Wegen Israel-Teilnahme Nemo sendet ESC-Trophäe an Veranstalter zurück

Noemi Hüsser

11.12.2025

Hier jubelte Nemo noch mit der ESC-Trophäe – nun will Nemo sie nicht mehr.
Hier jubelte Nemo noch mit der ESC-Trophäe – nun will Nemo sie nicht mehr.
Antti Aimo-Koivisto/STT-Lehtikuva/dpa

Nemo will die ESC-Trophäe an den Veranstalter zurückschicken – aus Protest gegen die anhaltende Teilnahme Israels. Aus dem gleichen Grund boykottieren mehrere Länder den Wettbewerb dieses Jahr.

Noemi Hüsser

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  • Nemo gibt die ESC-Trophäe aus Protest gegen Israels Teilnahme am Eurovision Song Contest 2026 an die EBU zurück.
  • Nemo kritisiert einen Widerspruch zwischen den Werten des Wettbewerbs und den Entscheidungen der Veranstalter.
  • Mehrere Länder boykottieren den ESC 2026, während der ORF als Gastgeber Israels Teilnahme verteidigt.

Nemo sendet die Trophäe des Eurovision Song Contests an den Veranstalter, die Europäische Rundfunkunion (EBU), zurück. Das hat Nemo am Donnerstagnachmittag über Instagram mitgeteilt. Hintergrund ist die Teilnahme Israels am ESC.

Obwohl Nemo sehr dankbar für die Erfahrung sei, habe Nemo nicht mehr das Gefühl, dass die Trophäe in Nemos Regal gehöre. Der Eurovision stehe für Einheit, Inklusion und Würde, doch die Beteiligung Israels «zeigt einen klaren Konflikt zwischen diesen Idealen und den Entscheidungen der EBU», schreibt Nemo im Statement. 

Deswegen will Nemo die Trophäe zurückschicken. «Wenn die Werte, die wir auf der Bühne feiern, hinter den Kulissen nicht gelebt werden, verlieren selbst die schönsten Lieder ihre Bedeutung», so Nemo. «Bis eure Worte mit euren Taten übereinstimmen, gehört die Trophäe euch.»

Anfang Dezember hat die Rundfunkunion entschieden, Israel 2026 am ESC teilnehmen zu lassen. Mehrere Länder haben deshalb ihre Teilnahme abgesagt. Darunter Island, Spanien, Irland, Slowenien und die Niederlande. «Wenn ganze Länder sich zurückziehen, sollte klar sein, dass etwas grundlegend falsch läuft», schreibt auch Nemo im Statement.

Österreich als Gastgeber für den Eurovision Song Contest 2026 freut sich auf die Teilnahme Israels und zeigt wenig Verständnis für die Boykott-Ankündigungen. ORF-Intendant Roland Weissmann bedauerte den Boykott. «Ich sehe den Eurovision Song Contest in Wien als Chance, das Verbindende vor das Trennende zu stellen», sagte er und betonte, dass am ESC nicht Länder teilnähmen, sondern Künstler.

Welche Auswirkungen die Boykottankündigungen auf den Wettbewerb haben werden, ist noch nicht klar.

Die EBU hat sich noch nicht zu Nemos Ankündigung geäussert.


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