12.10.2017 - 10:45, tsch/dpa

Skandal-Produzent Weinstein: Depressiv und selbstmordgefährdet?

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Nachdem immer mehr weibliche Hollywoodstars von ihren schlimmen Erfahrungen mit Harvey Weinstein berichten, fällt das Leben des erfolgsverwöhnten Produzenten in sich zusammen.

Seit die «New York Times» in einem Artikel enthüllte, dass Hollywood-Mogul Harvey Weinstein seine Machtposition nutzte, um Schauspielerinnen sexuell zu belästigen, scheint der Erfolgsproduzent am Ende: Er wurde aus seiner eigenen Firma entlassen, Weggefährten wenden sich von ihm ab und auch seine Frau Georgina Chapman (41) hat ihn inzwischen verlassen.

Eine Entscheidung, zu der ihr geraten habe, wie Weinstein selbst nun gegenüber «Page Six TV» behauptet: «Ich stehe voll und ganz hinter ihr. Als wir über eine Trennung diskutierten, stand ich ihr nicht im Weg und ermutigte sie, ihrem Herzen zu folgen», erklärt der 65-Jährige, dem unter anderem Vergewaltigung vorgeworfen wird. «Ich weiss, dass sie das Beste für unsere Kinder, sich selbst und ihre Firma tun muss, immerhin beschäftigt sie 130 Angestellte.»  

Sex-Skandal um Harvey Weinstein

  • HARVEY WEINSTEIN und Georgina Chapman
  • HARVEY WEINSTEIN sexuelle Belästigung
  • HARVEY WEINSTEIN sexuelle Belästigung
  • HARVEY WEINSTEIN sexuelle Belästigung

Doch der Schaden für Chapmans Modelinie Marchesa dürfte sich spätestens nach einem aktuellen Bericht des «Hollywood Reporter» nicht mehr abwenden lassen: Demnach nötigte Weinstein Stars, die Kreationen seiner Frau zu tragen, um die Marke Marchesa populär zu machen. So bestätigt ein Hollywood-Agent, dass Sienna Miller (35) zur Golden-Globe-Verleihung 2007 nur eine Robe der relativ unerfahrenen Designerin trug, «weil Weinstein sehr verärgert sein würde, wenn sie nicht Marchesa» wähle. Und dem «Desperate Housewives»-Star Felicity Huffman (54) sicherte Weinstein 2005 die Werbegelder für ihr Herzensprojekt «Transamerica» nur unter der Bedingung zu, dass sie auf dem roten Teppich in einem Marchesa-Outfit erscheint. «Kein Star wird diese Marke jemals wieder tragen wollen», ist sich ein New Yorker Mode-Experte sicher.

Schon jetzt machen sich die Auswirkungen des Skandals auf das 2004 gegründete Label bemerkbar: Am Mittwoch wurde die Presse-Präsentation der Frühjahrskollektion ohne Angabe von Gründen auf unbestimmte Zeit verschoben. Zudem kündigte eine New Yorker Juwelierkette an, keine Marchesa-Produkte mehr führen zu wollen.  

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Trug Schauspielerin Sienna Miller bei den Golden Globes 2007 ein Kleid des Labels Marchesa, das von Weinsteins Frau geleitet wird, nur, um den Produzenten nicht zu erzürnen?
Bild: 2007 Getty Images

Tochter hält Weinstein für «depressiv und selbstmordgefährdet»

Auch innerhalb seiner Familie hat Harvey Weinstein offenbar jeden Rückhalt verloren. Bob Weinstein (62), der ihn nach Bekanntwerden der Vorwürfe aus der gemeinsamen Firma geworfen hat, nannte seinen älteren Bruder bei «TMZ» einen «sehr kranken Mann», dessen «Entschuldigungen an die Opfer unglaubwürdig» seien. «Er soll das machen, was er gesagt hat. Verschwinden und sich Hilfe suchen.»  

Statt jedoch wie angekündigt sofort eine Therapie gegen Sexsucht in Europa zu beginnen, lieferte sich Weinstein am Mittwochmorgen einen lautstarken Familienzoff mit seiner Tochter Remy, die aus seiner ersten Ehe mit Eve Chilton stammt. Die 22-Jährige rief sogar die Polizei, weil ihr Vater «depressiv und selbstmordgefährdet» sei. Als die Beamten im Haus der jungen Frau eintrafen, war der gefallene Starproduzent schon verschwunden. «TMZ» zufolge soll Weinstein seiner Tochter beim Verlassen des Hauses «Du machst es nur noch schlimmer» zugerufen haben und versuchte anschliessend, einen wildfremden Autofahrer zum Anhalten zu bewegen.

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Remy Weinstein rief aus Sorge um ihren Vater Harvey die Polizei.
Bild: 2016 Getty Images

Schaltet sich nun die Strafverfolgung ein?

«Nur noch schlimmer» könnten es für Harvey Weinstein indes die Behörden machen: Sein Fall beschäftigt nun auch Strafverfolger. New Yorks Staatsanwalt Cyrus Vance geriet unter Druck, weil sein Büro Weinstein nach Ermittlungen vor zwei Jahren nicht angeklagt hatte. Vance beschuldigte seinerseits die New Yorker Polizei, nicht ausreichend Beweismittel für diesen Schritt geliefert zu haben. Ob im Rahmen der neuen Vorwürfe erneut Ermittlungen gegen Weinstein aufgenommen werden, war am Mittwochabend (Ortszeit) zunächst unklar.

Bemerkenswert ist in dem Zusammenhang vor allem eine Tonaufnahme der verdeckten Ermittlungen von 2015. Bei denen ist Weinstein beim Versuch zu hören, das Model Ambra Battilana Gutierrez (24) in sein Hotelzimmer zu locken, nachdem er tags zuvor mutmasslich ihren Busen begrapscht hatte. «Warum hast Du gestern meine Brust angefasst?», fragt Gutierrez. «Oh bitte, es tut mir leid, komm' einfach rein. Ich bin das gewohnt», sagt Weinstein. «Du bist das gewohnt?», fragt das damals 22-jährige Model. «Ja, komm' rein», sagt Weinstein.

Öffentlich gemacht hatte die Tonaufnahme das Magazin «New Yorker». Darin behaupten die italienische Schauspielerin und Regisseurin Asia Argento (42) sowie zwei weitere Frauen, dass Weinstein an ihnen Oralsex verübt oder sie zum Geschlechtsverkehr gezwungen habe. Insgesamt hätten 13 Frauen erklärt, zwischen den 1990er Jahren und 2015 von ihm sexuell belästigt oder Opfer eines Übergriffs geworden zu sein.

In den letzten Tagen berichteten auch Stars wie Gwyneth Paltrow (45), Angelina Jolie (42) und Cara Delevingne (25) von ihren schlechten Erfahrungen mit dem zudringlichen Produzenten. Frühere Vorsitzende und Kollegen in Weinsteins Unternehmen beschrieben zudem, dass sie Zeuge seiner sexuellen Annäherungsversuche geworden sein oder davon gewusst hätten.

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Angelina Jolie und Brad Pitt

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