Macron boykottiert Gastland Russland

SDA

16.3.2018 - 12:56

Präsident Emmanuel Macron, seine Frau Brigitte Macron (Hintergrund) und die französische Kulturministerin Françoise Nyssen (r) am Donnerstagabend auf der Pariser Buchmesse. Macron vermied es, den Pavillon des Gastlands Russland zu besuchen - aus Protest gegen den Giftgasanschlag auf Sergej Skripal.
Source: Keystone/AP EPA POOL/ETIENNE LAURENT

Die Pariser Buchmesse ist im Schatten des Giftgasanschlags auf Ex-Spion Sergej Skripal gestartet. Gastland des Salon du livre ist Russland. Bei seinem dreistündigen Vorbesuch am Donnerstag mied Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron jedoch den russischen Pavillon.

Aus Solidarität mit seinen britischen Freunden habe er entschieden, nicht den russischen Stand zu besuchen, erklärte er.

Skripal und seine Tochter wurden am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in der südenglischen Stadt Salisbury entdeckt. Nach britischen Angaben wurden sie Opfer des Nervengifts Nowitschok, das in der Sowjetunion entwickelt wurde. Seitdem befinden sich die beiden in einem kritischen Zustand. London glaubt, dass Moskau an dem Anschlag beteiligt war. Russland weist die Vorwürfe jedoch zurück. Die Anschuldigungen lösten eine diplomatische Krise aus.

Zu dem Pariser Buchsalon wurden 38 russische Schriftsteller geladen, unter ihnen Sachar Prilepin, politischer Aktivist und Mitbegründer der Bewegung "Das Volk". Der 1975 geborene Prilepin gehört zu den umstrittensten und erfolgreichsten Autoren seiner Generation.

Als Reaktion auf den Nervengift-Angriff auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal in Salisbury hat die britische Premierministerin Theresa May angekündigt, alle bilateralen Kontakte mit Moskau auszusetzen und russische Diplomaten auszuweisen.

An dem am Freitag offiziell eröffneten Salon du livre nehmen dieses Jahr Verleger aus rund 50 Ländern teil, erstmals auch aus China, Ungarn und der Ukraine. Er ist die grösste Branchenmesse in Frankreich.

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