TV-Star erzählt ihre Geschichte Wie zwei Familiendramen Sandra Studers Welt erschütterten

Bruno Bötschi

11.5.2026

Der SRF-Film «Die Sandra Studer Story» zeigt eine Karriere zwischen Applaus und Ausnahmezustand: Während die Entertainerin auf der Bühne glänzt, wird ihre Familie von zwei Schicksalsschlägen heimgesucht. 

Bruno Bötschi

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Seit 37 Jahren prägt Sandra Studer das Showbusiness in der Schweiz – als Moderatorin, Theater- und Musicaldarstellerin und Sängerin.
  • Im neuen Dokfilm «Die Sandra Studer Story» spricht die 57-jährige Entertainerin über Glanz im Showbusiness und zwei private Schicksalsschläge.
  • «Der Eurovision Song Contest 1990 in Rom war der Anfang von allem», so Studer im Film.
  • Der Dokfilm «Die Sandra Studer Story» ist ab sofort auf Play SRF zum Streamen verfügbar.

Die ESC-Geschichte von Sandra Studer beginnt mit einer krachenden Niederlage: 1990, ein Jahr vor ihrer ersten Teilnahme am internationalen Finale, landet sie bei der Schweizer Vorentscheidung trotz Favoritenrolle auf dem letzten Platz.

«Sehe ich mir die TV-Bilder heute an, erkenne ich Angst in meinen Augen. Ich war 21, hatte noch nie vor so grossem Publikum gesungen und wusste nicht, wie ich mich bewegen soll», sagt Studer im neuen SRF-Film «Die Sandra Studer Story».

Den letzten Platz empfindet sie – damals unter dem Familiennamen ihrer Mutter Simó antretend – nicht als Niederlage, sondern bucht ihn unter Erfahrung ab.

Ein Jahr später tritt Studer erneut bei der Schweizer Vorausscheidung an – obwohl ihr viele Freundinnen und Freunde davon abgeraten haben.

Diesmal schafft sie es ins internationale Finale in Rom. Dort lässt sie das Schweizer TV-Publikum mit ihrem Song «Canzone Per Te» sogar vom Sieg träumen. Am Ende reicht es für den tollen fünften Platz.

Sandra Studer stellt ihr Licht oft unter den Scheffel

Seit 37 Jahren ist Sandra Studer nicht aus der Schweizer Fernseh- und Showbusinesslandschaft wegzudenken – als Sängerin, Moderatorin, Theater- und Musicaldarstellerin.

Trotz ihrer vielen beruflichen Erfolge betont sie jedoch immer wieder die Bedeutung von Familie und Privatleben. «Der Garten will auch gewässert werden», sagt im Interview mit der «Schweizer Familie». 

Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Anwalt Luka Müller, zieht Sandra Studer die vier Kinder Gian, Lili, Nina und Julia gross.
Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Anwalt Luka Müller, zieht Sandra Studer die vier Kinder Gian, Lili, Nina und Julia gross.
Bild: Sceenshot SRF

Mit ihrem Mann, dem Anwalt Luka Müller, zieht sie die vier Kinder Gian (27), Lili (25), Nina (19) und Julia (18) gross. «Ich hatte das Glück, dass ich mit meinem manchmal ­unsicheren und unregelmässigen Job einen Partner an der Seite hatte, der mich unterstützt hat. So konnte ich zugreifen, wenn ein Angebot gepasst hat», so Studer.

Typisch für sie ist ihre Bescheidenheit: Die Tochter einer Katalanin und eines Schweizers stellt ihr Licht oft unter den Scheffel.

So wundert es auch nicht, dass Sandra Studer anfänglich unsicher ist, ob sie will, dass ein Film über sie und ihrer Karriere gedreht wird. «Weil ich mich nicht für interessant genug hielt für einen Dokfilm», sagt sie im Interview mit dem Online-Medienmagazin «Persönlich».

Und weiter: «Aber dann schaut man zurück und erkennt, dass man inzwischen ein Fernseh-Dinosaurier ist.»

Tochter Nina kommt drei Monate zu früh auf die Welt

Im Film kommen neben Sandra Studer auch ihr Ehemann, die vier gemeinsamen Kinder und andere Wegbegleiter*innen zu Wort und zeigen ihre Facetten – als Entertainerin, Moderatorin und Kollegin ebenso wie als Schwester, Ehefrau und Mutter.

