«Wir sagen Ja» Ralf Schumacher über Hochzeit, Coming-out und sein neues Leben

Bruno Bötschi

19.5.2026

Ralf Schumacher (links) und Étienne Bousquet-Cassagne machten 2024 ihre Beziehung öffentlich.
Ralf Schumacher (links) und Étienne Bousquet-Cassagne machten 2024 ihre Beziehung öffentlich.
Bild: Sky / Tresor TV / EliotPress

Vor zwei Jahren machte Ralf Schumacher seine Beziehung zu Étienne Bousquet-Cassagne öffentlich und sein Coming-out bekannt. Nun heiratet das Paar und spricht über Coming-out, Hochzeitsplanung und Flitterwochen.

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  • Zwei Jahren nach seinem Coming-out und dem Bekanntwerden seiner Beziehung heiratet der ehemalige Formel-1-Fahrer Ralf Schumacher seinen Partner Étienne Bousquet-Cassagne.
  • Die Hochzeit findet in Saint Tropez statt und wird von Kamerateams begleitet.
  • In der vierteiligen Serie «Ralf & Étienne: Wir sagen Ja» sind ab Donnerstag, 21. Mai (4 Folgen, 20.15 Uhr, Sky und WOW), sowohl die Feier, als auch die Planung und der gemeinsame Alltag des Paares zu sehen.
  • Warum Schumacher und Bousquet-Cassagne damit auch Vorurteilen vorgreifen möchten und was sie sich für ihre Hochzeit vorgenommen hat, verrät das Paar im Interview.

Ralf Schumacher und Étienne Bousquet-Cassagne, warum haben Sie sich dafür entschieden, die Hochzeit von Kameras begleiten zu lassen?

Bousquet-Cassagne: Ralf hatte damals ein Foto gepostet und damit unsere Beziehung öffentlich gemacht. Daraufhin haben wir mehrere Anfragen bekommen. Weil Ralf bereits mit Sky zusammenarbeitet und wir das Projekt gut fanden, haben wir ja gesagt. Am Anfang war es etwas komisch, von den Kameras begleitet zu werden, aber wir haben uns daran gewöhnt.

Sie haben sich dabei sicher Grenzen gesetzt.

Bousquet-Cassagne: Es wurde alles respektiert und uns war klar: Wir zeigen fast alles und wir haben dann auch alles gezeigt.

Schumacher: Der Grund ist auch, dass es uns noch einmal eine Gelegenheit gibt zu zeigen, wie wir so leben – und vielleicht auch dem einen oder anderen Vorurteil vorzubeugen.

Als Sie Ihre Beziehung öffentlich gemacht haben, war das gleichzeitig Ihr Coming-out, Herr Schumacher. Wie haben Sie damals die öffentlichen Reaktionen wahrgenommen?

Schumacher: Ich muss ganz ehrlich sagen, das war durchweg positiv. Ich lese natürlich nicht jeden Kommentar – ich glaube, das sollte man auch nicht. Wir leben aber natürlich auch an Orten, wo die Leute wahrscheinlich auch ein bisschen weltoffener sind. Ich glaube, deshalb kommt uns da nur Positives entgegen.

Ist bei einem Prominenten wie Ihnen auch immer eine Vorreiterrolle inbegriffen?

Schumacher: Schön waren viele einzelne Begegnungen, wo sich Menschen bedankt haben. Männer, die kommen und sagen: «Vielen Dank. Ich habe mich getraut, das meiner Familie zu sagen» oder «Ich bin jetzt den nächsten Schritt gegangen.» Das war aber nie mein Wunsch, ich wollte es ursprünglich ganz «egoistisch» für uns beide machen und einfach offen und ehrlich mit der Situation umgehen. Aber wenn man den einen oder anderen noch ein bisschen unterstützen kann, ist das natürlich schön. Und vielleicht gelingt uns das durch die Doku auch ein bisschen.

Gab es während der Hochzeitsplanung besondere Herausforderungen? Was erwartet die TV-Zuschauerinnen und -Zuschauer?

