgt diese Bemerkung für Gelächter – ein kurzer Moment der Erleichterung in einem ansonsten angespannten Verfahren. Doch der Ton wird schnell wieder ernst. Der Staatsanwalt stellt erneut detaillierte Fragen zum Konsum illegaler Drogen. Marius erklärt, er habe damals ein «extremes Bedürfnis nach Bestätigung» verspürt. Dieses Verlangen habe dazu geführt, dass er immer mehr Sex, Alkohol und Drogen konsumierte.

  • 14.41 Uhr

    Staatsanwältin: «Erinnerst du dich jetzt an mehr als früher?»

    Im Gerichtssaal wird nun in die Vergangenheit geblickt. Der Staatsanwalt verliest Auszüge aus früheren Vernehmungen von Marius Borg Høiby. Im Zentrum steht die Frage, wie gut sich der Angeklagte an die Vorgänge der Nacht im Dezember 2018 erinnern kann – und ob sich seine Aussagen im Laufe der Zeit verändert haben.

    Es geht um Details: Wer war damals anwesend? Welche Gäste befanden sich auf Schloss Skaugum? Staatsanwalt Sturla Henriksbø hakt nach: «Erinnerst du dich jetzt an mehr als früher?»

    Marius antwortet ausweichend: «Während des Verhörs konnte ich mich nicht erinnern, wer es war.» Henriksbø macht klar, worum es ihm geht: «Der Grund, warum ich das anspreche, ist, dass ich wissen möchte, wie Ihre eigenen Erinnerungen aussehen.»

    Anschliessend rücken SMS-Nachrichten in den Fokus, die Marius in der fraglichen Nacht an Freunde geschickt hatte. Darin betonte er, dass sich die Gäste ausschliesslich im Keller von Schloss Skaugum aufhalten sollten. In einer Nachricht heisst es deutlich: «Es ist verdammt wichtig.» Vor Gericht erklärt Marius den Hintergrund dieser Anweisung: «Meine Eltern waren zu Hause und höchstwahrscheinlich auch meine Geschwister.»

  • 14.11 Uhr

    «Ich will nicht ständig an Nacktfotos vorbeiscrollen müssen»

    Die Staatsanwaltschaft geht nun in die Offensive. Im Fokus stehen die zahlreichen Fotos und Videos mit sexuellen Inhalten, die bei Marius Borg Høiby gefunden wurden. Die Ermittler entdeckten das Material unter anderem auf einem Laptop. Marius räumt ein, solche Aufnahmen zu besitzen – betont jedoch, sie bewusst nicht auf dem Handy gespeichert zu haben. «Ich will nicht ständig an Nacktfotos vorbeiscrollen müssen», erklärt der Angeklagte vor Gericht. Deshalb speichere er solche Inhalte an anderen Orten. Doch, so betont er: «Nicht, damit sie verschwinden. Es war nie für jemand anderen als mich bestimmt.»

    Anschliessend wendet sich die Befragung dem Drogenkonsum zu. Bereits 2024 hatte Marius öffentlich erklärt, seit Langem Drogenprobleme zu haben. In derselben Stellungnahme gab er an, dass die Attacke auf ein weiteres mutmassliches Opfer, die sogenannte «Frogner-Frau», im Sommer 2024 unter dem Einfluss von Kokain und Alkohol geschehen sei. Vor Gericht macht Marius erneut deutlich, wie belastend das Verfahren für ihn sei – vor allem die öffentliche Dimension. «Die ganze Zeit wird ja unheimlich viel geschrieben. Und ich kriege alles mit», sagt er. «Ich lese absolut jeden der hunderttausend Artikel, die es gibt.»

    Dann geht es wieder um die «Skaugum-Frau». Diese hatte die Beziehung als locker und oberflächlich beschrieben und ausgesagt, dass es vor der Partynacht vom 20. Dezember 2018 auf Schloss Skaugum keinen Geschlechtsverkehr zwischen ihnen gegeben habe. Marius widerspricht dieser Darstellung nun deutlich. Auf die Frage nach dem Verhältnis erklärt er vor Gericht, er habe bereits einige Jahre vor der mutmasslichen Vergewaltigung einvernehmlichen Sex mit der Frau gehabt.

