Mann wird im Zug übergriffig Königin Camilla schildert Vorfall mit Grapscher

dpa

31.12.2025 - 19:15

Königin Camilla wurde als Teenager angegriffen. (Archivbild)
Königin Camilla wurde als Teenager angegriffen. (Archivbild)
Bild: IMAGO/Shutterstock

Dass sich die heutige Königin Camilla schon als junges Mädchen ihrer Haut zu wehren wusste, ist seit Monaten Gesprächsthema. Jetzt berichtet sie selbst davon – und lobt das Engagement der Hinterbliebenen eines brutalen Verbrechens.

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DPA, Redaktion blue News

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  • Die britische Königin Camilla wurde als Teenager von einem Mann angegriffen.
  • Der Übergriff auf Camilla war seit September bekannt, doch die Königin hat bisher nie selbst öffentlich darüber geredet.
  • Jetzt wolle sie selbst reden, weil häusliche Gewalt schon zu lange ein Tabuthema sei.

Die britische Königin Camilla hat erstmals selbst öffentlich vom Übergriff eines Mannes während ihrer Teenagerzeit berichtet. Als sie in den 60er Jahren mit dem Zug unterwegs war, sei ein Mann übergriffig geworden, sagte Camilla der BBC am Mittwoch. «Ich habe mein Buch gelesen, und wissen Sie, dieser Junge, dieser Mann, hat mich angegriffen, und ich habe mich gewehrt», sagte sie. «Ich erinnere mich, dass ich aus dem Zug stieg und meine Mutter mich ansah und sagte: «Warum stehen Deine Haare zu Berge?» und «Warum fehlt ein Knopf an Deiner Jacke?"»

Die heute 78-jährige Queen sagte, der Angriff habe sie erzürnt, doch sie habe jahrelang geschwiegen, bis sie von anderen Frauen gehört habe, die ihre Geschichten berichteten. Jetzt wolle sie selbst reden, weil häusliche Gewalt schon zu lange ein Tabuthema sei. Viele Menschen sähen nicht, wie schlimm die Situation ist.

«Ich dachte mir, wenn ich schon eine winzige Seifenkiste habe, auf der ich stehen kann, dann möchte ich auch darauf stehen», sagte Camilla unter Anspielung auf die englische Sitte, bei öffentlichen Stehgreifansprachen eine Seifenkiste als Behelfspodest zu nutzen, um besser gesehen und gehört zu werden. «Es gibt nicht viel, was ich tun kann, ausser mit den Leuten zu reden und sie zusammenzubringen.»

Mitgefühl für John Hunt und seine Tochter

Die Frau von König Charles III. äusserte sich in einem Gruppeninterview mit dem ehemaligen Rennkommentator John Hunt und dessen Tochter Amy. Hunts Frau Carol und seine Töchter Louise und Hannah waren im Juli vergangenen Jahres von Louises Ex-Partner in ihrem Haus ermordet worden.

Die Königin lobte den Einsatz der beiden Überlebenden gegen häusliche Gewalt. «Wo auch immer Ihre Familie jetzt ist, sie wäre so stolz auf Sie beide», sagte Camilla. «Sie müssen von oben auf Euch herab lächeln und denken: «Meine Güte, was für ein wunderbarer, wunderbarer Vater, Ehemann, (welch wunderbare) Schwester."»

Ein Hieb mit dem Absatz

Der Übergriff auf Camilla war seit September bekannt, doch die Königin hat bisher nie selbst öffentlich darüber geredet. Der frühere «Times»-Korrespondent Valentine Low schreibt in seinem Buch «Power and the Palace», Camilla sei im Zug auf dem Weg nach London Paddington gewesen, als ein Mann neben ihr die Hand ausgestreckt und versucht habe, sie zu berühren. Camilla habe sich an einen Rat ihrer Mutter erinnert, ihren Schuh ausgezogen und dem Grabscher mit dem Absatz ins Gemächt geschlagen. In Paddington angekommen, habe sie einem Uniformierten von dem Übergriff berichtet.

Low zufolge hat Camilla den Vorfall dem ehemaligen Premierminister Boris Johnson erzählt, als dieser von 2008 bis 2016 Bürgermeister von London war. Berater Johnsons hielten den Vorfall für einen Grund dafür, dass Camilla Wohltätigkeitsorganisationen unterstützt, die mit Opfern häuslicher Gewalt arbeiten, sagte Low.