Schumacher: So ein bisschen von allem. Also wirklich private Einblicke im Sinne von, «Wo kommen wir her?», das Thema Kindheit, aber logischerweise auch alles um die Hochzeit herum – und das alles neben unseren sonstigen beruflichen Aktivitäten. Die ganze Planung, Vorbereitung, Gästeliste erstellen und so weiter ... Das ist nämlich ein bisschen eine Herausforderung, wenn sich dann wieder etwas ändert und wieder einer mehr oder weniger kommt. Und als krönenden Abschluss gibt es dann natürlich diese wunderschönen drei Tage.

«Wir zeigen fast alles von unserer Hochzeit»: Ralf Schumacher and Etienne Bousquet-Cassagne über vierteilige TV-Serie «Ralf & Étienne: Wir sagen Ja».
«Wir zeigen fast alles von unserer Hochzeit»: Ralf Schumacher and Etienne Bousquet-Cassagne über vierteilige TV-Serie «Ralf & Étienne: Wir sagen Ja».
Bild: Sky / Tresor TV / EliotPress

Sie haben in der Doku bereits erwähnt, dass es keine «klassische Verlobung» gab. Gab es trotzdem einen besonderen Moment, an dem klar war: «Wir wollen heiraten»?

Bousquet-Cassagne: Wir haben immer darüber gesprochen, das war nie ein Tabu. Wir haben aber noch gezweifelt, ob wir in Südafrika oder in Südfrankreich feiern wollen. Wir haben uns dann für Südfrankreich entschieden, weil es einfacher für unsere Gäste zu erreichen ist. Letztes Jahr haben wir einen Termin mit der Bürgermeisterin von Saint-Tropez gemacht. Sie hat uns sehr mit der Organisation geholfen und ist auch in der Serie zu sehen. Und dann haben wir schließlich ein Datum festgelegt.

Schumacher: Es gab aber nicht diesen einen romantischen Moment, an dem wir einen klassischen Antrag gemacht hätten.

Ralf Schumacher, für Sie ist es die zweite Hochzeit. Erlebt man so einen Moment heute anders? Sind Sie entspannter?

Schumacher: Ich glaube, es ist in dem Sinne entspannter für mich, weil ich genau weiss, was auf mich zukommt. Ich habe mir vorgenommen, dass ich versuche, die Party zu geniessen und weniger darauf zu schauen, ob es allen drumherum gefällt. In unserem Fall kommen Gäste aus der ganzen Welt, da fühlt man sich immer etwas verantwortlich und will es besonders schön machen. Aber auf der anderen Seite ist es unser Tag, und ich glaube, es wird schön genug. Das habe ich mir fest vorgenommen für den Abend: mich auf uns zu konzentrieren und einfach die Stimmung zu geniessen.

Die Hochzeitsfeier wird drei Tage andauern. Fahren Sie danach in die Flitterwochen?

Schumacher: Wir reisen grundsätzlich ja schon sehr viel. Aber ja, wir werden eine Hochzeitsreise machen. Wir wissen nur noch nicht genau, wann. Es ist ehrlicherweise noch nicht ganz fix geplant.

Bousquet-Cassagne: Vielleicht schon im August oder im November.

Könnten Sie sich vorstellen, in Zukunft noch weitere TV-Projekte zusammen zu machen?

Schumacher: Ehrlich gesagt macht das viel Spass. Die ersten zwei Tage von der Kamera begleitet zu werden, waren schon ein bisschen ungewohnt. Aber da wir eine Doku machen, bei der man uns wirklich folgt, ist das alles total authentisch. Es wird nichts wiederholt oder gestellt. Das macht Spass. Deshalb ja: Wir könnten uns weitere Projekte schon vorstellen. Wir wollen jetzt erst einmal schauen, ob es den Zuschauern gefällt, das ist ja immer das Wichtigste. Ein paar Ideen haben wir aber schon auf alle Fälle.

Ansonsten bleibt immerhin ein professionell gefilmtes Hochzeitsvideo.

Schumacher: Ja. Das ist das Schöne: Wenn dieser Abend und diese Zeit von einem Filmteam begleitet wird, bleibt für uns etwas, das wir unser Leben lang anschauen können und worüber wir hoffentlich noch in 20 Jahren lachen können.


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