Südsee, Seifenoper, Silbereisen«Traumschiff» auf Bora Bora» – eher «Traumschiff balla balla»
Carlotta Henggeler
27.12.2025
Dr. Jessica Delgado (Collien Ulmen Fernandes) ist überrascht von dem musikalischen Talent ihres Kapitäns Max Parger (Florian Silbereisen).
ZDF und Dirk Bartling
Drama, Romantik und Dialoge zum Davonlaufen: Die aktuelle Folge des «Traumschiffs» auf Bora Bora liefert Fremdscham pur – und doch genau das, was viele an Bord sehen wollen.
Auf dem ZDF-«Traumschiff» nach Bora Bora treffen klischeehafte Dialoge, vorhersehbare Dramen und Fremdschäm-Momente auf paradiesische Kulissen.
Hauptfiguren erleben mehrere Konflikte: Verwechslung um eine Hochzeit, Freundschaftskrise wegen geheimer Jobs auf dem Schiff und eine gehörlose Mutter, die ihrer Tochter eine neue Liebe verschweigt.
Ein inszenierter Höhepunkt: Kapitän Silbereisen spielt zufällig Klavier am Strand, woraufhin eine Passagierin spontan singt – Romantik, Kitsch und ein obligatorisches Happy End inklusive.
Toni Wittig (Emilia Bernsdorf, rechts) und Amrei Seibold (Banafshe Hourmazdi) sind beste Freundinnen und Jungunternehmerinnen in den Firmen ihrer Eltern. Aber auf dem Schiff arbeiten sie aber als Reinigungsmitarbeiterinnen.
ZDF/Dirk Bartling
Manchmal ist das Leben kompliziert. Und manchmal ist es einfach nur Traumschiff. Auf Kurs Richtung Bora Bora will Passagierin Toni Wittig ihrer besten Freundin Amrei Seibold eigentlich eine Traumreise schenken. Eigentlich. Denn kurz vor dem Ablegen grätscht ein Freund dazwischen – inzwischen Ex-Freund – und Toni sagt die Reise ab. Liebeskummer schlägt Südsee.
Am Abreisetag steht Toni plötzlich doch wieder am Hafen. Überraschung! Nach der Absage will sie nun trotzdem mit. Ein Last-Minute-Check-in am Abreisetag? Das ist dann wohl eher balla balla als Bora Bora.
Das klingt im O-Ton so:
Passagierin Toni Wittig (Emilia Bernsdorf): «Ursprünglich sollten wir zusammen auf das Schiff.»
Hoteldirektorin Hanna Liebhold (Barbara Wussow) kontert: «Aber Sie hatten doch abgesagt.»
Wittig weiter: «Genau, ich möchte jetzt aber doch mit. Ich möchte Amrein nicht hängen lassen und es wiedergutmachen.»
Da fackelt die Hoteldirektorin der MS Amadea nicht lange herum: «Also gut, das ist dann schon mal die richtige Einstellung, wollen wir mal nicht so streng sein.»
Keine fünf Minuten geschaut – und schon einmal fremdgeschämt für das wässrige Drehbuch. Es fängt gut an …
Eigene Hochzeit? Das Missverständnis
Das überraschte Gesicht von Noah Schütt beim Klären des Hochzeitsmissverständnisses.
Screenshot ZDF
Alle an Bord, Kapitän Silbereisen – äh, Max Parger – lächelt sich bereit zum Ablegen. Doch vor dem Auslaufen wird noch schnell Klatsch serviert: Offiziersassistent Noah Schütt (Louis Held) soll heiraten. Seine Begeisterung? Eher Flaute.
Die Auflösung kommt prompt: Nicht seine Hochzeit steht an, sondern die goldene seiner Eltern. 50 Jahre Liebe, Ehrentanz inklusive. Noah wollte vorbereitet sein, startete einen Tanzkurs – und brach ihn genauso konsequent wieder ab.
Drama genug fürs Vorabendprogramm, echte Probleme bitte erst im nächsten Hafen.
Hoteldirektorin Hanna Liebhold: «Da steht ein Ereignis an, klingelt's da nicht bei ihnen? Hochzeitsglocken vielleicht?»
Kapitän Parger: «Sie scheinen ja hellauf begeistert zu sein …»
Noah Schütt: «Ja, richtig erkannt. Mir graut es schon davor.» Kurze Pause – und weiter: «Ich wollte für die Hochzeit davor noch einen Tanzkurs machen. Der hat viel zu spät angefangen. Jetzt bin ich nicht mal bis zum Walzer gekommen. Wenn ich das nicht hinkriege, dann reissen mir meine Eltern den Kopf ab. Das ist ihr einziger Wunsch gewesen an mich.»
Staff-Kapitän Martin Grimm (Daniel Morgenroth): «Sollten Sie sich nicht zuallererst Sorgen um die Braut machen?»
Schütt erstaunt: «Was? Ach so … Nein, um Gottes willen. Es geht um die goldene Hochzeit meiner Eltern. Nicht um meine.»
Dann wagen Fernandez und Schütt ein Tänzchen – und natürlich entpuppt er sich als zertifizierter Tanztrampel.
«Vielleicht sollten Sie ihren Eltern lieber etwas dichten», lautet der weise Rat von Ober-Concierge Liebhold.
Dann sticht die Crew auf See – und Schütt entschuldigt sich noch in die Runde. Entschuldigung wofür eigentlich? Das bleibt wohl sein Geheimnis. Das ist auch gut so.