Erzählt wird auch von zwei familiären Schicksalsschlägen. Als Sandra Studers zweitjüngste Tochter Nina 2007 drei Monate zu früh zur Welt kommt, verändert sich auf einen Schlag alles. Nina wiegt bei der Geburt nur 870 Gramm.

«Ein Erdbeben», sagt Sandra Studer. «Plötzlich ist da ein Häufchen Leben, welches eigentlich noch in mir drin sein sollte.» Die Wochen in der Neonatologie, der Abteilung für Frühgeborene, prägen sie tief. «Diese Zeit habe ich in Erinnerung, als ob eine Käseglocke über meinem Leben gelegen hätte.»

Alles andere in Studers Leben verlor schlagartig an Bedeutung. Angst und Hoffnung bestimmten den Alltag von Sandra Studer und ihrem Mann Luka Müller. Zum Glück wendet sich alles zum Guten. Heute geht es Nina gut. «Sie ist unser Wunder», sagt Studer im Film.

2019 folgt der nächste familiäre Schicksalsschlag: Studers Ehemann Luka Müller erhält die Diagnose Krebs. Es folgen Operationen, Bestrahlungen und Rückfälle – ein ständiges Warten auf neue Werte.

«Jetzt warten wir. Es geht sicher nochmals los», sagt Müller gefasst. Und weiter: «Ich habe noch keine Nacht schlecht geschlafen wegen des Krebs.»

Müller scheint – zumindest äusserlich – nicht mit den Herausforderungen der Krankheit zu hadern. Der Umgang ihres Mannes mit der Krankheit habe sie «aus den Socken gehauen», so Studer.

Flaschka: «Sandra lässt die Menschen neben sich glänzen»

«Mamma Mia!» – ein Ausruf, der gut zur Vierfach-Mami Sandra Studer passt. Die Entertainerin ist seit Kindesbeinen Abba-Fan und spielt seit vergangener Woche im gleichnamigen Musical in der Zürcher Maag-Halle die Hauptrolle.

Im Film erklärt sie, was sie an ihrer Arbeit am meisten fasziniert: «Der Kick war immer das Live. Also immer im Hinterkopf haben: Es kann etwas passieren, worauf ich mich nicht vorbereiten kann.»

Trotz aller Aufregung und Nervosität vergisst Sandra Studer aber nie ihre Mitmenschen. Oder wie es Dominik Flaschka, der Regisseur von «Mamma Mia!» erklärt: «Sandra lässt die Menschen neben sich glänzen.»

Moderierten gemeinsam den ESC 2025 aus Basel: Entertainerin Sandra Studer und Komikerin Hazel Brugger – im Final wurden sie zusätzlich von Michelle Hunziker unterstützt.
Moderierten gemeinsam den ESC 2025 aus Basel: Entertainerin Sandra Studer und Komikerin Hazel Brugger – im Final wurden sie zusätzlich von Michelle Hunziker unterstützt.
Bild: Keystone

Möglicherweise sorgte dieses Attribut auch dafür, dass der ESC 2025 in Basel zum bisherigen Höhepunkt in der Karriere von Sandra Studer wurde.

Mehr als 30 Jahre nach ihrem fünften Platz beim ESC in Rom, wird einer von Studers Lebensträumen wahr: Sie darf das ESC-Finale gemeinsam mit Hazel Brugger und Michelle Hunziker moderieren.

Brugger und Studer sind ausgeprägte Familienmenschen

Während der intensiven Wochen in Basel entsteht eine Freundschaft mit Co-Moderatorin Hazel Brugger, mit der Sandra Studer zudem die beiden Halbfinals im Duo präsentiert.

Für Komikerin Brugger ist Entertainerin Studer die perfekte Partnerin in dieser Extremsituation. Der Grund dahinter: Beide Frauen sind ausgeprägte Familienmenschen.

Noch nie habe sie mit einer Mutter gearbeitet, die so genau habe benennen können, so Hazel Brugger, wie sie sich gerade fühle. «Und die so gut verstanden hat, wie hart der Spagat zwischen zwei kleinen Kindern und einem Auftritt ist.»

Am Ende des Filmes blickt Sandra Studer voller Dankbarkeit auf ihre Karriere zurück: «Es gab Momente, da habe ich mich gefragt, wie habe ich das verdient. Das gibt es nicht so oft im Leben, dass einem etwas so lange begleitet.»

Und weiter: «Der ESC war der Anfang von allem. Dass das noch einmal in mein Leben zurückkommt auf diese Art – das ist nichts anderes als ein Geschenk des Universums.»

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© Emiien Itim

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