Skandalfreie Oscar-Verleihung«One Battle After Another» triumphiert, Barbra Streisand bewegt – und Timothée Chalamet geht leer aus
Agenturen
16.3.2026 - 04:12
Regisseur Paul Thomas Anderson (Mitte links), Produzentin Sara Murphy (Mitte rechts) und das Team von «One Battle After Another» nehmen im Dolby Theatre in Los Angeles den Oscar für den besten Film in Empfang.
Bild:Keystone/AP Photo/Chris Pizzello
Gleich sechs Auszeichnungen gehen an den Politthriller von Paul Thomas Anderson, der von militanten Aktivisten in den USA erzählt. Der Vampirfilm «Blood & Sinners» verpasst dagegen den Rekord.
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Keystone-SDA, Agenturen
16.03.2026, 04:12
16.03.2026, 10:55
SDA
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Am Sonntag (Ortszeit) fanden in Los Angeles die 98. Academy Awards statt.
Der Politthriller «One Battle After Another» von Paul Thomas Anderson hat gleich sechs Oscars gewonnen, darunter den Oscar als bester Film.
«Blood & Sinners» – das Südstaatendrama von Regisseur Ryan Coogler – hatte 16 Nominierungen, so viele wie kein anderer Film in der Geschichte.
Der Film gewann schliesslich fünf Auszeichnungen, etwa für das beste Originaldrehbuch, die beste Filmmusik und den besten Hauptdarsteller Michael B. Jordan.
Die Auszeichnung für die beste Hauptdarstellerin ging an die irische Schauspielerin Jessie Buckley – sie spielt im Drama «Hamnet» die Frau des Dichters William Shakespeare, die um ihren Sohn trauert.
Der Politthriller «One Battle After Another» von Paul Thomas Anderson hat gleich sechs Oscars gewonnen, darunter den Oscar als bester Film. Das Werk mit Schauspieler Leonardo DiCaprio erzählt von militanten linken Aktivisten in den USA, die vor allem von selbstbewussten schwarzen Frauen angeführt werden.
Regisseur Anderson wurde damit nach etlichen Nominierungen erstmals selbst ausgezeichnet – sowohl als bester Regisseur als auch für das beste adaptierte Drehbuch. Mit 13 Nominierungen war der Film als einer der Favoriten ins Rennen gegangen.
Noch mehr Nominierungen hatte das Vampirdrama «Blood & Sinners» – das Südstaatendrama von Regisseur Ryan Coogler hatte 16 Nominierungen, so viele wie kein anderer Film in der Geschichte. Der Film gewann schliesslich fünf Auszeichnungen, etwa für das beste Originaldrehbuch und die beste Filmmusik.
Das norwegische Drama «Sentimental Value» von Regisseur Joachim Trier wurde als bester internationaler Film prämiert. Der Film erzählt vom komplizierten Verhältnis eines Vaters zu seinen Töchtern.
Wer die Schauspielpreise gewonnen hat
Michael B. Jordan gewann den Oscar als bester Hauptdarsteller. Jordan spielt in «Blood & Sinners» eine Doppelrolle.
«Blood & Sinners»-Hauptdarsteller – in zweifacher Ausführung – Michael B. Jordan triumphierte bei den Oscars unter anderem über Timothée Chalamet.
Bild:Keystone/Photo by Jordan Strauss/Invision/AP
Die Auszeichnung für die beste Hauptdarstellerin ging an die irische Schauspielerin Jessie Buckley – sie spielt im Drama «Hamnet» die Frau des Dichters William Shakespeare, die um ihren Sohn trauert.
Jessie Buckley gewann als Hauptdarstellerin in «Hamnet».
Bild:Keystone/Photo by Jordan Strauss/Invision/AP
Hollywoodstar Sean Penn gewann den Oscar als bester Nebendarsteller für «One Battle After Another», war selbst aber nicht anwesend – er soll sich in der Ukraine aufhalten. Der 65-Jährige gewann damit nach «Mystic River» und «Milk» seinen dritten Oscar.
Als beste Nebendarstellerin wurde die US-Amerikanerin Amy Madigan für den Horrorfilm «Weapons – Die Stunde des Verschwindens» ausgezeichnet.
«Marty Supreme», die Geschichte eines manischen Tischtennisspielers mit Hollywoodstar Timothée Chalamet in der Hauptrolle, ging trotz neun Nominierungen leer aus.
Auch das fiktive Shakespeare-Drama «Hamnet» konnte seine vielen Chancen kaum nutzen: Von insgesamt acht Nominierungen blieb am Ende lediglich der Preis für Jessie Buckley als beste Hauptdarstellerin. Der Film erzählt die tränenreiche Geschichte über den Tod des Kindes von William Shakespeare und seiner Frau.
Der brasilianische Film «O Agente Secreto» wurde drei Mal nominiert, ging aber leer aus.
Höchstens Hinweise auf Trump und Weltlage
Moderator Conan O’Brien, der durch die mehr als dreistündige Show führte, kündigte eine politische Veranstaltung an, aber es blieb vor allem bei Hinweisen. Zum Auftakt scherzte er über Künstliche Intelligenz – er werde der letzte menschliche Gastgeber der Academy Awards sein – und spielte kurz ironisch auf die politische Lage und mit einem Seitenhieb auch auf US-Präsident Donald Trump an. Auch den Skandal um Sexualstraftäter Jeffrey Epstein griff er auf.
