Mit 74 Jahren «Driving Home for Christmas»-Star Chris Rea ist tot

Sven Ziegler

22.12.2025

Chris Rea im Alter von 74 Jahren gestorben

Chris Rea im Alter von 74 Jahren gestorben

STORY: Der britische Rock- und Bluessänger Chris Rea ist im Alter von 74 Jahren  gestorben. Das gab seine Familie bekannt. Er sei «nach kurzer Krankheit friedlich im Krankenhaus» verstorben, hiess es in einer Erklärung. Er hatte schon in der Vergangenheit mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Rea wurde unter anderem mit dem Weihnachtshit «Driving Home for Christmas» weltberühmt.  Er veröffentlichte 25 Studioalben und war auch Songwriter und Gitarrist.   Zu seinen bekannten Songs gehören neben «Driving Home for Christmas» die Lieder «Josephine», «On the Beach» und «The Road to Hell». Nach britischen Medienangaben verkaufte er  nahezu 30 Millionen Platten. Der Sänger wurde 1951 in Middlesbrough als Sohn eines Italieners und einer Irin geboren und hatte sechs Geschwister. Er hinterlässt seine Ehefrau und zwei Töchter. 

22.12.2025

Chris Rea ist tot. Der britische Musiker starb im Alter von 74 Jahren. Mit seinem Weihnachtssong «Driving Home for Christmas» wurde er einst weltberühmt.

,

Sven Ziegler, Bruno Bötschi

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Der britische Sänger und Songwriter Chris Rea ist im Alter von 74 Jahren gestorben.
  • Weltweite Bekanntheit erlangte er mit dem Weihnachtshit «Driving Home for Christmas».
  • Der Song gehört seit Jahrzehnten zu den meistgespielten Liedern in der Adventszeit.

An dieser rauchigen und doch sanften Stimme kam in den vergangenen Wochen niemand vorbei. «Driving Home For Christmas», singt Chris Rea in dem gleichnamigen, mit am bekanntesten Weihnachtsklassiker, der Generationen überdauert. Millionen Menschen hören das Lied in der Adventszeit im Radio und bei den Streamingdiensten. Zwei Tage vor Heiligabend starb der britische Sänger im Alter von 74 Jahren.

Das berichtet die BBC unter Berufung auf seine Familie. Der Sprecher lässt sich wie folgt zitieren: «Mit grosser Trauer geben wir den Tod unseres geliebten Chris bekannt. Und weiter: «Er ist heute früh nach kurzer Krankheit friedlich im Krankenhaus verstorben, umgeben von seiner Familie.» Schon seit Jahren hatte der Musiker mit grossen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

«Driving Home For Christmas» rockt die Hitparade seit Jahren

«Driving Home for Christmas» aus dem Jahr 1986 erzählt, laut Chris Rea selbst, «die Geschichte eines müden Reisenden, der sich auf den Heimweg macht – ein Moment voller Wärme, Humor und Weihnachtsstimmung, der nichts von seiner Magie verloren hat».

Der Song klettert seit Jahren während der Adventszeit auch in der Schweizer Hitparade immer wieder weit nach oben. Aktuell steht das Lied auf Platz 25.

«Grammy-Nominierungen, Nummer-1-Alben und ein Weihnachtshit», schrieb die BBC zum Tod des Weltstars. Geschaffen hatte Rea auch die Ohrwürmer «Josephine» und «I Can Hear Your Heartbeat». In den vergangenen rund 25 Jahren hatte er sich vermehrt seiner musikalischen Leidenschaft gewidmet, seinem geliebten Blues.

Fremdeln mit den eigenen Hits

Reas Karriere war von einem Paradoxon geprägt: Zu seinen kommerziell erfolgreichsten Zeiten war er am wenigsten zufrieden. Schon sein erster Hit gefiel ihm überhaupt nicht. Das seichte «Fool (If You Think It's Over)» von 1978 war dennoch richtungsweisend für seinen musikalischen Weg. Sein Bluesrock war nicht erwünscht. «Für das, was ich machen wollte, hatte ich bei der falschen Plattenfirma unterschrieben», erzählte er einmal dem britischen Magazin «Classic Rock».

