20.03.2017 - 12:03

«Iron Fist» haut voll daneben

von Wisi Greter
 

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«Bluewin»-TV-Experte Wisi Greter freute sich auf «Iron Fist». Er wurde zu einem Opfer von geschicktem Marketing.

Etwa nach zwei Dritteln von «Iron Fist» haben die Guten den vermeintlichen Bösewicht der Serie endlich in ihre Gewalt gebracht. Hilflos ist er an einen Stuhl gefesselt, doch die Geschichte findet damit nicht ihr Ende. Denn die Guten wissen nicht so recht, wie sie mit dieser Situation umgehen sollen und labern aufgeregt durcheinander. Nichts, was die einzelnen Figuren sagen, macht Sinn, und nichts was sie sagen, erklärt sich daraus, wie die Charaktere bislang gezeichnet wurden. Jemand sagt: «Ich bin müde». Welch Glückspilze – uns Zuschauern ist es so schon in der ersten Folge ergangen.

Rückkehr eines Totgeglaubten

«Iron Fist» erzählt die Geschichte eines Kung-Fu-Kämpfers, der als Zehnjähriger einen Flugzeugabsturz im Himalaya überlebte und von Mönchen gerettet wurde, die aus ihm eine Kampfmaschine schmiedeten. Anderthalb Jahrzehnte später kehrt er nun nach New York zurück, um ein Milliardenimperium zu erben. Das ist natürlich ein bisschen gaga, aber bei Netflix gab es schon ähnliche Serien mit abgefahrenen Grundideen.

Noch dieses Jahr schweisst Netflix diese Einzelkämpfer zu einem Team namens «Defenders» zusammen, das gegen das ultimativ Böse antritt (offensichtlich von Sigourney Weaver verkörpert). Nach dem bisherigen Erfolg bei Publikum und Kritikern schob der Web-Sender plötzlich einen weiteren Helfer nach: «Iron Fist». Ein vermutlich übereilte, bestimmt aber dumme Idee.

Farbloser Hauptdarsteller, peinliche Kampfszenen

Denn diese neue Serie ist einfach nur schlecht. Nichts macht Sinn, noch weniger macht Spass. Das Drehbuch und die Dialoge sind lachhaft, die Charaktere irren ziellos herum. Der Regie fällt nur ganz selten was Originelles ein. Der Hauptdarsteller ist schlecht gecastet, dem flachbrüstigen Lockenkopf nimmt man nie ab, wenn er behauptet, er sei zu einer Waffe geformt worden. Und die Kampfszenen sind langweilig und wirken seltsam ungelenk. Ich habe mir zwischendurch versucht einzureden, dass «Iron Fist» womöglich eine Parodie auf das Genre ist. Doch dazu ist fehlt ihm der Witz.  

Und so realisierte ich: Vielleicht sind es ja wir Zuschauer, die man an den Stuhl fesselte. Vom Versprechen angelockt, etwas Tolles wie «Daredevil» oder «Jessica Jones» zu sehen, sind wir blindlings in die Falle von Netflix getappt. Doch zu den übrigen «Defenders» passt dieses Kung-Fu-Bübchen wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.

«Iron Fist» gibts bei Netflix. Die weit besseren Alternativen «Daredevil», «Jessica Jones» und «Luke Cage» aber auch!

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Wisi Greter lebt in Zürich und macht so Sachen im Internet. Als Kind wollte man ihn oft zum Spielen nach draussen schicken, aber er fand Geschichten auf Papier oder im Fernsehen halt spannender als die Wirklichkeit. Wisi Greter hat sich seither nicht wirklich weiterentwickelt.
Bild: Wisi Greter

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