  • 14.09 Uhr

    «Oh, heute Nacht war aber Action»

    Im Zeugenstand führt Marius Borg Høiby seine Darstellung der Ereignisse nach der Partynacht auf Schloss Skaugum fort. Während die sogenannte «Skaugum-Frau» das Anwesen noch vor dem Morgen verlassen habe, sei einer seiner Freunde über Nacht geblieben. Am nächsten Tag habe Marius diesem Fotos gezeigt und gesagt: «Oh, heute Nacht war aber Action.»

    Warum er solche Bilder in einem eigenen Ordner gespeichert habe, erklärt der Angeklagte mit Alltäglichkeit: «Wenn ich Mama Ferienfotos zeigen will oder einem Kumpel mein Motorrad, will ich nicht an einer Reihe Sex-Fotos vorbeiscrollen. Deshalb habe ich diese Sachen woanders abgelegt. Das war der einzige Grund.»

    Dann hakt die Staatsanwaltschaft nach. Staatsanwalt Sturla Henriksbø stellt eine grundsätzliche Frage: Was bedeutet Sex für ihn? Marius’ Antwort sorgt für Stirnrunzeln: «Das ist von der Situation abhängig. Alles, was mit Geschlechtsorganen zu tun hat. Wenn man die nicht direkt berührt, dann ist es kein Sex.»

  • 13.39 Uhr

    «Ich kann mich nicht daran erinnern, Fotos oder Filme von ihr gemacht zu haben»

    Marius Borg Høiby wird vorgeworfen, bei der sogenannten «Skaugum-Frau» einen sexuellen Übergriff begangen zu haben. Er soll, während sie geschlafen haben oder sich nicht habe wehren können, einen Finger in ihre Vagina eigeführt haben. Zudem soll er Aufnahmen der Tat gemacht haben. Marius hat sich in diesem Punkt für nicht schuldig erklärt.

    Vor Gericht sagt er nun: «Ich kann mich nicht daran erinnern, Fotos oder Filme von ihr gemacht zu haben.»

    Auch an einen Geschlechtsverkehr auf der Toilette könne er sich nicht erinnern. Was ihm jedoch laut eigener Aussage noch präsent sei, schildert er so: «Dann legen wir uns auf das Sofa, küssen uns, hatten Sex in Doggy. Ich erinnere mich nicht, sie gefingert zu haben oder so.»

    Weiter erklärt Marius, es sei für ihn «komisch gewesen, wenn ich mit ihr zum Frühstück gekommen wäre», deshalb habe die Frau gehen müssen. Er habe sie anschliessend zum Wachpersonal gebracht, sie dort umarmt – «und dann fuhr sie ab».

  • 13.23 Uhr

    Høiby über die Party-Nach 2018

    Nun kommt Marius Borg Høiby ausführlich auf sein erstes mutmassliches Opfer zu sprechen, die sogenannte «Skaugum-Frau». Seine Aussagen sorgen im Gerichtssaal für spürbare Spannung.

    Er beschreibt die erste Begegnung so: «Sie bewunderte meinen Porsche, den ich da fuhr. Obwohl es abends war, setzte sie eine Sonnenbrille auf.» Die Frau habe sich ihm genähert – «wohl, um mich zu küssen», sagt Marius. Doch dann sei etwas passiert, das ihn misstrauisch gemacht habe: Er habe «ein Kamerageräusch» gehört und sofort verstanden, «dass es ‹Se Og Hør› war», eine bekannte norwegische Zeitschrift.

    Laut Marius soll das Blatt der «Skaugum-Frau» rund 4400 Euro für das Foto geboten haben. Er habe damals gedacht, sie «verkauft keinen Freund». Später, so seine Darstellung, habe die Frau «mit allem geflirtet, was herumlief».

    Anschliessend spricht Marius über die Partynacht vom 20. Dezember 2018 auf Schloss Skaugum. Ihm wird vorgeworfen, die «Skaugum-Frau» während dieser Feier vergewaltigt zu haben. Marius beschreibt detailliert, welchen Eingang er und seine Partygäste in jener Nacht benutzten, um in die Residenz zu gelangen. Zu diesem Zeitpunkt lebte er selbst auf dem Anwesen.

