Tod als Legende – vor 65 Jahren starb James Dean

dpa/phi

29.9.2020 - 23:55

Actor James Dean appears in a scene from the 1956 movie, "Giant", which was filmed in Marfa, Tx. With its population eroded and the lone movie theater long shuttered, tiny Marfa clings to the memories of when it was "Giant." Fifty years ago, this West Texas town, with its wide-open landscape and mountains on the horizon, became the setting for a Hollywood classic about a wealthy Texas cattle-raising family featuring James Dean, Elizabeth Taylor and Rock Hudson. (AP Photo)
James Dean in «Giganten»: Als der Film 1956 in die Kinos kam, was sein Held bereits tot.
Bild: Keystone

James Dean gilt als Hollywood-Legende, obwohl er nach nur drei Filmen mit 24 Jahren starb. Als jung, rebellisch und attraktiv ist er Millionen im Gedächtnis geblieben – und soll jetzt posthum ins Kino zurückkommen.

In drei grossen Filmen hat James Dean zu Lebzeiten mitgespielt – der vierte soll nun posthum folgen. Mithilfe von Fotos, Videos, Computergrafik und der Stimme eines anderen Schauspielers soll der am heutigen Mittwoch vor 65 Jahren gestorbene Dean in dem für November angekündigten Vietnamkriegs-Drama «Finding Jack» auftauchen.

«Wir haben überall nach dem perfekten Darsteller für die Rolle des Rogan gesucht, die einige extrem komplexe Charaktereigenschaften hat, und nach Monaten der Suche haben wir uns für James Dean entschieden», sagte Regisseur Anton Ernst dem Branchenblatt «Hollywood Reporter».

Actor James Dean is seen in a 1955. Hundreds of people crammed into a school auditorium Saturday, May 1, 2004, in New York to view director Martin Scorsese's personal print of ``East of Eden,'' the film that solidified James Dean's status as a Hollywood star. Scorsese showed the film as part of the Tribeca Film Festival. (KEYSTONE/AP Photo/Str)
James Dean 1955.
Bild: Keystone

Der 1931 geborene und grösstenteils auf einem Bauernhof im US-Bundesstaat Indiana aufgewachsene Dean wollte immer Schauspieler werden. Nach der Schule zog er zu seinem Vater nach Los Angeles, seine Mutter war zwischenzeitlich an Krebs gestorben. Dean begann, Schauspielerei zu studieren, bekam aber zunächst nur Rollen als Statist oder in Werbespots.

Einige Auftritte am New Yorker Broadway verhalfen ihm schliesslich zu mehr Bekanntheit. «Jenseits von Eden» änderte dann alles. Dean bekam die Hauptrolle in dem auf dem gleichnamigen Buch von John Steinbeck basierenden Film, der im April 1955 in die US-Kinos kam – und wurde schlagartig berühmt.

Todesfahrt im Porsche 550

Als zweifelnder, verzweifelter, gut aussehender junger Mann, der nach dem Sinn des Lebens sucht und mit der Welt um ihn herum nicht klar kommt, traf Dean mit der Rolle den Nerv der Jugend in der damaligen Zeit. Zwei weitere Erfolgsfilme festigten den Mythos: «... denn sie wissen nicht, was sie tun» (1955) und «Giganten» (1956). Als sie in die Kinos kamen, war Dean schon tot.

This undated photo provided by courtesy of Richard C. Miller shows, James Dean and two local children on the set of “Giant,” in Marfa, Texas. A new documentary, "Children of Giant," examines the Mexican-American child actors who appeared in the 1956 blockbuster movie “Giant” but later were forced to view the film in segregated theaters. (Courtesy Richard C. Miller via AP)
James Dean spielt am Set von «Giganten» in Marfa, Texas, mit zwei Kindern aus der Gegend.
Bild: Keydtone

Seit er zum 16. Geburtstag ein Motorrad geschenkt bekommen hatte, war der Schauspieler fasziniert von Geschwindigkeit, Rennen und allem, was schnell fährt. Mit einem befreundeten Rennfahrer und Automechaniker, dem Deutschen Rolf Wütherich, fuhr Dean Ende September 1955 mit seinem Porsche 550 Spyder durch Kalifornien, als ein anderes Auto ihm an einer Kreuzung die Vorfahrt nahm.

«Wollen seine Fans nicht enttäuschen»

Dean konnte nicht mehr bremsen und raste mit seinem Wagen in das andere Auto. Wütherich wurde aus dem Porsche geschleudert und überlebte schwer verletzt. Dean starb. Begraben wurde der Schauspieler in seinem Heimatbundesstaat Indiana, wo auch ein kleines Museum an ihn erinnert. Die Unfall-Kreuzung in Kalifornien wurde in «James Dean Memorial Junction» umbenannt.

Actor James Dean, undated picture. Friday 30 September 2005 marks the 50th anniversary of Dean's death in a head-on car crash at the age of 24. (KEYSTONE/EPA/Str) === , ===
James Dean wurde nur 24 Jahre alt.
Bild: Keystone

Der Mythos James Dean bleibt auch mehr als ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod lebendig. Deans Familie habe dem neuen Filmprojekt zugestimmt, sagt Regisseur Ernst. «Wir werden jede Vorsorge treffen, um sicherzustellen, dass seine Hinterlassenschaft als einer der bis heute legendärsten Filmstars intakt bleibt. Die Familie sieht das als seinen vierten Film an, den er nie machen konnte. Wir wollen seine Fans nicht enttäuschen.»

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