Alles erlaubt? Was Gäste zur Hochzeit von Meghan und Harry lieber nicht tragen sollten

Leanne Italie, AP

25.4.2018

Wie zieht man sich als Gast einer royalen Hochzeit richtig an? Zwei Expertinnen verraten, was man tragen oder lieber im Schrank lassen sollte.

Die Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle am 19. Mai wird zwar nicht so aufwendig wie die von Prinz William und Kate 2011 sein. Doch wird von den Gästen bei der Trauung in der St. George's Chapel auf Schloss Windsor trotzdem erwartet, dass sie sich an kirchliches und königliches Protokoll halten oder zumindest einfache britische Traditionen befolgen, wie Etikette-Experten sagen. Die Einladungen an 600 Personen gaben eine Kleiderordnung vor, doch lassen sie viel Spielraum für Fauxpas und das Wahren weniger bekannter Bräuche.

So lang darf das Kleid sein

Die Etikette-Expertin Myka Meier sagte, sich für eine Hochzeit in Grossbritannien zu kleiden, könne sich sehr vom Anziehen für eine Hochzeit in einem anderen Land unterscheiden. Die Schultern von Frauen sollten bedeckt sein. Die Trauung findet innerhalb der Kirche von England statt und die Grossmutter des Bräutigams Prinz Harry, Königin Elizabeth II., ist das Oberhaupt der Kirche. Die Länge von Frauenkleidern sollte nicht kürzer sein als die Länge am Oberschenkel, die der längste Finger der Frau vorgibt, wenn beide Arme neben dem Körper gehalten werden. Das Kleid sollte nicht länger als bis zur Mitte des Wadenbeins reichen, wie Meier sagte.

«Man wird kein Dekolleté sehen», sagte Meier, die in London unter einem früheren Mitglied des königlichen Hofstaats ausgebildet wurde. «Man wird nicht viel Haut sehen. Zumindest sollte man das nicht. Es würde als respektlos betrachtet.»

Farbe bekennen oder nicht?

Kleider, die grösstenteils schwarz oder weiss sind, sind nicht zulässig. Die Farbe Weiss gehört bei der Hochzeit der Braut und vielleicht auch den Brautjungfern. Schwarz bleibt eine Farbe der Trauer. Akzente oder kleinere Kleckse in Weiss oder Schwarz sind okay.

Es sei damit zu rechnen, dass bei der Hochzeit im Mai helle Muster zu sehen seien, sagte Meier. Grosse und blockhafte Muster seien aber inakzeptabel. Da es eine Frühlingshochzeit ist, darf davon ausgegangen werden, dass viele Pastellfarben und traditionelle Muster passend zur Jahreszeit, wie Blumenmuster, getragen werden. «Am Ende des Tages will man einfach zur Formalität der Veranstaltung passen, an der man teil nimmt», sagte Meier.

Hüte: Grösser ist nicht gleich besser

Bei royalen Hochzeiten kann es so wirken, als wäre bei der Kopfbedeckung alles erlaubt. «Hüte sind ein Zeichen der Festlichkeit für eine britische Hochzeit», sagte Meier. «Sie werden in der Kirche aufbehalten, aber Personen sollten auf die Leute achten, die hinter ihnen sitzen.» Meier sagte, die Hutkrempe sollte nicht riesig sein. «Nichts zu Hohes». 

Sogenannte Fascinator - Kopfteile, die mit Schleifen, Blumen oder anderem dekoriert sind - sind beliebt und auch akzeptabel. Sie verleihen dem Outfit etwas Verspieltes. «Phantasievoll im Gegensatz zu verrückt ist in Ordnung», sagte die Prominenten- und Societystylistin Diana Lloyde Roth, die seit mehr als 30 Jahren Amerikaner für europäische formelle Anlässe kleidet.

Meier sagte, Frauen fingen häufig mit dem Hut an, wenn sie ihr Outfit planten. Lloyde Roth sagte: «Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hut und Ihr Outfit zur gleichen Veranstaltung gehen.» Der Fascinator, den Prinzessin Beatrice zur Hochzeit von Prinz William trug, dient noch immer als Warnung. Eine Beobachterin des Königshauses, Anne Chertoff, sagte, die hohe Schleife auf dem Fascinator sei «lächerlich auf so viele Arten, aber zumindest konnte man durch ihn sehen».

Die richtigen Schuhe, die richtige Handtasche

Die Hochzeit ist eine formelle kirchliche Veranstaltung, aber auch eine Veranstaltung am Tag. Das bedeutet, dass beim Schuhwerk nicht alles erlaubt ist. Schuhe, bei denen die Zehen zu sehen sind, und Wedgesandalen, sind keine gute Wahl. Die Schuhe sollten einen Absatz von maximal etwa zehn Zentimetern haben, sagte Meier. Und Stilettos? Vergessen Sie es.

Handtaschen sollten möglichst klein sein - aus einem einfachen Grund: «Es gibt rund 800 Sitze in der St. George's Chapel, aber man sitzt sehr eng», sagte Meier. «Es gibt keinen Platz, um grosse Taschen hinzutun.» Clutches oder andere Handtaschen, die gut auf den Schoss passen, sind eine gute Wahl.

Nicht übertreiben

«Amerikaner vergessen das manchmal», sagte Lloyde Roth. «Sie sind nicht die Prinzessin.» Make-up und Accessoires sollte man reduzieren, sagte sie. Wer schlau sei, lasse den Hut in den Vordergrund treten. Beim Thema Accessoires berief sich Lloyde Roth auf Coco Chanel: «Bevor Sie das Haus verlassen, schauen Sie in den Spiegel und legen Sie ein Ding ab.»

Die Hollywood-Vertreter sollten daran denken, dass sie es mit der Oberschicht zu tun hätten, sagte Lloyde Roth. «Sie besitzen ihre Juwelen und die Kleidung, die sie tragen.»

Und nach der Trauung?

Königin Elizabeth II. wird nachgesagt, dass sie kein Fan von schmalen Trägern bei Kleidern oder freizügiger Kleidung sei. Für den Empfang auf dem Schloss direkt nach der Trauung werden sich die Gäste nicht umziehen. Es gibt aber eine private Abendparty im Frogmore House südlich von Schloss Windsor.

Chertoff sagte für den Abend alle möglichen Kleiderstile voraus, darunter tiefe Ausschnitte und hohe Schlitze. Die Königin wird dem Abendempfang wahrscheinlich fern bleiben. «Die Kameras werden aus sein», sagte Chertoff. «Es findet alles hinter verschlossenen Türen statt.»

Royal-Flash
Zurück zur Startseite