  • 13.09 Uhr

    Auf einer Party das erste Mal Kokain konsumiert

    Im streng bewachten Saal 250 wird es ernst. Marius Borg Høiby schildert vor Gericht erstmals, wie er das mutmassliche Opfer traf – die sogenannte «Skaugum-Frau». Ihm wird vorgeworfen, die Frau am 20. Dezember 2018 während einer Partynacht auf Schloss Skaugum vergewaltigt zu haben.

    Dabei macht Marius eine aufsehenerregende Aussage: An jenem Abend habe er zum ersten Mal Kokain konsumiert, erklärt er vor Gericht. Ein Detail, das dem ohnehin heiklen Verfahren zusätzliche Brisanz verleiht.

    Während Marius spricht, sorgen zwei Sicherheitsbeamte direkt hinter ihm für strikte Ordnung. Sie überwachen aufmerksam den Saal und stellen sicher, dass niemand die Aussagen filmt oder aufnimmt. Klar ist: Fotos von Marius aus dem Gerichtssaal sind verboten.

  • 13.03 Uhr

    Høiby wäscht Namen seiner Mutter rein

    Im Gerichtssaal wird es plötzlich persönlich. Marius Borg Høiby, der Angeklagte, stellt sich schützend vor seine Mutter, Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen – und versucht, die aufkommenden Spekulationen ein für alle Mal zu beenden. Hintergrund ist eine verschwundene SIM-Karte, die im Laufe der Ermittlungen für Aufsehen sorgte. Nach einer Durchsuchung seines früheren Hauses war die SIM-Karte eines Handys spurlos verschwunden. Schnell wurde gemutmasst, Marius selbst könnte sie entfernt haben. Doch der widersprach – und bald richtete sich der Verdacht in eine noch heiklere Richtung.

    Da Mette-Marit vorab über die Festnahme ihres Sohnes informiert worden war, wurde öffentlich spekuliert, sie könnte die SIM-Karte an sich genommen haben. Ein Gerücht, das Marius nun klar zurückweist.

    Vor Gericht erklärte Borg Høiby: «Daheim fand ich ein altes Handy, das ich lange nicht mehr benutzt hatte, und der Bildschirm war außerdem kaputt. Das habe ich dann abgegeben.» Dann folgt der Satz, der im Saal für Aufmerksamkeit sorgt – und wohl auch für Schlagzeilen: «Die Leute hier hinter mir» – damit deutet Marius auf die anwesende Presse – «behaupten, dass Mama mein Handy genommen habe, aber das stimmt nicht – sie hat das Geschirr gespült.»

  • 12.58 Uhr

    Jetzt spricht Marius Borg Høiby

    Marius Borg Høiby beginnt vor Gericht mit seiner Aussage. «Ich finde es wahnsinnig schwierig, vor so vielen Menschen zu sprechen», sagt der Sohn der norwegischen Kronprinzessin. Dabei bricht seine Stimme, Høiby beginnt zu weinen. Er bittet darum, vorab etwas anmerken zu dürfen, und sagt mit stockender Stimme: «Seit ich drei Jahre alt bin, wurde ich von der Presse verfolgt. Sehr wenige hier können sich mein Leben vorstellen. Ich war in Norwegen nur als der Sohn von Mama bekannt und hatte ein grosses Bestätigungsbedürfnis.» Dieses habe sich bei ihm «in Sex, Alkohol und so weiter» geäussert.

  • 10.28 Uhr

    «Verrat und Schock» – am norwegischen Mega-Prozess wird es emotional

    Im Vergewaltigungsprozess gegen Marius Borg Høiby hat ein mutmassliches Opfer ausführlich ausgesagt. Wie die norwegische Zeitung Verdens Gang berichtet, beschrieb die Frau ihre Erlebnisse als «Verrat und Schock». Sie habe zunächst nicht glauben können, dass Høiby ihr so etwas antun konnte.

    Der Sohn der norwegischen Kronprinzessin soll die Frau während einer Party mit Freunden im Keller der Residenz des Kronprinzenpaares im Schlaf sexuell berührt, mit dem Finger in sie eingedrungen und die Tat gefilmt haben. Die Frau sagte aus, sie habe einen völligen Blackout erlebt – einen solchen Zustand habe sie zuvor nie gekannt. Möglicherweise sei ihr etwas eingeflösst worden, das sie nicht freiwillig zu sich genommen habe.

