10.10.2017 - 10:00

«Preis ist heiss»-Neuauflage: Diese Änderung schmerzt

von Gion Mathias Cavelty
 

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Ist die Neuauflage von «Der Preis ist heiss» geglückt? TV-Experte Gion Mathias Cavelty hat sich die erste Folge angeschaut. Seine Gedanken.

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«Der Preis ist heiss» ist wieder da, seit gestern Montag, 17.45 Uhr, auf RTLplus. Ohne Harry Wijnvoord und Walter Freiwald. Das neue Moderatorenteam Wolfram Kons und Thorsten Schorn äusserte sich dazu in einem Interview auf «Bluewin» beiläufig: «Heute wie damals gilt: Das Spiel ist der Star».  

Eine an Realitätsferne nicht zu überbietende Aussage, denn natürlich war Harry der Star. Und die Show pure Magie.

Harry Wijnvoord

  • Harry Wijnvoord
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Wissen ist beruhigend

In der traditionellen Magie geht es zu einem grossen Teil um das Bannen von Dingen und Wesenheiten, indem man sie bei ihrem wahren Namen nennt (siehe etwa das Märchen vom «Rumpelstilzchen»). Danach besitzt man uneingeschränkte Macht über sie. In «Der Preis ist heiss» bannt man die Dinge, indem man ihren Preis nennt.

In einer Welt, in der eigentlich nichts mehr seinen festen Platz hat, alles in Auflösung begriffen zu sein und an einem seidenen Faden zu hängen scheint, ist es vielleicht so wichtig wie nie zuvor, wenn man weiss, dass das Haarentfernungsgerät Lumea Prestige von Philips genau 479 Euro kostet (und keinen Euro mehr oder weniger). Ja – dieses Wissen ist unheimlich beruhigend. Alles ist klar, alles unter Kontrolle. Gebannt, eben.

Deshalb empfehle ich «Der Preis ist heiss» als Therapie für alle, die von der aktuellen weltpolitischen Lage (Nordkorea, USA, Barcelona etc.) überfordert sind. Und wer ist das nicht?

Haargenau gleich wie vor 28 Jahren

Zu Beginn der ersten Ausgabe des Dauerwerbesendung-Revivals mussten vier Kandidaten den Preis eines Fahrradschlosses von Steel-O-Flex erraten («Aber bitte nicht überbieten!»). Das Publikum brüllte. Daniele sagte: «70 Euro!» Annelie: «50!» Basti: «35!» Lara: «40!» Doch der gesuchte Preis war 68 Euro – und Annelie somit die Siegerin.

Im nervenzerfetzenden Spiel «Mehr oder weniger?» musste sie danach in kürzester Zeit den Preis eines SkyHawk-3.0-Fernglases der Firma Steiner herausbekommen (Annelie: «120 Euro!» Kons: «Mehr!» – «180!» – «Mehr!» – «250!» – «Mehr!» – «350!» – «Weniger!» – «300!» – «Mehr!» – «320!» – «Mehr!» – «330!» – «Mehr!» – «340!» – «Mehr!» – «345!» – «JA! ZACK! Da haben Sie's doch schon!»).

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Der Moderator will wissen: «Mehr oder weniger?»
Bild: Screenshot RTLplus

Als nächstes wurde ein Harry-Potter-Schachspiel ins Studio gerollt. «Ja, liebe RTL-Zuschauer – haben Sie das schon mal gesehen? Ein Schachspiel!», kommentierte Thorsten Schorn. Preis: präzis 50 Euro!

Die Kandidatenspielchen sind tatsächlich noch haargenau die gleichen wie vor 28 Jahren. Harry Wijnvoord fehlt schmerzlich. Doch ich kann jetzt wieder gut schlafen. Denn ich weiss: Der Solis-790-Four-In-One-Tablegrill mit Raclettefunktion kostet 103 Euro.  

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Der ehemalige Moderator Harry Wijnvoord wurde übergangen. Sein Fehlen schmerzt.
Bild: Contrast Press/Ullstein Bild via Getty Images

Übrigens läuft auf RTLplus seit einem Jahr auch «Das Glücksrad» als Neuauflage. Die Buchstaben dreht jetzt eine Dame namens Isabel Edvardsson um, bekannt aus «Let's Dance». So Sachen wie «EISTEE MIT _FIRSICHGESCHMACK» gilt es zu komplettieren (Erraten Sie den fehlenden Buchstaben?). Auch recht magisch.

PS: Wie viel wiegt eigentlich ein menschliches Hirn? 500 Gramm? Mehr? 600 Gramm? Weniger? 510 Gramm? Mehr? 520 ... (etc.)

«Der Preis ist heiss» läuft seit letzten Montag, 9. Oktober, täglich von Montag bis Sonntag um 17.45 Uhr bei RTLplus. Mit Swisscom TV Replay können Sie die Sendung bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung anschauen.

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Die TV-Tipps von Gion Mathias Cavelty sind im weitesten Sinne dem Phantastischen verpflichtet. Der Leser soll in Welten entführt werden (stets mit einem Augenzwinkern), die fernab des Alltäglichen liegen: Von mysteriösen Themen über Ausflüge in die originellen Welten von Kindern (Gion Mathias Cavelty hat eine Tochter) hin zu philosophischen und/oder literarischen Gedankenwelten.
Bild: Paolo Dutto

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