Sparhammer bei Sender 900 Stellen bei der SRG und SRF weg – das sind die Details

Sven Ziegler

24.11.2025

Das SRF-Mutterhaus SRG baut offenbar rund 900 Stellen ab. (Archivbild)
Das SRF-Mutterhaus SRG baut offenbar rund 900 Stellen ab. (Archivbild)
sda

SRF hat an einer internen Personalinfo vom Montag über drastische Sparmassnahmen informiert. Rund 900 Stellen werden bei der SRG abgebaut. 

Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • SRF und die SRG kündigen einen Stellenabbau von rund 900 Vollzeitstellen bis 2029 an.
  • Hintergrund sind sinkende Gebühreneinnahmen, geringere Werbeerträge und steigende Betriebskosten.
  • Gleichzeitig stellt der Konzern seine Führungsstrukturen neu auf und bündelt zentrale Bereiche.

SRF und die SRG bauen in den kommenden Monaten rund 900 Stellen ab. Das hat der Sender an einer internen Personalinfo bekannt gegeben, wie blue News von zwei unabhängigen Quellen erfahren hat. 

Demnach sei an einer Personalveranstaltung am Montagmorgen über weitere Sparmassnahmen informiert worden, heisst es von beiden Quellen. Auch die SRG hat mittlerweile über die Sparmassnahmen informiert. «Das Unternehmen muss bis 2029 rund 270 Millionen Franken einsparen. Grund dafür sind einerseits die sinkenden Einnahmen aus der Medienabgabe, andererseits rückläufige kommerzielle Erlöse sowie höhere Betriebskosten. Die Folgen sind tiefgreifend: Bis 2029 sollen voraussichtlich rund 900 Vollzeitstellen wegfallen», schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. 

Im Januar 2027 tritt der erste Schritt der vom Bundesrat beschlossenen Reduktion der Medienabgabe in Kraft. Die SRG muss bis dahin bereits 125 Millionen Franken einsparen. Zusammen mit weiteren erwarteten Mindereinnahmen und der Teuerung ergibt sich laut aktuellen Berechnungen ein Sparbedarf von rund 270 Millionen Franken – etwa 17 Prozent des SRG-Budgets von 2024.

Bis zu 900 Stellen fallen bei SRF weg

Im Zuge der Neuaufstellung schafft die SRG eine gestraffte Führungsstruktur. Ab April 2026 besteht die Geschäftsleitung aus sieben statt acht Mitgliedern. Gleichzeitig werden mehrere Bereiche neu gebündelt: Die Direktion «Angebot» vereint künftig Inhalte und Distribution, während «Operationen» die Bereiche Technologie und Produktion umfasst.

Auch in den Regionen SRF, RTS, RSI und RTR sollen die Führungsstrukturen einheitlicher werden, um enger zusammenarbeiten zu können. Die regionalen Leitungsteams werden bis Mitte 2026 neu besetzt. Einige Schlüsselpositionen, darunter die Leitung von SRF sowie die Direktionen «Operationen» und «Angebot», sind derzeit ausgeschrieben.

Der Stellenabbau wird in mehreren Schritten erfolgen. Rund ein Drittel der 900 Stellen – etwa 300 Vollzeitstellen – sind Teil eines bereits laufenden Sparprogramms. Weitere 600 Stellen sollen bis 2029 abgebaut werden, teils über Alterspensionierungen und Fluktuation, teils über Entlassungen. Der SRG-Sozialplan kommt zur Anwendung. Zuvor wird ein Konsultationsverfahren eingeleitet.

Die Umstellung beginnt Anfang 2026 in den Personal- und Finanzabteilungen, die dann gruppenweit einheitlich geführt werden. Die Mitarbeitenden arbeiten weiterhin in ihren jeweiligen Regionen, sollen aber vermehrt standortübergreifend operieren.

+++ Update folgt +++

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