    Der 29-Jährige ist in diesem und drei weiteren Fällen wegen Vergewaltigung angeklagt. Bereits am Vortag hatte die Frau ausgesagt, sie und Høiby hätten zunächst sehr kurz einvernehmlichen Sex auf einer Toilette gehabt, danach könne sie sich an nichts mehr erinnern. Der Angeklagte will im Verlauf des Tages zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Seine Verteidigerin erklärte, es sei sein ausdrücklicher Wunsch, sich zu erklären.

  • Mittwoch, 4. Februar, 09.06 Uhr

    Heute wird Marius Borg Høiby vernommen

    Marius Borg Høiby darf während des Prozesses nicht fotografiert werden.
    Marius Borg Høiby darf während des Prozesses nicht fotografiert werden.
    Ane Hem/NTB Scanpix Pool/AP/dpa

    Am Mittwoch, dem zweiten Prozesstag richtet sich der Blick erneut auf das mutmassliche Opfer – die sogenannte «Skaugum-Frau». Sie erscheint nochmals vor Gericht und wird diesmal von der Verteidigung befragt. Bereits am Vortag hatte sie ausgesagt, damals jedoch unter den Fragen der Staatsanwaltschaft.

    Nach der Mittagspause wird es noch spannender: heute wird Marius vernommen. Die Staatsanwaltschaft nimmt sich des Beschuldigten an – ein entscheidender Moment im laufenden Verfahren.

  • 16:52

    Mutmassliches Opfer: «Ich sitze hier und zittere»

    Am Nachmittag hat das erste mutmassliche Opfer ausgesagt. «Das ist das Letzte, das ich mir wünsche», sagte die Frau der norwegischen Nachrichtenagentur NTB zufolge über ihren Auftritt vor Gericht. «Ich finde das alles surreal und bin ziemlich überfordert.» Es sei unangenehm und ungerecht, in den Fall hineingezogen zu werden, sagte sie demnach weiter. «Ich sitze hier und zittere.»

  • 15:20

    Trinkspiele auf Schloss Skaugum

    Im Prozess geht es nun um Details zur Anklage. Das mutmassliche Opfer schildert vor Gericht, wie sie in einer Dezembernacht nach Schloss Skaugum gebracht wurde, wo in einem Raum mit mehreren unbekannten Frauen Trinkspiele begonnen hätten. Der Raum wirkte eng, wie ein Bunker. Man sagte ihr, das sei die Wohnung von Marius Borg Høiby. 

  • 15.03 Uhr

    Nun äussert sich der leibliche Vater von Marius Borg Høiby zum Prozess

    Die schwedische Plattform «Expressen» hat im Rahmen einer neuen Dokumentation über Marius Borg Høiby, den Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit, dessen Vater Morten Borg ausfindig gemacht.

    In der Sendung «Die Wahrheit über den Bonusprinzen» reagierte Borg zurückhaltend auf Fragen zum schwebenden Gerichtsverfahren gegen seinen Sohn. «Ich habe nichts zu sagen», erklärte er gegenüber der schwedischen Presse und wollte auch nicht verraten, ob er dem Prozess in Oslo beiwohnen werde.

    Mette-Marit und Morten Borg sind die Eltern von Marius Borg Høiby.
    Mette-Marit und Morten Borg sind die Eltern von Marius Borg Høiby.
    IMAGO/TT

    Bevor sich Kronprinzessin Mette-Marit 1999 in Prinz Haakon verliebte, war sie mit dem inzwischen vorbestraften Morten Borg liiert. Das Paar hatte 1997 Sohn Marius bekommen, trennte sich kurz nach dessen Geburt jedoch einvernehmlich. Morten Borg wurde im Jahr 2000 zu zwei Jahren Haft verurteilt, nachdem er mit 50 Gramm Kokain erwischt worden war.

    Bis zu seinem 18. Geburtstag lebte Marius teils auf dem königlichen Anwesen Skaugum, teils bei seinem Vater in dessen Wohnung. Zuletzt zeigte sich die Familie 2012 gemeinsam in der Öffentlichkeit, bei Marius’ Konfirmation in Asker. Wie das Verhältnis zwischen Vater und Sohn heute ist, ist unbekannt.

