Zu alt, zu wenig Hip-Hop?Veranstalter verteidigt Line-up vom Openair Frauenfeld
Samuel Walder
5.3.2025
Kritik fürs Openair Fraunenfeld. Das dies jährige Line-up gefällt den Fans gar nicht.
zVg
Das Openair Frauenfeld stellt sein Line-up um – mit Stars, die nicht mehr viel mit Hip-Hop zu tun haben. Fans kritisieren nun, dass das Festival seinen Kern verwässert. Veranstalter René Götz erklärt die neue Strategie.
Fans kritisieren das neue Line-up vom Openair Frauenfeld stark, da ihnen die klassische Hip-Hop-Schiene fehlt.
CEO René Götz betont, dass sich das Festival musikalisch öffne, aber Hip-Hop weiterhin im Zentrum stehe und eine erweiterte Erlebniswelt geschaffen werde.
Die Veranstalter erkennen die Kritik am geringen Frauenanteil an, verweisen aber darauf, dass bereits 15 weibliche Acts bestätigt wurden.
Das diesjährige Line-up des Openair Frauenfeld wird mächtig kritisiert. Die Headliner seien zu weit von Hip-Hop entfernt. So treten Stars wie Justin Timberlake, Zartmann und Tom Hengst auf, die nicht aus der Hip-Hop-Szene stammen. Das stösst den Fans sauer auf.
René Götz, CEO der First Event AG, welche das Openair Frauenfeld organisiert, äussert sich zur Kritik und erklärt die strategische Ausrichtung des Festivals für die kommenden Jahre.
Dass nicht alle Fans mit dem Line-up glücklich sind, überrascht Götz nicht. «Unsere Community ist stark mit dem Festival verbunden und reagiert immer leidenschaftlich auf unsere Ankündigungen.» Dass es Diskussionen um das Line-up gebe, sei nichts Neues.
Musikalische Öffnung als strategische Entscheidung
Auf die Frage, nach welchen Kriterien die Acts in diesem Jahr ausgewählt wurden, erklärt Götz: «Die Grundlage unserer Auswahl war eine neue strategische Ausrichtung: Wir öffnen uns musikalisch und entwickeln uns vom reinen Genre-Leader hin zum Happening-Leader.» Vor diesem Hintergrund habe man internationale Weltstars ins Line-up aufgenommen, die für spektakuläre Live-Shows bekannt sind.
Trotz dieser Erweiterung bleibt Hip-Hop der Kern des Festivals: «Ja, Hip-Hop ist und bleibt der zentrale Bestandteil unseres Festivals», erklärt Götz. Auch eine komplette Abkehr vom Titel als «grösstes Hip-Hop-Festival Europas» weist Götz entschieden zurück: «Nein. Wir dehnen lediglich unser Angebot aus. Es ergibt sicher Sinn, nach dem Festival Bilanz zu ziehen, anstatt bereits heute.»
Doch die Veränderungen gehen über das Line-up hinaus. Die Veranstalter verfolgen eine neue Vision: «Wir erweitern unser Konzept und entwickeln das Festival über das reine Musik-Line-up hinaus zu einer umfassenden Erlebniswelt.» Ziel sei es, ein breiteres Publikum anzusprechen und auch Interessen jenseits der bisherigen Kernzielgruppe zu berücksichtigen.
Zu wenig weibliche Acts? Veranstalter erkennen Kritik an
In den vergangenen Jahren hat das Openair Frauenfeld bereits bekannte Künstlerinnen wie Nicki Minaj, Shirin David, Megan Thee Stallion und Ice Spice gebucht. Dennoch wird kritisiert, dass der Frauenanteil im diesjährigen Line-up zu gering sei. «Wir erkennen diese Kritik dieses Jahr. Umso mehr freuen wir uns, dass wir in diesem Jahr bereits 15 Female Acts bestätigen konnten, die grossartige Performances liefern.»
Neben der musikalischen Weiterentwicklung verspricht das Openair Frauenfeld neue Attraktionen auf dem Festival: «Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein einzigartiges Festivalerlebnis mit vier Tagen voll neuer Attraktionen und innovativer Highlights.» Etwas Besonderes sei die neue Mega-Bühne, die für die bestmögliche Live-Performances sorgen soll.
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