Umso bemerkenswerter, dass Rea sich damit arrangierte und ab den 80er Jahren grosse Erfolge feierte. Die Alben «On The Beach» und «The Road To Hell» mit geschmeidigem, lässig-entspanntem Poprock sind heute Klassiker. «Ich könnte ein Triple-Album mit der besten Musik der Welt machen, besser als Beethoven, die Leute würden trotzdem ‹On The Beach› hören wollen», sagte Rea. Er nahm es pragmatisch.

Relativ spät hatte sich der Sohn eines Italieners und einer Irin, der als Christopher Anton Rea im englischen Middlesbrough geboren wurde, mit 18 Jahren selbst das Gitarrespielen beigebracht. Nachdem er in einigen Bands gespielt und gesungen hatte, gelang ihm Ende der 1970-er als Solokünstler der Durchbruch.

Chris Rea ist tot. Der britische Musiker wurde 74 Jahre alt.
Chris Rea ist tot. Der britische Musiker wurde 74 Jahre alt.
Bild: arifoto UG/dpa-Zentralbild/dpa

Kein gewöhnlicher Musiker

Dem Ruhm, den seine musikalischen Erfolge mit sich brachten, konnte der zurückhaltende Brite nicht viel abgewinnen. In Interviews betonte er, er sei weder Popstar noch Rockstar. «Die (Rockstars) sorgen sich um ihre Frisur. Die lassen ständig etwas mit ihrem Gesicht machen», so Rea. «Wie du aussiehst und wie du klingst, ist alles. Es ist narzisstisch. Das bin ich nicht.»

Die Wende in seiner Karriere brachte die schwere Erkrankung. In den 90-ern hatte er schon eine lebensbedrohliche Bauchfellentzündung überstanden. 2001 stellten die Ärzte Bauchspeicheldrüsenkrebs bei ihm fest und machten Rea keine grossen Hoffnungen. Im Krankenhaus entschied er, endlich der Liebe zum Blues zu folgen, sollte er den Krebs überleben. «Wenn du kurz davor bist zu sterben, denn bewertest du neu, was dir wirklich wichtig ist», erklärte der Musiker im «Mirror»-Interview.

Es folgten mehrere Operationen, von denen er sich nie vollständig erholte. Später wurde ihm noch eine Niere entnommen. Einen weiteren gesundheitlichen Rückschlag überstand er 2016: Nach einem Schlaganfall konnte er vorübergehend weder richtig sprechen noch Gitarre spielen. Nur ein Jahr später stand er schon wieder auf der Bühne. Am Ende der Tournee brach er während eines Auftritts in Oxford zusammen. Die zwei verbleibenden Konzerte mussten daraufhin abgesagt werden.

Hits beliebter als Bluessongs

Der Musiker hinterlässt seine Ehefrau Joan, mit der er schon als Teenager zusammen war. Das Paar hat zwei Töchter, Josephine und Julia, über die Rea seine gleichnamigen Hits geschrieben hat.

Der Familie wegen verzichtete er auch auf eine grössere Karriere in den USA. Zwar war seine Musik dort erfolgreich, Rea weigerte sich aber in Amerika auf Tournee zu gehen, weil er nicht so lange von Frau und Kindern getrennt sein wollte.

Nach der schweren Krebserkrankung gründete er ein eigenes Label, auf dem er seit 2002 mehrere Blues-Alben veröffentlicht. Ein breites Publikum bevorzugte laut Rea dennoch seine alten Hits.


Mehr Videos aus dem Ressort

Stefanie Heinzmann, Sängerin: «Jetzt zu sterben wäre okay, aber ich würde mich ärgern, weil ...»

Stefanie Heinzmann, Sängerin: «Jetzt zu sterben wäre okay, aber ich würde mich ärgern, weil ...»

Stefanie Heinzmann ist eine der erfolgreichsten Sängerinnen des Landes. Ein Gespräch mit der Walliserin über ihr neues Album, ihre Schutzschilder – und warum sie mit 16 davon träumte, Bestatterin zu werden.

09.10.2025