  • 11:45

    Nach Pause: Vorwurf erste mutmassliche Vergewaltigung

    Die mutmassliche Vergewaltigung soll sich in den Morgenstunden des 20. Dezember 2018 ereignet haben, während einer Party im Keller von Schloss Skaugum, der Residenz des norwegischen Prinzenpaares Mette-Marit und Haakon. Es sei viel Alkohol geflossen und ein Flaschendrehen-Spiel veranstaltet. Das Gericht zeigt Video-Aufnahmen, die die mutmassliche Vergewaltigung zeigen sollen. 

  • 10:39

    Rücksichtsloses Verhalten wird ihm auch vorgeworfen

    Marius wird in fünf Fällen wegen rücksichtslosen Verhaltens angeklagt. Laut Anklage soll er am 24. März 2024 in einem Osloer Nachtclub sowie am Folgetag in einer Wohnung die sogenannte «Frogner-Frau» angegangen sein. Die Vorwürfe gesteht er teilweise ein.

  • 10:19

    Prozess gestartet – Er bekennt sich «nicht schuldig» bei Vergewaltigungsvorwürfen

    Der Prozess mit Richter Jon Sverdrup Ejfestad ist in Oslo pünktlich gestartet. Marius Borg Høiby war zuvor im Spital – aus bisher unbekannten Gründen. 

    Marius wird schwere Körperverletzung vorgeworfen. Laut Anklage soll er am 4. August 2024 eine Frau mehrfach gewürgt und ihr ins Gesicht geschlagen haben. Im Prozess wird sie als «Frogner-Frau» bezeichnet. Marius räumt die Vorwürfe teilweise ein.

    Marius wird beschuldigt, am 2. November 2024 in einem Hotel eine Frau ohne Geschlechtsverkehr vergewaltigt zu haben. Laut Anklage war sie schlafend oder alkoholisiert. Er bestreitet die Vorwürfe.

    Marius Høiby wird beschuldigt, am 20. Dezember 2018 auf Gut Skaugum eine Frau ohne Geschlechtsverkehr vergewaltigt zu haben. Laut Anklage war sie müde und/oder alkoholisiert. Høiby weist die Vorwürfe zurück.

    In Bezug auf die Vorwürfe rund um Nora Haukland – darunter Drohung, Zwang und weitere Übergriffe – erklärt Marius, nicht schuldig zu sein.

    Marius Høiby wird vorgeworfen, in der Nacht auf den 8. Oktober 2023 auf den Lofoten eine Frau während des Geschlechtsverkehrs vergewaltigt zu haben. Laut Anklage soll die Frau geschlafen oder stark alkoholisiert gewesen sein und sich nicht wehren können. Høiby bestreitet die Vorwürfe.

  • 9:36

    Nervöser Eindruck beim Start

    Marius Borg Høiby wirkte bei Prozessbeginn nervös, berichten anwesende Medien. Er soll einen Rosenkranz dabei haben. 

    Andreas Kruszewski (Bildmitte) bei der Ankunft im Osloer Gericht. Er ist Teil der Staatsanwaltschaft (Investigative Leader).
    Andreas Kruszewski (Bildmitte) bei der Ankunft im Osloer Gericht. Er ist Teil der Staatsanwaltschaft (Investigative Leader).
    KEYSTONE
  • 9:30

    Vom Spital in den Gerichtssaal

    Laut Informationen der «Bild»-Zeitung soll sich Høiby kurz vor Prozessstart im Spital befunden haben. Er soll dort – laut norwegischen Medien – von seiner Familie besucht worden sein. Darunter waren seine Mutter Mette-Marit, Kronprinz Haakon und Stiefschwester Ingrid Alexandra. Warum er im Spital war, das ist nicht bekannt. 

  • 14:25

    Festnahme am Sonntag vor Prozessbeginn

    Am Montag, einen Tag vor Prozessstart, wird bekannt, dass Marius Borg Høiby festgenommen wurde. Es ist die dritte Festnahme innerhalb von vier Monaten.

    Marius Borg Høiby wurde am Sonntagabend wegen neuer Vorwürfe wie Körperverletzung, Bedrohung mit einem Messer und Verstoss gegen ein Besuchsverbot festgenommen. Die Polizei beantragt wegen Wiederholungsgefahr eine vierwöchige Haft.

    Die Haftanhörung findet einen Tag vor Prozessbeginn als schriftliches Verfahren statt, Høiby erscheint nicht persönlich, und seine Verteidigerin äussert sich nicht zu den Vorwürfen.