Ein Leben im Rampenlicht Cher ist 80 – und hört einfach nicht auf, Schlagzeilen zu machen

Vania Spescha

20.5.2026

Auch mit 80 sorgt Cher weiterhin für Schlagzeilen – zuletzt mit ihrem Auftritt bei der diesjährigen Met Gala in New York und Gerüchten über eine mögliche Hochzeit.
Auch mit 80 sorgt Cher weiterhin für Schlagzeilen – zuletzt mit ihrem Auftritt bei der diesjährigen Met Gala in New York und Gerüchten über eine mögliche Hochzeit.
Bild: EPA/SARAH YENESEL

Cher wollte nie nur Sängerin oder Schauspielerin sein. Sie wollte berühmt werden. Lange bevor Social Media Aufmerksamkeit zum Geschäftsmodell machte, verstand sie, wie Sichtbarkeit funktioniert. Heute wird die Entertainerin 80 Jahre alt – und sorgt noch immer für Schlagzeilen.

Vania Spescha

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Cher wollte nie einfach nur Sängerin oder Schauspielerin werden. Sie wollte sichtbar sein – um jeden Preis.
  • Mit den gewagten Looks von Modedesigner Bob Mackie prägte die US-amerikanische Entertainerin den Glamour der Popkultur.
  • Mit dem Album «Believe» machte Cher Ende der 1990er-Jahre den Auto-Tune-Sound weltberühmt und prägte den modernen Pop nachhaltig.
  • Auch mit 80 sorgt Cher nach wie vor immer wieder für Schlagzeilen – zuletzt mit ihrem Auftritt an der Met Gala in New York und Gerüchten über eine mögliche Hochzeit.

Cher hat geschafft, wovon sie schon als Kind geträumt hatte. «Ich wollte einfach berühmt werden» – diesen Satz sagte die Sängerin im vergangenen Februar, als sie den Grammy Lifetime Achievement Award erhielt.

Sie wiederholte damit, was sie schon im 2025 erschienenen Buch «Cher. Die Autobiografie, Teil eins» beschrieben hat. Wie sie als kleines Mädchen im Kino sass, den Film «Dumbo» sah und plötzlich wusste: Ich will berühmt werden.

Jetzt ist Cher 80. Dass sie ihren Status als internationaler Superstar über so viele Jahre halten konnte, hat viel mit ihrem Kindheitswunsch zu tun, den sie konsequent verfolgte. Und Cher wusste genau, was es dazu braucht: Maximale Aufmerksamkeit.

Heute leben Influencer und Realitystars davon, Aufmerksamkeit in Erfolg zu verwandeln und so Karriere zu machen. Cher dachte schon in den 1950er-Jahren so, lange bevor es Instagram, TikTok oder überhaupt einen Begriff dafür gab.

Die Kunst, unübersehbar zu sein

Die Sängerin verstand früh, dass Talent allein nicht reicht. Man musste auffallen. Während andere Stars angepasst wirken wollten, setzte sie auf transparente Kleider, Federkostüme und Looks, die niemand vergass.

Cher und Designer Bob Mackie lernten sich Ende der 1960er-Jahre kennen und schufen gemeinsam einige der ikonischsten Bühnenlooks der Popgeschichte. 

Cher in einem Kostüm von Modemacher Bob Mackie auf ihrer Farewell Tour im Mai 2004 in der Wembley Arena in London.
Cher in einem Kostüm von Modemacher Bob Mackie auf ihrer Farewell Tour im Mai 2004 in der Wembley Arena in London.
Bild: KEYSTONE/EPA

Vieles davon würde heute sofort viral gehen. Genau darin war Cher ihrer Zeit voraus: Sie trat nie einfach nur auf – sie sorgte dafür, dass alle hinschauten.

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© Emiien Itim

Cher erfindet sich immer wieder neu

Die meisten Weltstars haben eine Phase grosser Erfolge. Cher hatte mehrere.

In den 1960er-Jahren wurde sie mit Sonny Bono zum Hippie-Popstar, später dominierte sie mit der «Sonny & Cher Comedy Hour» das amerikanische Fernsehen.

In den 1980ern folgte die erste Neuerfindung: Rock- und Pophits wie «If I Could Turn Back Time», dazu Hollywoodfilme wie «Moonstruck», für den sie 1988 den Oscar gewann.

