14.09.2017 - 08:00

«Kim Kong»: Diese Comedyserie ist der (Affen-)Brüller

von Gion Mathias Cavelty
 

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Ein grosser Diktator, ein Riesenaffe und Donald Trump: Darum dreht sich «Kim Kong». Unser TV-Experte Gion Mathias Cavelty hat die Miniserie vorab gesehen – und ist begeistert.

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Der französische Actionfilm-Regisseur Mathieu Stannis (gespielt von Jonathan Lambert) wird in ein fiktives nordasiatisches Land (reales Vorbild: Nord-Korea) entführt, weil der dort herrschende Grosse Kommandant (gespielt von Christophe Tek, reales Vorbild: eine Mischung aus Kim Jong-il/Kim Jong-un) einen Traum hat: Er möchte den Klassiker «King Kong» neu verfilmen lassen. Selbstverständlich auf «regime-genehme Art».

Dies die Ausgangslage der dreiteiligen französischen Miniserie «Kim Kong», die am Donnerstag, 14. September, ab 21.45 Uhr in Erstausstrahlung auf ARTE gezeigt wird.

Jemand kommt in den Norden und muss sich der dortigen Kultur anpassen: Das kennen wir doch schon von der französischen Mega-Erfolgs-Komödie «Bienvenue chez les Ch’tis», denke ich mir nach den ersten sieben Minuten des ersten Teils. Die Franzosen scheinen in ihrem Humor recht begrenzt zu sein ...

Besser als die «Ch’tis»

Doch ich irre mich gewaltig: «Kim Kong» ist im Gegensatz zu den doofen «Ch’tis» wirklich witzig. Der «geliebte» Grosse Kommandant, der «keinen Schmerz empfindet», «niemals länger als 45 Minuten pro Nacht schläft», «kein einziges Mal in seinem Leben geweint hat» (selbst am Schluss von «Titanic» nicht – da hat er gelacht!) und sich selbst natürlich auch für einen grossartigen Künstler hält (das Drehbuch für den neuen «King Kong»-Film stammt denn auch aus seiner Feder und soll nichts weniger als «eine Bombe ideologischer Art» darstellen), ist eine herrliche Figur. Genau wie der kleinlaut-zerknirschte-sich-selbst-für-total-unterbewertet-haltende Regisseur (ein typischer französischer Charakter), der ja im Grunde nur von einem diktatorischen Regime (Stichwort «Hollywood») in ein anderes wechselt.

Die Handlung des «King Kong»-Remakes in den originalen Worten des Diktators beschrieben: «In der nicht allzu fernen Zukunft: King Kong wurde eingefroren und im Pentagon aufbewahrt. Und zwar bis Donald Trump seiner Aussenministerin den Befehl gibt, ihn zu erwecken. Er setzt ihn ein an der Spitze seiner Armee, um unser Land anzugreifen!» Zum Glück wird King Kong dann aber von «einer einfachen Landarbeiterin» dazu bekehrt, die Seiten zu wechseln und für «die ruhmreiche Volksdemokratie» gegen die Amerikaner zu kämpfen ... und heldenhaft zu sterben.

Die Dreharbeiten beginnen, und der Regisseur kann sich anfangs mit dem dilettantischen Drehteam nicht verständigen, kennt dessen «Codes» nicht etc. Nach und nach wachsen aber alle zu einem tatkräftigen Team zusammen, und der Regisseur fühlt sich plötzlich pudelwohl im Land, das er eigentlich nicht mochte ... okay, das ist dann zu 100% «Ch’tis». Aber es kommt dann doch noch alles anders – unter anderem, weil der Regisseur ohne Wissen des Grossen Kommandanten die Szene mit «Trumps Tod» gestrichen hat ...

Prédicat: Remarquable!

Die dreiteilige französische Miniserie «Kim Kong» läuft am Donnerstag, 14. September, von 21.45 Uhr bis 00.10 Uhr in Erstausstrahlung auf ARTE. Mit Swisscom TV Replay können Sie die Serie bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung anschauen.

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Die TV-Tipps von Gion Mathias Cavelty sind im weitesten Sinne dem Phantastischen verpflichtet. Der Leser soll in Welten entführt werden (stets mit einem Augenzwinkern), die fernab des Alltäglichen liegen: Von mysteriösen Themen über Ausflüge in die originellen Welten von Kindern (Gion Mathias Cavelty hat eine Tochter) hin zu philosophischen und/oder literarischen Gedankenwelten.
Bild: Paolo Dutto

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