Böse, böse Überraschung
Passagierin Toni Wittig findet heraus, warum sie und ihre beste Freundin Amrei Seibold nur eine einfache Kabine auf dem Schiff haben – und nicht wie erwartet die Suite.
Toni Wittig vorwurfsvoll «Wir arbeiten hier … als Reinigungspersonal? Das war dein Urlaubsplan? Davon wusste ich nichts.»
Amrei Seibold: «Naja, das sollte eine Überraschung sein. Ich wollte, dass wir uns wieder mal fühlen wie früher. Damals nach dem Abi sind wir einfach herumgereist, haben uns mit irgendwelchen Jobs Geld dazuverdient. Das war voll das Abenteuer. Wir hatten Spass, hatten uns.»
Drama an Bord, Toni will nicht als Putzfrau arbeiten und will abreisen.
Screenshot ZDF
Wittig genervt: «Amrein, ich weiss nicht. Ich habe mich echt schlecht gefühlt, dass ich dich hab sitzen lassen.»
Amrein (was für ein Name): «Ja, wegen eines totalen Idioten.»
Tada, jetzt kommt's zum grossen Drama, Wittig: «Ja, der mich auch noch betrogen hat! Ich habe keine Ahnung, was dich mit dieser Aktion geritten hat. Aber sorry, das ist nichts für mich. Sobald wir an Land sind, fahre ich nach Hause!».
Toni stapft davon. Uhhh, Drama-Alarm an Bord.
Philosophischer Moment an Bord – Voltaire sagt …
Staff-Kapitän Martin Grimm nimmt sich Chef-Concierge Liebhold an die Brust, weil sie die noch nicht vorhandenen Tanzkünste von Schütt kritisiert hat.
Kapitän Grimm: «Da ist jemand streng unterwegs auf dieser Reise.»
«Ich will nur, dass alles seine Ordnung hat», kontert Hotelmanagerin Liebhold.
Kapitän Nietzsche, pardon, Kapitän Grimm zitiert Voltaire. Na gut.
Screenshot ZDF
Und weiter: «Sorry, da war ich nur ehrlich. Hätte ich das nicht sagen sollen? Das Sprichwort lautet: Ehrlich währt am längsten.»
Kapitän Grimm hat eine philosophische Erleuchtung an Bord: «Schon richtig, aber Voltaire sagt: ‹Alles, was du sagst, soll wahr sein – aber nicht alles, was wahr ist, solltest du sagen.›»
AHAAAA 💡!
Kapitän Grimm, nicht nur Philosoph
Schiffskapitän Grimm kann die Gebärdensprache – ein wenig zumindest.
Screenshot ZDF
Kapitän Grimm ist nicht nur philosophisch bewandert, er beherrscht auch die Gebärdensprache. Das zeigt sich beim Kapitänsdinner mit der gehörlosen Passagierin Elsa Westrup (Kassandra Wedel) und ihrer überfürsorglichen Teenie-Tochter Nora (Samara Fry).
Kapitän Parger findet Strandklavier – per Zufall
«Traumschiff» auf Bora Bora 2025
Beim idyllischen Strandspaziergang …
Bild: Screenshot ZDF
… entdeckt Kapitän Silbereisen aka Prager ein E-Piano und legt los.
Bild: Screenshot ZDF
Passagierin Nora entdeckt – was für ein Zufall – Prager am Piano und singt «Somewhere Over the Rainbow».
Bild: Screenshot ZDF
Das Konzert am Strand begeistert.
Bild: Screenshot ZDF
«Traumschiff» auf Bora Bora 2025
Beim idyllischen Strandspaziergang …
Bild: Screenshot ZDF
… entdeckt Kapitän Silbereisen aka Prager ein E-Piano und legt los.
Bild: Screenshot ZDF
Passagierin Nora entdeckt – was für ein Zufall – Prager am Piano und singt «Somewhere Over the Rainbow».
Bild: Screenshot ZDF
Das Konzert am Strand begeistert.
Bild: Screenshot ZDF
Kapitän Parger unternimmt mit Dr. Delgado einen Strandspaziergang auf Bora Bora. Dr. Delgado sagt: «Musik fördert Endorphine» oder irgend so ein Quatsch in diese Richtung.
Schiffskapitän Silbereisen findet – toootaaal per Zufall – ein dekoriertes E-Piano am Strand. Parger setzt sich ans Klavier und klimpert los – «Somewhere Over the Rainbow», der Schnulzsong passt perfekt zur paradiesischen Kulisse. Dr. Delgado ist happy, die Endorphine fliegen nur so herum.
Da kommt – schon wieder ein Zufall – Passagierin Nora entlanggeschlendert. Sie ist die Tochter der gehörlosen Elsa und ein Gesangstalent.
Natürlich lässt es sich Nora nicht nehmen, «Somewhere Over the Rainbow» zu singen. Der (Sirenen)-Gesang lockt die Badegäste an – es gibt viel Applaus für ihr Talent.
Die Strandszene ist das grosse Highlight des ZDF-«Traumschiffs» auf Bora Bora. Zwischen Kitsch und Romantik spitzt sich das Drama zwischen der gehörlosen Mutter und ihrer Tochter noch einmal deutlich zu. Die gehörlose Mutter hat Nora eine neue Liebe nämlich bisher verheimlicht – doch diese befindet sich ebenfalls an Bord des Schiffs.
Gibt es ein Happy End? Natürlich – sonst wäre es nicht das «Traumschiff». Genau das macht den Reiz der Sendung aus: viele kleine Dramen, traumhafte Kulissen und immer wieder Szenen, die zum Fremdschämen einladen.
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