Royaler Wohnkomfort zum Spottpreis? Britisches Parlament eröffnet Untersuchung und nimmt Royals unter die Lupe

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5.12.2025 - 12:04

Zu den königlichen Mieten im Fadenkreuz des Parlaments gehört auch die Miete, die William und Kate für ihre Wohnung in Forest Lodge zahlen.
Zu den königlichen Mieten im Fadenkreuz des Parlaments gehört auch die Miete, die William und Kate für ihre Wohnung in Forest Lodge zahlen.
KEYSTONE

Eine Untersuchung des britischen Parlaments soll klären, wie viel Mitglieder der königlichen Familie tatsächlich für ihre luxuriösen Residenzen bezahlen. Von Prinz Andrew bis zu William und Kate geraten nun zahlreiche Royals und ihre Wohnverhältnisse ins Visier.

Antonio Fontana

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Das britische Parlament untersucht die symbolischen Mieten, die Royals für staatliche Residenzen zahlen – angestossen durch den Fall von Prinz Andrew.
  • Auch William und Kate, Prinz Edward und weitere Familienmitglieder sollen in hochpreisigen Immobilien leben, für die sie angeblich stark vergünstigte Mieten zahlen.
  • Die Abgeordneten wollen wissen, welche Kosten letztlich beim Steuerzahler landen – und ziehen sogar Vorladungen der Windsors in Betracht.

Vergessen Sie royale Märchenwelten: In Westminster nimmt ein politischer Konflikt Fahrt auf, der die finanziellen Sonderregelungen rund um einige der exklusivsten Immobilien der Monarchie offenlegen könnte.

Im Zentrum steht der Verdacht, dass hochrangige Royals jahrzehntelang in erstklassigen Anwesen lebten, dafür aber nur symbolische Mieten entrichteten – oder gar keine. Und wie so oft, wenn es um heikle Finanzfragen des Königshauses geht, beginnt vieles beim gleichen Namen: Prinz Andrew.

Der zweite Sohn von Königin Elizabeth II., der nach der Epstein-Affäre sämtliche öffentlichen Aufgaben verloren hat, lebt seit über zwei Jahrzehnten in der Royal Lodge, einem Anwesen mit rund dreissig Zimmern im Windsor Great Park. Ein Objekt von immensem Wert – dessen Unterhalt Andrew Berichten zufolge nur zu einem Bruchteil selbst tragen musste.

Doch diese Zeit endet nun: König Charles hat angeordnet, dass Andrew das Anwesen räumen muss. Er soll in den kommenden Monaten in eine kleinere Unterkunft auf dem Privatbesitz von Sandringham umziehen.

Genau an dieser Stelle setzt die parlamentarische Untersuchung an: Die Abgeordneten wollen wissen, wie viel solche Wohnarrangements den Staat tatsächlich kosten – und ob Andrew nur die Spitze des Eisbergs ist. Eine entsprechende Dringlichkeitsanfrage wurde bereits eingereicht.

Das streng geheime Honorar von William und Kate

Wie "Vanity Fair" erklärt, untersucht das Parlament den gesamten Bestand des Crown Estate, der mit über 17 Milliarden Euro bewertet wird und offiziell im Interesse des Staates verwaltet wird. Eine zentrale Frage lautet: Zahlen die Royals marktübliche Mieten?nimmt das Parlament den gesamten Crown Estate unter die Lupe, der einen Wert von über 17 Milliarden Euro hat und offiziell im Interesse des Staates verwaltet wird. Eine Leitfrage: Zahlen die Mitglieder der königlichen Familie wirklich eine angemessene Miete?

Auch das Paar, das als besonders volksnah gilt, steht nun in den Akten: Prinz William und Prinzessin Kate bewohnen die Forest Lodge, eine repräsentative Residenz im Windsor Park mit acht Schlafzimmern und sechs Badezimmern. Vergleichbare Häuser würden auf dem freien Markt zwischen 35’000 und 115’000 Euro Monatsmiete kosten.

Der Palast betont, das Paar zahle eine «marktgerechte Miete». Wie hoch sie tatsächlich ist, bleibt jedoch streng geheim – und allein diese Intransparenz sorgt für neue Debatten.

Die anderen beteiligten Royals

Auch andere Familienmitglieder tauchen in der Untersuchung auf: Prinz Edward und Herzogin Sophie wohnen seit 2007 im weitläufigen Bagshot Park mit rund 120 Zimmern. Die damals gezahlten sechs Millionen Euro gelten heute als fast symbolisch – zumindest im Verhältnis zur Grösse des Anwesens.

Prinzessin Alexandra, Cousine der verstorbenen Queen Elizabeth II., lebt in der Thatched House Lodge im Richmond Park. Ihre angebliche Miete: rund 250 Euro pro Monat – ein Musterbeispiel für die sogenannte «peppercorn rent», also eine nominale Miete mit rein symbolischem Charakter.

Für das Parlament stellt sich die Frage, ob solche Arrangements noch zeitgemäss sind – und ob die Steuerzahlenden letztlich für die Differenz aufkommen.

Werden sie vor das Parlament zitiert werden?

Wie der 'Corriere della Sera' berichtet , schliessen die Abgeordneten nicht aus, einzelne Mitglieder der Königsfamilie persönlich vorzuladen. Auch wenn die Royals nicht verpflichtet wären zu erscheinen, müssten sie möglicherweise Vertreter*innen des Hofes entsenden, um Ausgaben und Mietmodelle zu erklären.

Die Diskussion erhält zusätzliche Brisanz durch ein jüngst erschienenes Enthüllungsbuch, das die britische Monarchie als die teuerste Europas bezeichnet – mit höheren Kosten für die Bevölkerung als alle anderen Königshäuser zusammen.