O'Brien sagte im Laufe der Gala: «Wir melden uns live aus dem Hat-einen-kleinen-Penis-Theater. Mal sehen, ob er da seinen Namen davor setzt.» O'Brien spielte damit offenbar auf die umstrittene Umbenennung des «Kennedy Center», eines der wichtigsten Kulturzentren der USA, in «Trump Kennedy Center» an. Die Verleihung fand im Dolby Theatre in Hollywood statt.
Lustig machte er sich über Schauspieler Chalamet. Die Sicherheitsvorkehrungen seien extrem streng, sagte O’Brien. «Mir wurde gesagt, dass es Bedenken hinsichtlich Angriffen sowohl aus der Opern- als auch aus der Ballettwelt gibt.» Chalamet hatte neulich gesagt, niemand interessiere sich mehr für Oper und Ballett.
Der auffälligste Look
Leonardo DiCaprio, der für einen Oscar als bester Hauptdarsteller in «One Battle After Another» nominiert war, erregte am Sonntag mit seinem Schurrbart einiges Aufsehen, vor allem online.
Sorgte für Aufsehen: Leonardo DiCaprio und sein Schnurrbart am Sonntag bei den Oscars in Los Angeles.
Bild:Keystone/Photo by Jordan Strauss/Invision/AP
Der bewegendste Auftritt
Barbra Streisand erinnerte mit einem bewegenden Auftritt an ihren früheren Filmpartner Robert Redford, der im vergangenen September starb. Er sei ein brillanter Schauspieler und ein Mann mit Rückgrat gewesen, sagte die 83-Jährige in Los Angeles.
Redford habe sich dafür eingesetzt, die Pressefreiheit zu verteidigen, die Umwelt zu schützen, und neue Stimmen mit seinem Sundance Institute unterstützt, sagte Streisand. Redford sei bedacht und mutig gewesen. «Ich habe ihn einen intellektuellen Cowboy genannt.»
«Ich vermisse ihn jetzt mehr denn je», sagte Streisand. Auch wenn er sie gerne aufgezogen und «Babs» genannt habe. Dann sang Streisand einen Ausschnitt des Lieds «The Way We Were» aus dem Film «So wie wir waren» (1973). Streisand und Redford spielten darin ein ikonisches Liebespaar.
Während der Verleihung wurde auch an andere verstorbene Filmschaffende erinnert, darunter Schauspielerin Diane Keaton und Regisseur Rob Reiner («Harry und Sally»), der gemeinsam mit seiner Frau getötet worden war – unter Mordverdacht steht der Sohn des Paares.
Und eine Oscar-Premiere
Erstmals ging der Oscar für die beste Kameraführung an eine Frau: Die US-Amerikanerin Autumn Durald Arkapaw wurde für «Blood & Sinners» ausgezeichnet.
Die US-Filmakademie sprach von einem historischen Erfolg. Zum ersten Mal wurde auch ein Oscar für das beste Casting vergeben, der an Cassandra Kulukundis für «One Battle After Another» ging.
Weitere Gewinner*innen
Bestes Szenenbild: «Frankenstein» (Tamara Deverell und Shane Vieau)
Bestes Kostümdesign: «Frankenstein» (Kate Hawley)
Bestes Make-up und beste Frisuren: «Frankenstein» (liona Furey, Mike Hill und Jordan Samuel)
Bester Schnitt: «One Battle After Another» (Andy Jurgensen)
Bester Ton: «F1» (Gareth John, Al Nelson, Juan Peralta, Gary A. Rizzo, Gwendolyn Yates Whittle)
Beste visuelle Effekte: «Avatar: Fire and Ash» (Richard Baneham, Daniel Barrett, Joe Letteri, Eric Saindon)
Bester Animationsfilm: «KPop Demon Hunters»
Bester Dokumentarfilm: «Ein Nobody gegen Putin» (David Borenstein, Helle Faber, Alžběta Karásková und Pawel Talankin)
Bester Dokumentar-Kurzfilm: «All die leeren Zimmer» (All the Empty Rooms) Conall Jones und Joshua Seftel
Bester Kurzfilm – dieses Jahr 2 Gewinner: «The Singers» (Sam A. Davis und Jack Piatt) und «Deux personnes échangeant de la salive»/englischer Titel: «Two people exchanging saliva» (Natalie Musteata und Alexandre Singh)
Bester animierter Kurzfilm: «Das Mädchen, das Perlen weinte» (The Girl Who Cried Pearls) von Chris Lavis und Maciek Szczerbowsk
«Hamnet» im Kino: Bei diesem Shakespeare-Film bleibt kein Auge trocken – Wenn aus Trauer Schönheit entsteht
Das Historiendrama «Hamnet» erzählt, wie William Shakespeare und seine Frau Agnes einen tragischen Verlust verarbeiten. Mit ruhiger Kraft und überwältigenden Emotionen findet der Film Schönheit in der Trauer.