Und als viele ihre Karriere bereits abgeschrieben hatten, gelang ihr Ende der 1990er mit «Believe» ein weiteres Comeback.

Der Song machte sie erneut zum Weltstar – und prägte mit seinem markanten Auto-Tune-Effekt den modernen Pop nachhaltig.

Mit über 50 landete sie nochmals einen Welthit und bewies, dass sie Trends nicht nur mitmacht, sondern prägt. Während andere Stars ihr Image bewahren, verändert Cher es immer wieder.

Chers Schwächen wurden zu ihren Stärken

Die Amerikanerin passt nicht ins klassische Bild eines Popstars. Ihre tiefe Stimme galt lange als zu dunkel, ihr Auftreten als ungewohnt. Dazu kamen Legasthenie und Lampenfieber.

Als junge Sängerin wollte sie oft nicht allein auftreten – deshalb stand Sonny Bono anfangs überhaupt mit ihr auf der Bühne.

Doch genau das machte sie später unverwechselbar. Ihre Stimme war nicht perfekt glatt, sondern sofort erkennbar.

Das zeigte sich schon früh – etwa beim Auftritt von Sonny & Cher mit «I Got You Babe» in der «Ed Sullivan Show» 1965.

Obwohl beide gemeinsam performen, bleibt der Blick immer wieder an Cher hängen – an ihrer Stimme, ihrer Ausstrahlung und ihrer Präsenz vor der Kamera.

Cher und die Geburt des modernen Superstars

Heute bauen Künstler*innen ihre Karriere nicht nur über Musik oder Filme auf, sondern über Persönlichkeit, Schlagzeilen und ständige Sichtbarkeit.

Genau das verstand Cher schon Jahrzehnte früher. Sie machte aus ihrem Privatleben, ihren Beziehungen, ihren Looks und ihren Auftritten genauso ein Gesprächsthema wie aus ihrer Musik.

Ob gewagte Bühnenoutfits, Schönheitsoperationen oder jüngere Partner, Cher versteckte sich nie vor der Öffentlichkeit, sie nutzte sie. Damit wurde sie zu etwas, das heute ganz normal wirkt:

Ein Superstar, der nicht nur wegen seiner Arbeit berühmt ist, sondern wegen seiner gesamten Persönlichkeit.

Warum Cher bis heute relevant bleibt

Viele Musiklegenden werden irgendwann zur Nostalgie. Cher nicht. Sie äussert sich bis heute politisch, kommentiert gesellschaftliche Debatten auf Social Media und schafft es noch immer, Gesprächsthema zu sein – oft auch weit ausserhalb der Musikbranche.

Läuten bald die Hochzeitsglocken? Alexander «AE» Edwards und Cher gehen seit rund vier Jahren gemeinsam durchs Leben.
Läuten bald die Hochzeitsglocken? Alexander «AE» Edwards und Cher gehen seit rund vier Jahren gemeinsam durchs Leben.
Bild; IMAGO/APress

Erst kürzlich sorgte sie bei ihrem Besuch der Met Gala wieder für Schlagzeilen. Gleichzeitig machten Gerüchte über eine mögliche Hochzeit mit ihrem 40 Jahre jüngeren Partner Alexander «AE» Edwards die Runde.

Viele Ikonen gehören einer bestimmten Zeit an. Cher gehört noch immer zur Gegenwart.

Vielleicht liegt genau darin ihr grösstes Talent: Cher blieb nie dieselbe.


Drei Filmklassiker mit Cher

«Mamma Mia! Here We Go Again»

In «Mamma Mia! Here We Go Again» sorgt Cher als glamouröse Ruby Sheridan für einen grossen Auftritt. Mit dem ABBA-Hit «Fernando» bringt sie noch mehr Glitzer und Nostalgie auf die griechische Insel.

«Mondsüchtig»

In «Mondsüchtig» verliebt sich Cher ausgerechnet in den Bruder ihres Verlobten – gespielt von Nicolas Cage. Für die romantische Komödie gewann sie 1988 den Oscar als beste Hauptdarstellerin.

«Die Hexen von Eastwick»

In «Die Hexen von Eastwick» spielt Cher eine von drei Frauen, die genug von den Männern ihrer Kleinstadt haben – bis plötzlich ein geheimnisvoller Verführer auftaucht. Was zuerst nach Freiheit und Leidenschaft aussieht, entwickelt sich immer mehr zu einem gefährlichen Spiel.


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