Skandalfrei, aber brutal authentisch - Neffe Jafaar brilliert als Michael Jackson
Der Weg zum «King of Pop» war gepflastert mit beispiellosem Ruhm, aber auch mit tiefen Schatten. Das neue Biopic «Michael» versucht nun, diesen monumentalen Lebensweg auf die Leinwand zu bringen.
21.04.2026
Der Weg zum «King of Pop» war gepflastert mit beispiellosem Ruhm, aber auch mit tiefen Schatten. Das neue Biopic «Michael» versucht nun, diesen monumentalen Lebensweg auf die Leinwand zu bringen.
Dass «Michael» kein gewöhnliches Biopic ist, zeigt schon die Besetzung hinter der Kamera. Mit Graham King zeichnet der Mann als Produzent verantwortlich, der bereits «Bohemian Rhapsody» zum weltweiten Erfolg führte. Ihm zur Seite steht Regisseur Antoine Fuqua, der seine Karriere einst mit Musikvideos für Superstars begann und heute für seine bildstarke Inszenierung bekannt ist. Das Drehbuch stammt aus der Feder des dreifach Oscar-nominierten John Logan, der mit Filmen wie «Gladiator» bewiesen hat, dass er epische Stoffe meisterhaft strukturieren kann.
Produktion im Ausnahmezustand
Die Entstehung des Films glich einem Marathon. Mit einem geschätzten Budget von 155 bis 200 Millionen Dollar gehört «Michael» zu den teuersten Musiker-Biografien der Filmgeschichte. Die Dreharbeiten, die Anfang 2024 begannen, führten die Crew an zahlreiche Originalschauplätze und erforderten eine akribische Vorbereitung, um die ikonischen Bühnenshows authentisch nachzustellen. Dass mit Jaafar Jackson ein Neffe Michaels die Hauptrolle übernimmt, verleiht dem Film dabei eine ganz eigene, fast unheimliche Authentizität.
Kurzfristige Kurskorrekturen und rechtliche Hürden
Besonders brisant sind Berichte über tiefgreifende Änderungen in der Postproduktion. Ursprünglich war ein noch umfassenderes Werk geplant, doch Berichten zufolge wurden für rund 15 Millionen Dollar Nachdrehs und Anpassungen vorgenommen. Ein Grund für das Ende des Films im Jahr 1988 – zum Abschluss der «Bad Tour» – liegt offenbar in der rechtlichen Komplexität rund um die ersten Missbrauchsvorwürfe von 1993. Anstatt sich in einem juristischen Minenfeld zu verlieren, entschieden sich die Macher dafür, den Fokus auf die Ära des beispiellosen künstlerischen Aufstiegs zu legen.
Durch die Einbindung des Michael Jackson Estate und enger Weggefährten wie John Branca ist ein Werk entstanden, das Michaels Genie feiert, dabei jedoch auch die Handschrift derer trägt, die sein Erbe verwalten. Ob dieser Blickwinkel der Komplexität des Menschen Michael Jackson gerecht wird, bleibt die spannende Frage für das Publikum.
«Michael» läuft ab 22. April bei blue Cinema
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