«Wetten, dass …»-Legende Thomas Gottschalk hat am Wochenende in einem Interview erzählt: «Ich glaube, es wird Zeit, dass wir die Karten auf den Tisch legen. Ich habe Krebs.» Er habe bereits zwei Operationen über sich ergehen lassen müssen.
An Gottschalks Seite ist Ehefrau Karina Mross. Vorerst gelang es dem Paar, die Erkrankung geheim zu halten. Die Diagnose erhielt der 75-Jährige vor knapp vier Monaten (Archivbild).
Trotz seines Befundes und den Operationen trat er weiterhin öffentlich auf. Bei der Bambi-Gala vor zwei Wochen irritierte Gottschalk mit einem fahrigen Auftritt: Er verwechselte Cher mit einem Double und kassierte Buh-Rufe. Gottschalk erklärt nun, dass er wegen der Krankheit starke Schmerzmittel nehmen müsse (Archivbild).
Thomas Gottschalk hat Krebs
«Wetten, dass …»-Legende Thomas Gottschalk hat am Wochenende in einem Interview erzählt: «Ich glaube, es wird Zeit, dass wir die Karten auf den Tisch legen. Ich habe Krebs.» Er habe bereits zwei Operationen über sich ergehen lassen müssen.
An Gottschalks Seite ist Ehefrau Karina Mross. Vorerst gelang es dem Paar, die Erkrankung geheim zu halten. Die Diagnose erhielt der 75-Jährige vor knapp vier Monaten (Archivbild).
Trotz seines Befundes und den Operationen trat er weiterhin öffentlich auf. Bei der Bambi-Gala vor zwei Wochen irritierte Gottschalk mit einem fahrigen Auftritt: Er verwechselte Cher mit einem Double und kassierte Buh-Rufe. Gottschalk erklärt nun, dass er wegen der Krankheit starke Schmerzmittel nehmen müsse (Archivbild).
Zwei Operationen, 33 Bestrahlungen, hohe Rückfallgefahr – Thomas Gottschalks Kampf gegen den Krebs ist im Gange. Sein Arzt gibt nun erstmals Einblick in den Therapieverlauf.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Thomas Gottschalk leidet an einem seltenen, aggressiven Blutgefässkrebs namens epitheloides Angiosarkom und hat bereits zwei Operationen sowie 33 Bestrahlungen hinter sich.
- Sein behandelnder Arzt betont, dass bei dieser Krebsart der Faktor Zeit entscheidend sei, um den Tumor vollständig zu entfernen und Rückfälle zu vermeiden.
- Dank moderner Behandlungsmethoden konnte die Prognose verbessert werden, dennoch bleiben engmaschige Nachkontrollen wegen des hohen Rückfallrisikos notwendig.
«Ich glaube, es wird Zeit, dass wir die Karten auf den Tisch legen. Ich habe Krebs», mit diesen Worten schockierte die Entertainer-Legende Thomas Gottschalk dieses Wochenende die Showwelt.
Ein mutiger Schritt des 75-Jährigen.
Und das Böse hat einen komplizierten Namen: epitheloides Angiosarkom. Es ist ein seltener, bösartiger Tumor der Blutgefässe. Die Diagnose erhielt Gottschalk vor knapp vier Monaten. Zwei Operationen hat er schon hinter sich.
Nun hat sich Gottschalks behandelnder Arzt geäussert. Das ist bekannt – und das noch nicht.
Was ist ein epitheloides Angiosarkom?
Das Angiosarkom ist eine sehr seltene Krebsform, die in den Zellen entsteht, welche die Innenseite der Blutgefässe bilden. Unter diesem Begriff werden verschiedene bösartige Gefässtumoren zusammengefasst, die in unterschiedlichen Bereichen des Körpers auftreten können, erklärt die Deutsche Sarkomstiftung. Die Tumoren bilden sich an der Innenseite von Blut- und Lymphgefässen und können sich von dort aus im Körper ausbreiten, indem sie Metastasen bilden.
In der Schweiz gibt es keine öffentlich verfügbaren Zahlen dazu, wie oft ein epitheloides Angiosarkom auftritt, weil es in der nationalen Krebsstatistik nicht separat ausgewiesen wird.
Die offiziellen Krebsberichte des BFS und der NKRS listen nur häufigere Krebsarten auf, während seltene Sarkome unter «andere Krebsarten» zusammengefasst werden. Da das epitheloide Angiosarkom extrem selten ist, taucht es statistisch meist nur in Einzelfallberichten auf. Internationale Fachliteratur beschreibt den Subtyp zudem als «ausserordentlich selten».
Was wurde bei Gottschalk unternommen?
Der 75-Jährige musste zwei schwere Operationen überstehen, wobei der zweite Eingriff zusätzlich grosses Weichgewebe am Becken entfernte, da sein Krebs besonders aggressiv ist. Trotz der Belastung hielten er und seine Frau die Erkrankung geheim. Karina Mross erzählte am Wochenende, dass Thomas sich keine Pause gönnte und sie täglich heimlich zur Klinik fuhren. Insgesamt erhielt er 33 Bestrahlungen. Für das Paar war diese Zeit eine grosse Belastung.
Er kennt Thomas Gottschalks Erkrankung genau – und macht Hoffnung: Erstmals hat sich sein behandelnder Arzt in einem Interview zur Lage geäussert. Professor Jürgen E. Gschwend erklärt im Gespräch mit der «tz»-Zeitung, wie diese Krebsart behandelt wird.
Gschwend hat bereits Tausende Patient*innen operiert und zählt zu den führenden Experten für Blasen- und Prostataeingriffe. Als Leiter der Urologie am TUM-Klinikum Rechts der Isar begegnet er auch extrem seltenen Tumorarten wie dem epitheloiden Angiosarkom, das bei Gottschalk festgestellt wurde.
Professor Jürgen E. Gschwend über diese Erkrankung: «Er ist sehr selten, geht von den Blutgefässen aus und ist aggressiv. Theoretisch kann er überall im Körper auftreten. Wenn er entdeckt wird, muss man ihn entschlossen bekämpfen. Der Faktor Zeit ist bei dieser Krebsart besonders wichtig.»
Für die Patienten bedeutet die Diagnose vor allem eines: Sie müssen schnell operiert werden. Der Tumor muss vollständig entfernt werden, damit keine Krebszellen zurückbleiben. In einigen Fällen sind deshalb zusätzliche Eingriffe nötig, um sicherzugehen, dass wirklich das gesamte befallene Gewebe entfernt wurde.
Nach der Operation folgt in der Regel eine adjuvante Strahlentherapie, also eine unterstützende Behandlung nach dem Haupteingriff, die verbliebenen Krebszellen gezielt zerstören und die Chance erhöhen soll, den Tumor langfristig unter Kontrolle zu halten.
Trotzdem bleibt das Rückfallrisiko bei dieser Krebsart hoch. Deshalb sind engmaschige Kontrollen wichtig: Betroffene müssen sich meist alle acht bis zwölf Wochen untersuchen lassen, um ein mögliches Rezidiv – also das Wiederauftreten des Tumors – früh zu erkennen.
Professor Jürgen E. Gschwend sagt dazu: «Durch die Kombination aus modernen OP-Techniken, Strahlentherapie und Medikamenten konnte die Prognose in den letzten Jahren deutlich verbessert werden.»
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20.11.2023