11.09.2017 - 10:00

Clooney über Romantik mit Kindern: «Wir müssen Versteckspielen»

Von Marlène von Arx
 

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George Clooney präsentiert zur Zeit am Film Festival von Toronto seinen neuesten Film «Suburbicon» (ab 9.11. in den Schweizer Kinos), eine 50er-Jahre-Thriller-Satire und heisser Favorit in der gerade beginnenden Award-Season. Dafür hat er seine Zwillinge zum ersten Mal seit ihrer Geburt verlassen. Kein Wunder hängt sein Blick die ganze Zeit an seinem Telefon.

«Bluewin»: Sie strahlen verzaubert in Ihr Handy. Good news?

George Clooney: Ja, Amal hat mir gerade ein Foto der Zwillinge geschickt. Schauen Sie: Sind sie nicht süss, diese beiden kleinen Knuckleheads (frei übersetzt: Schafsköpfe)? So nenne ich sie oft, vermutlich denken sie, sie heissen so.

Tatsächlich, sehr süss. Ella hat ganz grosse Kuller-Augen und Alexander lacht, als hätte er gerade den Witz des Jahres erzählt bekommen …

Ja, die beiden sind schon ganz unterschiedlich. Ella ist ganz delikat und hat die grossen Augen ihrer Mutter. Alexander ist doppelt so gross wie seine Schwester und isst vor allem - ich habe noch nie jemanden so viel futtern sehen.  

Was überrascht Sie sonst noch als Vater?

Ich hatte schon eine Vorstellung davon, wie das Leben mit Kindern in etwa sein würde. Meine Schwester hat zwei Kinder und ich bin ja auch der Götti von rund 20 Kindern. Ich war also nicht komplett unvorbereitet. Die Überraschung war, wie viel komplizierter zwei Kinder sind als eines. Es ist nicht doppelt soviel Arbeit, sondern ein Mehrfaches davon. Deshalb alle Achtung vor meiner Frau, die die zwei, die dauernd Hunger haben, stillt und kaum zum Schlafen kommt.

Darin können Sie sie ja nicht entlasten. Was ist Ihr Job momentan?

Ich kann den Zwillingen ab und zu mal eine Flasche geben und dann sind sie auch happy, aber ansonsten ist den beiden egal, dass ich existiere. Ich habe ihnen nichts zu geben. Es dreht sich alles um Amal. Aber ich bin überglücklich - meine Familie ist die Sahne auf der Torte. Ich hätte jedenfalls nicht gedacht, dass mir mit 56 Jahren noch so etwas passiert. Ich dachte, mein Leben würde sich auf meine Karriere konzentrieren. Und jetzt habe ich diese tolle Beziehung und diese beiden Knuckleheads, die mich jeden Tag zum Lachen bringen. Nun bin ich zum ersten Mal von ihnen weg und denke die ganze Zeit, dass ich am liebsten bei ihnen wäre. Das ist ein schönes Gefühl.

Können Sie bei all der Mehrfach-Arbeit mit den Zwillingen die romantische Zweisamkeit mit Ihrer Frau noch geniessen?

[lacht] Meinem romantischen Leben geht es sehr gut. Danke der Nachfrage. Aber man muss ein bisschen Versteckspielen, das ist ganz klar.  

Was halten Ihre Eltern von Papa George?

Die sind natürlich begeistert und machen sich über mich lustig, wann immer möglich. Sie wissen ja, was jetzt alles auf mich zukommt. Mein Vater hat die Kinder erst jetzt nach dem Film Festival von Venedig gesehen. Er hatte Lungenentzündung und konnte nicht fliegen. So sind wir nach dem Festival nach Kentucky geflogen, damit er etwas Zeit mit ihnen verbringen konnte.  

Wie Sie erwähnt haben, sind Sie 56. Bereitet es Ihnen auch Sorgen, dass Sie nicht mehr der jüngste Vater sind?

Gibt’s ein richtiges Alter, Kinder zu haben? Ich bin sicher kein Experte, wann man am besten Kinder erzieht. Ich versuche einfach aufzuholen und hoffe, dass ich nicht mit einem Krückstock oder einem Rollator den Kindern nachrennen muss. Oder wir am Ende gar die Windeln miteinander tauschen! Alles was ich weiss, ist: Ich erlebe, was viele Leute erleben, nämlich eine unglaubliches Ausmass an Liebe für zwei Kinder, für die ich verantwortlich bin. Und das freut mich sehr.

Sie sind ja jetzt auch noch für eine weitere Person verantwortlich. Sie haben einen irakischen Flüchtling aufgenommen?

Ja, ein junger Jeside lebt in unserem Haus in Kentucky. Ich möchte seinen Namen noch nicht bekannt geben, denn seine Familie ist immer noch bedroht. ISIS stieg in einen Bus nach Mosul, tötete zwei Leute und verkündete, sie würden alle töten, die in die Schule wollen. Und er wollte halt gerne etwas lernen. Er wurde von der Universität in Chicago angenommen, wo er später im Herbst mit seinem Studium anfängt. In der Zwischenzeit hat er sich dick mit meinem Vater angefreundet. Er ist der Sohn, den sich mein Vater immer wünschte. Denn er denkt, alle Sprüche und Witze meines Vaters, die ich schon tausend Mal gehört habe, sind neu und lacht sich darüber kaputt. Der Junge ist perfekt!  

Und Sie bauen auch ein Schule im Libanon?

Ja, wir fangen mit 5000 Schülern an. Der schnellste Weg, Terrorismus zu bekämpfen, ist den Leuten Hoffnung und etwas zu tun zu geben. Libanon hat eine Bevölkerung von sechs Millionen und hat zwei Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Das ist, als würde die USA 100 Millionen Flüchtlinge aufnehmen. Das ist verrückt! Deshalb - und natürlich weil meine Frau aus dem Libanon ist - macht es Sinn, dass wir da etwas zu bewirken versuchen.

Bild zum Artikel

Mit George Clooney sprach Marlène von Arx anlässlich der Premiere seines neuen Films «Suburbicon».
Bild: MvA

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