16.07.2017 - 00:00

«So trinkt die Welt»: Agent Null-Null-Alkohol

von Gion Mathias Cavelty
 

12 Bewertungen


«Sláinte! Cheers! Kippis!», lallt TV-Experte Gion Mathias Cavelty.

Auf der Suche nach den abgefahrensten alkoholischen Drinks rund um den Globus jetten, damit Geld verdienen und auch noch ein Fernsehstar werden? Genau so hat es der amerikanische Schauspieler Jack Maxwell gemacht. Na zdrave! Skål! Salute!

«So trinkt die Welt» (Originaltitel: «Booze Traveler») heisst Maxwells Doku-Serie, in den bislang gedrehten 53 Folgen hat er sich vor laufender Kamera unter anderem folgende flüssige Spezialitäten hinter die Binde gegossen:

  • Ameisenhintern-Mojito in Kolumbien
  • Kamel-Wodka in der Mongolei
  • Sake mit einem Schuss Kugelfisch-Gift in Japan
  • Marihuana-Milchshake in Nepal («Wo sonst liesse sich ein höherer Bewusstseinszustand erlangen als hier, auf dem Dach der Welt – mit Drinks, die selbst den Yeti umhauen?»)
  • Schlangenblut-Cocktail in Madagaskar

Dieser Tage gibt es auf Kabel Eins Doku die Episoden «Gläser hoch in Japan» und «Der Zauber Perus» (beide am 16. Juli) zu sehen. Es folgen «Mongolei: Trinken wie Dschingis Khan» und «Höhenrausch in Nepal» (beide am 30. Juli). 

Die Folge in Peru ist wirklich hochkarätig, äh, -prozentig. Als erstes probiert Maxwell einen dort weitverbreiteten Zuckerrohr-Likör namens Cañazo. Dabei kommt es in einer Einheimischen-Bar in Iquitos zu folgendem Dialog mit der Frau hinter der Theke:

Maxwell: «Wann ist hier am meisten los?»
Bardame: «Frühmorgens.»

Maxwell: «Am frühen Morgen? »
Bardame: «Ab 6 Uhr. »

Maxwell: «6 Uhr morgens? Wer trinkt schon vor der Arbeit?»
Bardame: «Vor allem Fischer. Und Leute, die am Fluss arbeiten.»

Maxwell: «Geile Idee! Du schmetterst dir einen rein und gehst hackedicht in den Amazonas! Nicht, dass das irgendwie gefährlich wäre oder so ...»

You get the picture. Salud! Egészségére! Op uw gezonheid!

Und so geht es dann auch munter weiter. Auf einem Markt in Iquitos arbeitet sich Maxwell gewissenhaft durch weitere Sorten von Cañazo (über Hundert sind im Angebot), etwa eine namens «Pitri-Mitri» («Das Besondere darin ist Maca, eine Knolle aus den Anden, gerühmt als Aphrodisiakum und Kraftfutter. Inka-Krieger nahmen Maca, bevor sie in die Schlacht zogen»). Sein fachmännisches Urteil: «Der Geschmack ist geil. Wie reiner Alkohol. Mit einem pikanten Nachgeschmack.» Einen mit einem getrockneten Affenpenis umgerührten Cañazo lässt er sich natürlich auch nicht entgehen – Ehrensache!

Danach hilft Maxwell Eingeborenen im Dschungel aktiv bei der Herstellung von Chicha, dem berühmten «Spucke-Bier» (Maxwell, um keine Zweifel offenzulassen: «Spucke-Bier heisst es, weil es mit Spucke gemacht wird»).

Hier möchte ich aus Platzgründen die Berichterstattung einstellen. Erwähnt sei höchstens noch der gehäutete Frosch, der im Mixer zu einem Frosch-Shake...

Um es zusammenzufassen: «So trinkt die Welt» ist ein grossartiger Beitrag zum zeitgenössischen TV-Schaffen. Darauf noch einen Bündner Munggenhoden-Schnaps zum Verdauen (Warum war Maxwell eigentlich noch nie in der Schweiz unterwegs? Skandal)! Viva la Grischa!

Zwei Folgen von «So trinkt die Welt» laufen am Sonntag, 16. Juli, ab 22.10 Uhr nacheinander auf Kabel Eins Doku. Weiter gehts am Sonntag, 30. Juli, ebenfalls um 22.10 Uhr. Mit Swisscom TV Replay können Sie die Sendung bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung anschauen.

Mythen rund um Alkohol

  • Frau mit Kater
  • Wein und Bier
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  • Gläser

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Die TV-Tipps von Gion Mathias Cavelty sind im weitesten Sinne dem Phantastischen verpflichtet. Der Leser soll in Welten entführt werden (stets mit einem Augenzwinkern), die fernab des Alltäglichen liegen: Von mysteriösen Themen über Ausflüge in die originellen Welten von Kindern (Gion Mathias Cavelty hat eine Tochter) hin zu philosophischen und/oder literarischen Gedankenwelten.
Bild: Paolo Dutto

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